Wieso sollte ich sparen?

Bei Geld sparen denken manche an den nächsten Urlaub, einen größeren Fernseher oder das neue Auto. Zudem verbindet fast jeder mit sparen auch verzichten. Genau genommen ist dem in den meisten Fällen auch so. Wir sind inzwischen so Konsum-konditioniert, dass wohl die meisten den Eindruck haben, auf etwas zu verzichten, wenn sie sparen und das Geld nicht ausgeben.

728x90
* Werbung

Doch im Grunde braucht es nicht viel, um glücklich zu sein. Gesundheit, Familie, Freunde, eine Beschäftigung (der Job) und ein stabiles soziales Umfeld sind wohl die wichtigsten Sachen, um ein erfülltes Leben zu führen.

Zudem benötigt jeder von uns mehr oder weniger viele Dinge, um das Leben zu bestreiten. Kleidung, Möbel, Geschirr… Die Liste ließe sich – je nach Gusto – endlos fortführen. Aber wozu brauche ich 12 Winterjacken, wenn ich nur 1 tragen kann? Wer braucht 20 Paar Schuhe? Wozu jedes Jahr ein neues Telefon? Weshalb ein noch größerer Fernseher? 

Dabei geht es nicht um den totalen Verzicht, sondern eher darum, sich nur die Dinge zu kaufen, die man wirklich benötigt. Das soll keinesfalls bedeuten, dass man sich nichts mehr gönnen sollte. Nur sollte man sein hart erarbeitetes Geld sinnvoll ausgeben und nicht mit beiden Händen zum Fester rauswerfen.

Wenn man die Sache so betrachtet, ist es weitaus weniger Verzicht, als sinnvoller Konsum. 

Aber wieso sollte ich nun überhaupt sparen?

Zuerst sollte klar sein, von welchem Zeitraum und Verwendungszweck beim sparen ausgegangen werden soll: geht es um die Altersvorsorge, ist das sparen nur der erste Schritt, denn in diesem Fall ist es besser sein erspartes Geld sinnvoll anzulegen. Der Unterschied zwischen sparen und anlegen bzw. investieren ist hier nochmal genauer erklärt.

Der grundlegendste Punkt sollte gegebenenfalls der Schuldenabbau sein. Genauer gesagt: der Abbau von Konsumschulden. Zwar sollten die Schulden schnellstmöglich angebaut werden, jedoch sollte das sparen dabei nicht außer acht gelassen werden. Also sollte das zum sparen verfügbare Geld sinnvoll aufgeteilt werden, um sowohl Schulden abzubauen, als auch bereits den Grundstock zu legen und mit dem sparen zu beginnen.

Denn genau dieser Grundstock ist der zweite Grund zu sparen: der Notgroschen. Jederzeit verfügbar, als eiserne Reserve um Unwägbarkeiten des Lebens leichter zu überstehen. Damit wird verhindert, dass eine Autoreparatur, die defekte Waschmaschine oder im schlimmsten Fall der Jobverlust zum totalen finanziellen Desaster werden. Wenn dieser Notgroschen in angemessnerer Höhe (das Ganze hier etwas ausführlicher) vorhanden ist, wirst du feststellen, dass das Leben etwas ruhiger wird, da du nicht ständig in Angst vor finanziellen Belastungen leben musst. Ganz gleich, wie groß dein Notgroschen ausfällt – er sollte zu deinem Lebensstandard passen. Du musst dich damit wohl fühlen und es sollte für dich nicht zur finanziellen Belastungsprobe werden, wenn die Waschmaschine und der Kühlschrank zeitgleich den Geist aufgeben.

Damit kommen wir zum nächsten Grund des Sparens: größere Anschaffungen oder Unternehmungen. Das kann die lang ersehnte Weltreise, der Traumurlaub oder die neue Küche bzw. das neue Auto sein. Bedauerlicherweise ist es für einige bereits Usus, auch Anschaffungen wie diese auf Kredit zu finanzieren. Eine denkbar schlechte Lösung, denn auf diesem Weg arbeitet man gegen das eigentliche sparen, den Notgroschen und das Bestreben, keine Konsumschulden zu haben. Daher sollte sparen und sparen zweierlei sein. Es sollte zwischen sparen für Konsum oder auch „Spiel & Spaß“ und dem sparen zur Investition unterschieden werden. Denn beim sparen für größere Anschaffungen legt man Geld zur Seite, welches von vornherein für den Konsum bestimmt ist. Dieses angesparte Geld wird also de facto später wieder ausgegeben und dient nicht der eigentlichen Geldanlage bzw. dem Vermögensaufbau.

Womit wir beim eigentlichen angekommen sind. Vermögensaufbau, Geldanlage, Altersvorsorge – wie auch immer das große, persönliche Ziel eines jeden Einzelnen lauten mag. Auf Grund des meist sehr langen Anlagehorizontes ist diese Thema für viele Anleger schwer greifbar und damit recht „abstrakt“. Möchte man z.B. für einen Urlaub oder ein Auto sparen, ist schnell klar, wohin man reisen möchte, was man sehen möchte bzw. welche Marke und Ausstattung etc. das neue Auto haben soll. Diese Sachen sind greifbar und somit tun wir uns auch bei der Vorstellung des Sparens dafür leichter. Ganz anders beim Vermögensaufbau bzw. der Altersvorsorge. Hier ist der Anlagehorizont meist deutlich länger, für einige zu lang – fast unüberschaubar. Hier hilft es ungemein, seine Ziele so konkret oder auch plastisch wie möglich zu definieren:

  • der Besitz von 4 Mietwohnungen mit insgesamt 240m2 Wohnfläche und einer monatlichen Mieteinnahme von 1.920 Euro
  • ein Vermögen von 400.000 Euro und einer Entnahme nach 4%Regel von 16.000 Euro im Jahr ohne Kapitalverzehr
  • oder ein Aktiendepot, welches im Schnitt eine monatliche Dividende von 1.000 Euro nach Steuern erwirtschaftet. 

Ganz gleich, wie das persönliche Ziel der Geldanlage auch aussehen mag, es zu benennen und möglichst detailliert zu beschreiben hilft ungemein, das Sparziel auch zu verlogen und nicht aus dem Augen zu verlieren. (Hier ein Beitrag zu möglichen Zielen der Geldanlage.)

Für mich steht die finanzielle Absicherung im Alter an erster Stelle. Ich möchte sicher sein, dass ich meinen Lebensstandard auch im Alter halten kann und trotz wahrscheinlich geringer Rente nicht zum finanziellen Pflegefall werde. Dies ist der Grund, weshalb ich mein Depot ständig ausbaue und monatlich Geld spare, um es zu investieren. Aber erst einmal ist es wichtig, überhaupt mit dem sparen zu beginnen und zwar so früh wie möglich. Am besten jetzt.

3 Kommentare
  1. Carsten
    Carsten sagte:

    Hi,
    eine ganz wichtige Frage, die du hier aufwirfst. Warum sollte ich überhaupt sparen?

    Fand ich gut, dass du noch mal betonst, dass es eigentlich nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Sparen ist also in der Regel gar kein Verzicht (wenn das Einkommen hoch genug ist). Interessanter Gedanke, den ich in der Form auch noch nicht hatte.

    Ich hab mir auch mal ein paar Gedanken zu der Eingangsfrage gemacht und bin auf 5 Gründe fürs Sparen gekommen: https://finanziellfit.de/warum-sparen/

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Vermögensaufbau!

    Carsten

    Antworten
    • Elmar
      Elmar sagte:

      Hallo Carsten,

      ich hatte das Thema vor einiger Zeit mal in einem Beitrag aufgegriffen: Wie viel Sachen brauche ich wirklich? Es sind nicht immer die materiellen Sachen; und von denen haben wir manchmal viel zu viel…

      Dennoch sollte sich jeder ein paar grundlegende Gedanken machen und darauf seine persönliche „Strategie“ aufbauen bzw. ausrichten.

      Auch dir beste Grüße
      Elmar

      Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Bei Geld sparen denken manche an den nächsten Urlaub, einen größeren Fernseher oder das neue Auto. Zudem verbindet fast jeder mit sparen auch verzichten. Genau genommen ist dem in den meisten Fällen auch so. Wir sind inzwischen so Konsum-konditioniert, dass wohl die meisten den Eindruck haben, auf etwas zu verzichten, wenn sie sparen und das Geld nicht ausgeben. Der Beitrag Wieso sollte ich sparen? erschien zuerst auf sparen-anlegen-vorsorgen. Original Artikel anzeigen […]

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blog-Beiträge zum Thema mit weiteren Informationen:

© Gellinger - pixabay.com
© nattanan23 - pixabay.com
© Bru-nO - pixabay.com