mehr Steuern auf Zinsen – zukünftig keine Abgeltungssteuer mehr bei Zinsen

Die künftige Regierung plant die unterschiedlichsten Änderung bei den Steuern. Dies betrifft auch die Abgeltungssteuer und den Solidaritätszuschlag. Letzterer wird wohl erst ab 2021 wegfallen, aber andere Änderungen ergeben sich möglicherweise schon in naher Zukunft.

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Werden die Beschlüsse aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt, könnte es für den klassischen Sparer zukünftig teuer werden. Denn geplant ist, Zinsen nicht mehr wie bisher mit der pauschalen Abgeltungssteuer von 25% zzgl. Soli und ggs. Kirchensteuer zu besteuern, sondern mit dem persönlichen Einkommensteuersatz.

Das hat zur Folge dass die meisten Sparer zukünftig mehr von ihren Zinserträgen an den Fiskus abtreten dürfen. Denn bei einem Einkommen von 20.000 Euro liegt der Steuersatz in der Spitze bereits bei 27%, bei einem Einkommen von 40.000 Euro sind dies bereits 36%.

Für die Regierung in Anbetracht der Spareinlagen kein schlechter Plan. Denn nach aktuellen Zahlen haben die Deutschen ihre Sparquote das 4. Jahr in Folge gesteigert, so dass diese derzeit bei knapp bei 10% liegt. Das private Geldvermögen stieg im vergangenen Jahr auf über 6 Billionen Euro – das sind 300 Milliarden mehr als noch in 2016.

Dumm nur, dass fast 40% (2,4 Billionen) des Geldvermögens der privaten Haushalte in Bar oder als Spareinlagen auf Konten liegen und diese dem Fiskus stattliche Summen in die Kassen spülen werden. Zudem wurden bereits im letzten Jahr bei diesen Geldanlagen ca. 38 Milliarden Euro durch die Inflation vernichtet. Hinzu kommt, dass die Zinsen langsam wieder steigen. Und wenn die Zinsen auf breiter Front ansteigen, werden auch die steuerlichen Änderungen voll durchschlagen.

Dem gegenüber stehen nur 18% des Geldvermögens, welches in Fonds oder Aktien investiert sind. Wer diese Anlageformen bevorzugt und Einnahmen aus Dividenden oder Kursgewinnen generiert, ist von der steuerlichen Änderung also nicht betroffen. Denn für realisierte Kursgewinne und Dividenden soll weiterhin die Abgeltungssteuer von 25 Prozent (zuzüglich 5,5% Soli und etwaige Kirchensteuer) ihre Gültigkeit behalten.

5 Kommentare
  1. Daniel
    Daniel sagte:

    Die jetzige Diskussion um die Abgeltungssteuer ist ein Strohfeuer dass natürlich wenn es in den Medien überhaupt Beachtung findet, selbst in der sogenannten Fachpresse der Mainstream-Medien, z.B. der Börsenseite der ARD falsch dargestellt wird. Unterstellt wird, dass auf den Sparer mit seinen ohnehin mikrigen Einnahmen aus Tages/Festgeld nun eine gehörige Steuer-Mehrbelastung zukommt. Dieses Ausgangsbasis ist bereits falsch.
    Würde ich mal im privaten Umfeld fragen wieviele Singles oder Pärchen überhaupt nur 50.000€ „herumliegen“ haben, würde ich wahrscheinlich einen Vogel gezeigt bekommen. Selbst wenn ich 200.000€ auf meinem Konto liegen habe und sogar noch einen überdurchschittlich guten Tagesgeld-Anbieter habe, der mir 0,5% gibt, dann habe ich damit grade einmal meinen Sparer-pauschalbetrag leicht überschritten. Als Ehepaar bin ich sogar noch dick im Saldo dieses 1600€ Betrags und muss nichts versteuern.
    Es ist eine Scheindiskussion die am Thema vorbeigeht. Es bleiben also wirklich sehr wohlhabnde Leute übrig die mehrere hundertausend Euro als Sichteinlagen horten. Solche Menschen gehen dann zu einem Anlageberater und finden neue Produkte die diesen Umstand umgehen. Sei es durch Fonds oder durch Umschichtung in AAA-Anleihen. Sofern ich das richtig verstanden habe werden Kupon-Auszahlungen aus Anleihen ja ebenfalls nicht so behandelt. Und selbst wenn, das Finanz-Unternehmertum wird einen findigen Weg finden diesen Umstand zu umgehen.

    Also wieder viel Lärm um nichts. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich finde diesen Weg ebenfalls kontraproduktiv, aber ändern kann man es eh nicht. Vielleicht führt es ja zu mehr Aktien-Käufen, damit wäre ja schon was erreicht.

    • Elmar
      Elmar sagte:

      Hallo Daniel,

      genau das ist der Punkt. Es geht nicht um 1,50 Euro Zinsen oder Steuern. Und 50.000€ haben wohl die wenigsten rumliegen – da bin ich ganz bei dir.
      Aber es gibt noch immer Sparer, die ihr Vermögen nur auf Sparbüchern oder als Festgeld „bunkern“…
      Und das Sparbuch ist nun mal nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielleicht bewegt es ja den ein oder anderen zu einem Investment…

    • Michael
      Michael sagte:

      Sobald Du aber nur 10% von „Deinen“ 200Tsd. riskant in P2P-Kredite anlegst (das halte ich nicht für abwegig), erhälst Du für diesen Anteil locker 12.5%-13% p.a. Zinseinnahmen. Dann sähe die (Steuer-) Rechnung schon ganz anders aus.

  2. Mar.Ble
    Mar.Ble sagte:

    Die Steuersätze sind mitnichten so hoch wie von dir dargestellt. Du hast den Grenzsteuersatz benannt, nicht aber den Steuersatz. Bei 20000 € zu versteuerndem Einkommen liegt der Steuersatz (inkl. SZ) bei gut 13%, bei 40000 € zvE bei knapp 23% (inkl. SZ). Der Grenzsteuersatz ist etwas anderes. Er besagt, wie viel Prozent des nächsten zu versteuernden Einkommenseuros als Steuer abzuführen sind. Angenommen deine Zahlen sind richtig, bedeutet das, dass der 20001. Euro mit 27%, der 40001. Euro mit 36% besteuert wird.
    Der Steuersatz liegt hingegen im Jahr 2018 erst dann bei 25%, wenn man ein zu versteuerndes Einkommen von etwa 50475 € hat.
    Das zu versteuernde Einkommen sind übrigens die Einkünfte abzüglich Werbungskosten, Sonderabgaben etc.

    • Elmar
      Elmar sagte:

      Stimmt – ich habe auf die möglichen Steuersätze in der Spitze hingewiesen. Danke für deine ausführliche Darstellung.

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