Was Sie über die Kreditumschuldung wissen sollten

Bei einer Umschuldung nimmt ein Kreditnehmer einen günstigen Ratenkredit auf, um einen bestehenden teuren Kredit abzulösen. Durch den günstigeren Zinssatz kann der Kreditnehmer oft viel Geld sparen. Wie viel das konkret ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um herauszufinden, ob sich eine Umschuldung im Einzelfall lohnt, sollte das exakte Sparpotential vor einer geplanten Umschuldung genau ermittelt werden.

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Welche Kredite können umgeschuldet werden

Eine Umschulung kommt grundsätzlich für alle Kreditarten in Frage. Da der Zinssatz beim Dispokredit besonders hoch ist, lohnt sich hier eine Umschuldung in den meisten Fällen. Bei einer Baufinanzierung werden oft Beträge im sechsstelligen Bereich finanziert. Wenige Prozentpunkte beim Zinssatz machen hier oft Summen von mehreren Tausend Euro pro Jahr aus. Da die Zinsen in den letzten Jahren drastisch gesunken sind, sollten sich Baufinanzierer rechtzeitig Gedanken über eine Umschuldung machen. Empfehlenswert ist es, sich rund drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung nach einem günstigeren Baudarlehen umzuschauen.

Wann lohnt sich eine Umschuldung

Als Grundsatz gilt: Je höher die Restschuld ist und je länger Ihr Alt-Kredit noch läuft, desto eher lohnt sich eine Umschuldung. Je nachdem, ob bei der vorzeitigen Tilgung Ihres Alt-Kredites eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt oder nicht, fällt die Ersparnis entsprechend höher oder geringer aus. Bei Krediten, die nach dem 10. Juni 2016 abgeschlossen wurden, dürfen Banken für eine vorzeitige Tilgung nur noch max. ein Prozent der Restschuld verlangen. Bei Krediten, die davor abgeschlossen wurden, ist die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung nicht gesetzlich geregelt, sondern wird im Kreditvertrag von der Bank festgelegt. In jedem Fall sollte die Vorfälligkeitsentschädigung aber bei der Ermittlung der Ersparnis berücksichtigt werden.

® StartupStockPhotos - pixabay.com

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Entscheidend für die Höhe der Ersparnis ist auch die Differenz zwischen dem alten und neuen Zinssatz. Daher ist es wichtig, von allen Kreditangeboten auf dem Markt das für Sie günstigste zu finden. Vergleichen Sie dazu Angebote von verschiedenen Anbietern anhand des effektiven Jahreszinses. Schauen Sie sich die Angebote jedoch genau an, bevor Sie Ihren Umschuldungskredit beantragen. Denn manche Angebote enthalten versteckte Kosten, die nicht im effektiven Jahreszins berücksichtigt sind, oder den Abschluss einer Restschuldversicherung, die für den Kreditnehmer nicht unbedingt notwendig ist. Kreditvergleichsseiten wie check24.de oder unabhängige Kreditvermittler wie creditSUN können helfen, das richtige Angebot zu finden. Eine Beratung ist kostenlos und der Kreditantrag mit keinerlei Vorkosten verbunden.

Kosten für eine Umschuldung

Kosten fallen für eine Umschuldung in aller Regel nicht an – abgesehen ggf. von einer Vorfälligkeitsentschädigung. Einzige Ausnahme ist die Umschuldung eines Baudarlehens. Für die Abtretung der Grundschuld auf die neue Bank im Grundbuch fallen etwa 0,1 bis 0,2 Prozent der Grundschuld an. Bei einer Grundschuld von 100.000,- € entspricht dies also maximal 200,- €.

Das richtige Vorgehen bei einer Umschuldung

  1. Zunächst sollten Sie die wichtigsten Daten zu Ihrem laufenden Kredit in Erfahrung bringen, also z.B. die exakte Höhe der Restschuld, die Restlaufzeit, den Zinssatz, die ggf. anfallende Vorfälligkeitsentschädigung sowie die ggf. einzuhaltende Kündigungsfrist.
  2. Schauen Sie sich nach einem günstigen Umschuldungskredit um und berechnen das voraussichtliche Sparpotential durch einen Vergleich Ihres Altkredites mit dem Umschuldungskredit. Summieren Sie dazu alle noch offenen Raten Ihres aktuellen Kredites und stellen diese Summe dem Gesamtwert des neuen Kredites (ggf.  zzgl. Vorfälligkeitsentschädigung) gegenüber. Nutzen Sie dazu bei Bedarf einen praktischen Online-Kreditrechner.
  3. Sofern sich die Umschuldung für Sie lohnt, kündigen Sie Ihren bestehenden Kredit und beantragen Ihren Umschuldungskredit am besten online z.B. auf einer Kreditvergleichsseite. Geben Sie bei der Beantragung als Verwendungszweck „Umschuldung“ an.
  4. Alternativ können Sie die Berechnung der Umschuldungsersparnis sowie die Vermittlung des günstigsten Umschuldungskredites auch an einen Finanzberater oder Kreditvermittler beauftragen. Die Beratung und Vermittlungsleistung ist bei seriösen Anbietern kostenlos.

Oft scheuen sich Kreditnehmer davor, eine Umschuldung in Angriff zu nehmen, aufgrund des vermeintlich hohen Aufwands. Doch viele Prozesse laufen heutzutage automatisiert ab und können ohne großen Zeit- und Arbeitsaufwand durchgeführt werden. Während die Kreditbeantragung bis vor einigen Jahren noch mit anstrengenden Beratungsgesprächen in der Bankfiliale und langen Wartezeiten verbunden war, dauert ein Kreditantrag heute nur noch fünf Minuten. Oft bekommt der Antragsteller bereits innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung mit echter Kreditentscheidung und hat das Geld – sofern er seine vollständigen Unterlagen rechtzeitig einreicht und das Angebot annimmt – nach wenigen Tagen auf dem Konto. Eine Umschuldung ist keine komplizierte Angelegenheit. Bei einem Anbieterwechsel verständigen sich die beiden Banken in der Regel direkt miteinander und nehmen dem Kunden die meiste Arbeit ab.

Da das Zinsniveau auf einem historischen Tiefstand ist, sollten vor allem Kreditnehmer, die Ihren Kredit bereits vor einigen Jahren zu deutlich höheren Zinsen abgeschlossen haben, unbedingt über eine Umschuldung nachdenken.

Autor: 

Christine Barucha 

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