Zinsbindung bei Immobilienkrediten

Immobilien finanzieren über Kredite: Dies muss beachtet werden

Ob jung oder alt, Gering- oder Großverdiener, viele träumen von den eigenen vier Wänden. Im Internet gibt es eine ganze Reihe an Ratgebern, wie diese am besten finanziert werden sollte. So verschieden die Motive für eine eigene Immobilie sind, so unterschiedlich sind die Ratgeber bezüglich der Finanzierung.

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In diesem Beitrag geht es um die Finanzierung durch Immobiliendarlehen und die Dauer der Zinsbindung bei Immobilienkrediten.

Was besagt die Zinsbindung

Wird eine Immobilie über ein Darlehen finanziert, kann eine sogenannte Zinsbindung zwischen der Bank und dem Kreditnehmer vereinbart werden. Dies bedeutet, der Zinssatz wird für einen definierten Zeitraum konstant gehalten. Vorteil hiervon ist, dass Kreditnehmer die Zinszahlungen über diesen Zeitraum genau kalkulieren können. Zudem kann die Bank eine Erhöhung des Referenzzinssatzes nicht an den Kunden weitergeben. Umgekehrt bedeutet dies aber, dass Sie von einem Absinken des entsprechenden Zinssatzes nicht profitieren können. Zudem ist dieser Zinssatz in der Regel etwas höher, da dieser über den gesamten Zeitraum der Zinsbindung kalkuliert werden muss und keiner sagen kann, wie sich der Zins in fünf, zehn oder dreißig Jahren (maximale Dauer eines Darlehens) entwickeln wird. Die Durchschnittszeit beträgt bei Banken 10 Jahre.

Häuserbauen war noch nie so attraktiv

Bei der Finanzierung einer eigenen Immobilie gilt, dass die Zeiten hierfür wohl noch nie so gut waren wie aktuell. Aufgrund der Niedrigzinspolitik, die die europäische Zentralbank aufgrund der weltweiten Finanz-, Wirtschaft- und Schuldenkrise einschlug, sind die Zinsen für Darlehen auf einen historischen Tiefstand gefallen. Dabei gehen Experten davon aus, dass aufgrund der schwächelnden Wirtschaft in Südeuropa und Griechenland die „Politik des billigen Geldes“ noch eine ganze Weile andauern wird.

Fazit: Die Zinsbindung bei Immobilien-Darlehen

Grundsätzlich gilt, dass eine Zinsbindung sehr gut überlegt sein sollte. In der Regel wird diese über einen Zeitraum von zehn Jahren vereinbart. Deshalb besteht über diesen Zeitraum keine Möglichkeit, den Zinssatz zu verändern. Was für den Kreditnehmer zwar Planungssicherheit bedeutet, kann sich aber im Falle eines Job-Verlustes oder sinkender Zinssätze schnell als Nachteil erweisen. Noch vor Ablauf der Zinsbindungsfrist wird eine Anschlussfinanzierung geregelt, wenn der Kreditnehmer von sich aus nicht die vollständige Ablösung des Kredits vorsieht. Deshalb sollten die Mehrkosten, die die Bank aufgrund des langen Zinsbindungs-Zeitraumes verlangt, vorher gut überlegt sein. Aufgrund der Niedrigzinspolitik der europäischen und nationalen Notenbanken kann derjenige, der nicht mit steigenden Zinssätzen in den nächsten fünf Jahren rechnet, das Risiko eines variablen und anpassbaren, dafür anfänglich niedrigeren Zinssatzes, eingehen.

Autor: Sebastian Dürr

5 Kommentare
  1. Max
    Max sagte:

    Hi,
    wir haben uns für eine eigene Immobilie mit langer Zinsbindung (22 Jahre, Volltilgung) entschieden. Man muss jedoch anmerken, das wir uns ein preiswertes Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen (3x ca. 40m^2 + unsere eigene mit ca. 160 m^2) gekauft haben, das sich teilweise selber trägt. Die komplette Zinsen werden von den Mieten getragen. Bei Vermietung aller drei kleinen Wohnungen, wird sogar durch die Miete mitgetilgt. Falls wirklich ein Jobverlust kommen sollte, könnten wir auch die 4. Wohnung vermieten und das Haus würde sich selber tragen. Auch meine Frau könnte dann wieder anfangen zu arbeiten, die zur Zeit das Kind aufzieht.

    • Elmar
      Elmar sagte:

      Hallo,

      klingt gut, was ihr da gemacht habt. Wenn ich fragen darf: wo (geografisch) habt ihr gekauft bzw. wohnt ihr?
      Ist das Haus in gutem Zustand, oder müsst ihr noch viel renoveiren oder instandetzen?

      Meine erste Überlegung war auch ein MFH mit 4 bis max. 6 WE.
      Allerdings ist das im Süden von Bayern finanziell kaum – oder ehr gar nicht – machbar und auch in Leipzig ist es schwierig, in guter Lage etwas bezahlbares zu finden.
      Obwohl eine MFH rein rechnerisch die „günstigere“ Lösung wäre, ist der Plan A nun eine Wohnung…

      Viele Grüße
      Elmar

      • Max
        Max sagte:

        Wir haben in Lübeck, einer C-Stadt, gekauft.

        Die Städte kann man in Stadt-Kategorien aufteilen. Eine Übersicht findet man unter http://www.riwis.de/online_test/info.php3?cityid=&info_topic=allg
        Immobilien würde ich entweder in B oder C-Städte erwerben. Sollte man nicht das passende Kleingeld haben, eventuell auch nur in deren Speckgürtel. Eine Immobilie ist für mich dann auch nur interessant, falls man ohne Auto auskommen kann. Fußläufig sollte man am Besten auch verschiedene Einkaufsmöglichkeiten erreichen können. –> Lage, Lage, Lage (Mikro, Makro, Nano)

        Das Haus war bei Kauf ohne Weiteres bewohnbar, jedoch haben wir relativ schnell angefangen (meistens) in Eigenleistung zu renovieren. Dadurch konnten wir handwerklich sehr viel dazu lernen und es bleibt nachher mehr Geld über, das man für sich oder andere Dinge wieder ausgeben kann. Zur Zeit renovieren wir die Souterrain-Wohnung, um sie anschließend wieder zu vermieten.

        Bei einer Wohnung habe ich für mich das Problem, das ich zu wenig Einfluss auf Modernisierungsarbeiten nehmen kann. Eventuell werden Modernisierungen beschlossen, die ich gar nicht zahlen will oder kann. Dafür sollte man vorab auf jedenfall die letzte 3 Versammlungsprotokolle sich genauer angucken, ob Modernisierungen schon geplant oder angeraten sind.

        • Elmar
          Elmar sagte:

          Hallo,

          danke für den Link. Diese Statistik war mi bis dato völlig unbekannt. Leipzig wäre demnach eine B-Stadt. Ich hatte auch schon Jena, Nürnberg oder Augsburg auf dem Radar – erstaunlich, wie unterschiedlich die Städte bewertet sind. Sehr interessant. Danke!

          Das Thema mit der Lage ist so eine Sache… Sicher hätte ich am liebsten eine 1A Lage, aber es muss bezahlbar sein. Und die Mikro / Makro Lage sind nicht zu unterschätzen. Ich denke, dass die Infrastruktur (sowohl Verkehrsanbindung, als auch Einkaufsmöglichkeiten oder ärztl. Versorgung, Schulen etc.) in jedweder Hinsicht passen muss. Das kann auch im Speckgürtel der Fall sein…

          Wenn man „nur“ eine Wohnung hat, ist man sicher immer etwas auf die anderen Miteigentümer angewiesen, wenn es um Entscheidungen bzgl. Renovierung oder Modernisierung geht. Aber wie Du sagst, geben die Protokolle der Eigentümerversammlung gute Auskünfte. Bei einer Einsicht der letzten 3 Jahre sollten die gröbsten Unwägbarkeiten auch geklärt werden können.

          Grüße
          Elmar

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