Was ist der Unterschied zwischen sparen und anlegen?

Auf der „sparen“ Seite wurde schon auf unterschiedlichste Weise aufgezeigt, wie am man am besten sparen kann und was dabei zu beachten ist. Aber zuvor die wichtigsten Dinge: Schulden abbauen, ein Haushaltsbuch führen und seine Ausgaben genau kennen. Denn nur so lässt sich überhaupt die Grundvoraussetzung zum sparen schaffen: mehr Geld einnehmen, als auszugeben. Oder andersrum: Nach allen Ausgaben muss Geld zum sparen übrig bleiben. Und dieses Geld – jeden Monat ein fester Betrag – wandert am besten gleich zu Beginn des Monats auf ein separates Konto wie z.B. ein Tagesgeld. Um es anschaulicher zu machen, habe ich hier mein Kontenmodell erklärt.

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Würdest du also sparen, aber dein Geld beispielsweise im Sparschwein ansammeln,  würde dein Kapital zum Tag X ziemlich genau dem entsprechen, was du im Laufe der  Zeit eingezahlt hast. Zinsen? Fehlanzeige. Das Geld arbeitet nicht für dich.

Etwas anders sieht es schon beim Tagesgeld, Festgeld oder beim klassischen Sparbuch aus: hier kommen – wenn derzeit auch nur geringe – Zinsen hinzu. Demnach wächst die angesparte Summe von Jahr zu Jahr durch die erhaltenen Zinsen und profitiert vom Zinseszins-Effekt. Allerdings müssen die anzulegenden Summen schon eine beachtliche Größe erreichen, um nennenswerte Erträge zu erwirtschaften. Denn beispielsweise gibt es bei 1,5% Zinsen und einer Anlagesumme von 1.000 Euro „nur“ 15 Euro Zinsen im Jahr. 

Jedoch sind in der aktuellen Niedrigzinsphase Tagesgeld und Festgeld nicht sonderlich attraktiv verzinst. So wird das gesparte Geld zwar durch Zinsen vermehrt, allerdings reichen diese aktuell in vielen Fällen nicht einmal aus, um die Inflation auszugleichen. Zudem sind die Erträge so gering, dass das Ersparte nur durch weitere Einzahlungen und nicht durch Wertzuwachs an Wert gewinnt. 

Die nachfolgende Grafik soll die Unterscheide verdeutlichen. Mehr dazu auch in diesem Beitrag.

Die Grafik zeigt die Wertentwicklung ausgewählter Anlageklassen im Zeitraum von 2007 bis 2017. Hier sind demnach auch Krisen wie 2008 und 2011 enthalten. 

Deutlich zu sehen ist hier der enorme Unterscheid zwischen Tagesgeld und Aktien (Dax, Dow Jones). Während der Zuwachs beim Tagesgeld (auch auf Grund immer weiter fallender Zinsen) über den gesamten Zeitraum nur bei 150€ (15%) lag, konnten die Aktien das eingesetzte Kapital fast verdoppeln und eine Rendite von 97 bzw. 98% vorweisen.

Erstaunlicherweise ist in diesem Zeitraum Gold am besten gelaufen und hätte das Kapital mit 103% Zuwachs mehr als verdoppelt. (Währungseffekte sind in diesem Fall unberücksichtigt.)

Also – was ist der Unterscheid zwischen sparen und anlegen?

Zwar sind beide Dinge elementar für die Geldanlage und den Vermögensaufbau, aber erst durch eine gute Geldanlage wird man ein ansehnliches Vermögen aufbauen können.

Während man beim Geld sparen regelmäßig einen Betrag zur Seite legt und auf einem Konto (Tagesgeld, Festgeld, Girokonto) parkt, legt man das Geld beim anlegen gewinnbringend an und lässt es für sich arbeiten. Hier wird von Investition gesprochen und meist werden in diesem Zusammenhang Anlageformen wie ETF, Aktien oder Fonds genannt.

Das Geld sparen ist natürlich die Grundvoraussetzung, um überhaupt investieren oder anlegen zu können. Denn üblicherweise werden monatliche Beträge angesammelt, um diese dann nach einer gewissen Zeit bzw. nach einem bestimmten Rhythmus am Aktienmarkt zu investieren und so das eigene Depot nach und nach aufzubauen.

So wird leicht deutlich, welchen Einfluss die passende Anlageform auf den Erfolg der Geldanlage hat. Sicher ist das Tagesgeld eine gute Option, um Geld zu sparen und schnell verfügbar vorzuhalten, aber vielleicht nicht die beste Lösung, um bei der langfristigen Geldanlage eine ansehnliche Rendite zu erwirtschaften. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich über die Ziele der Geldanlage klar zu werden und sowohl den zeitlichen Horizont als auch die eigene Risikoneigung richtig einzuschätzen. Dazu findest du in den entsprechenden Beiträgen im Blog hier, hier und an dieser Stelle weitere Informationen.

Wenn diese klar sind, und die passende Form der Geldanlage gefunden ist, kann der Vermögensaufbau starten und das Geld kann anfangen für dich zu arbeiten und sich entsprechend zu mehren. 

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