Value Investing in Familienunternehmen kann zu ausgezeichneten Ergebnissen führen.

Der Blog www.koenigsinvestor.de beschäftigt sich mit spannenden Fragen rund um das Thema Familienunternehmen und Value Investing. Erfolge und Misserfolge von Familienunternehmen und Investoren sollen im Mittelpunkt der Arbeit stehen.


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Im aktuellen Beitrag stehen zwei Fragen im Fokus:

Was führt beim Value Investing zu ausgezeichneten Ergebnissen?

Der Erfinder des Value Investings Benjamin Graham definierte Investieren wie folgt: „Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht.“
Nach dieser Definition arbeiteten einige Value Investoren wie Warren Buffett oder Jean-Marie Eveillard und erzielten hervorragende Ergebnisse. Value Investor Eveillard beendete seine 26 jährige Karriere im Jahr 2004 und konnte auf eine absolute Rendite von 4395 Prozent (15,7 Prozent p.a.) mit seinem First Eagle Global – Klasse A zurückblicken. Jetzt schauen wir uns die Definition von Benjamin Graham nochmal im Detail an. Das Wort Sicherheit wird besonders betont. Wie kann man für Sicherheit beim Investieren sorgen? Zwei Elemente sind bedeutend: Der Preis und die Qualität.

Starke Value Investoren brauchen eine klare Unterbewertung des Investments bevor sie Investieren, weil sie so böse Überraschungen vermeiden wollen. Teure Unternehmen weisen meistens auch temporär hohe Wachstumsraten auf. Reduziert sich das Wachstum, kommt es sofort zur Enttäuschung der Markterwartung und die Kurse rutschen in den Keller. Der Kapitalverlust kann nicht nur temporär sein sondern auch nachhaltig (siehe DotCom).
Die zweite Komponente ist die Qualität des Investments. Unternehmen müssen eine finanzielle Stabilität aufweisen und nicht zu viele Jahre den operativen Cashflow oder Betriebsergebnisse benötigen, um sich zu entschulden. Noch besser wäre es, wenn der Kassenbestand deutlich die Finanzverbindlichkeiten übersteigt. Diese Cash-Reserven kann man in Krisenphasen nutzen, um durch Investitionen zum guten Preis seine Marktstellung auszuweiten oder seine Belegschaft weiter zu qualifizieren. Zieht die Konjunktur wieder an, kann man durch hohe Lieferfähigkeit die Kundenbedürfnisse umgehend befriedigen.

Was führt bei Familienunternehmen zu ausgezeichneten Ergebnissen?

Der Aktienmarkt hetzt von Quartalsergebnis zu Quartalsergebnis. Die Researchberichte von Analysten konzentrieren sich maximal auf sechs bis 12 Monate. Ganz anders: Familienunternehmen. Sie denken von Generation zu Generation. Familienunternehmen verfolgen eine langfristige Strategie und nehmen dafür Investitionen in Kauf, welche sich nicht sofort auszahlen, sondern sich erst in mehreren Jahren als Erfolg erweisen. Gute Familienunternehmen haben nachweislich höhere Forschungs- und Entwicklungsbudgets als vergleichbare Unternehmen. Der Vorteil ist, dass Entwicklungstätigkeiten die Eintrittsbarrieren der Konkurrenten langfristig erhöhen. Der Nachteil: Diese Ausgaben drücken auf den kurzfristigen Gewinn, was dem Aktienmarkt nicht gefällt. Des Weiteren glänzen Familienunternehmen mit konservativen Ausblicken. Jeder Unternehmer ist sich bewusst, dass man Geschäftsverläufe nur schwer vorhersagen kann, wie schon Benjamin Graham sagte „die Zukunft ist immer ungewiss“. Deshalb geben Familienunternehmen einen konservativen Ausblick.
Insgesamt gelingt bei einem Familienunternehmen die langfristige Ausrichtung von Managementinteressen und Aktionärsinteressen besser. Übernahmeschlachten beim Zyklushoch stehen selten auf der Tagesordnung von Familienunternehmen. Dadurch ist die Bilanz auch stabiler aufgestellt und man kann Krisenzeiten überstehen und gestärkt daraus hervorkommen.

Das hat auch großen Einfluss auf die Aktienmarktrendite. Die Credit Suisse hat die Performance von 1000 familiengeführten Unternehmen seit 2006 ausgewertet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Überrendite von Familienunternehmen liegt bei 3,9 Prozent. (www.koenigsinvestor.de/2017/10/familienunternehmen-performen-besser.html).

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von www.koenigsinvestor.de.

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