Finanzierung, Nebenkosten, Versicherungen – Tipps für Immobilienkäufer

Es gibt viele Dinge, die beim Immobilienkauf zu beachten sind.

728x90
* Werbung

Die Finanzierung

Eine Baufinanzierung ist für die Banken ein lohnendes Geschäft. Über Jahre ist ein stabiler Zinsfußes sicher und die Immobilie dient als zusätzliches Sicherheit. Aus diesem Grund drängen zunehmend auch Versicherungsgesellschaften in den Immobilienmarkt, um ebenfalls kräftig an Finanzierungen mitzuverdienen. Daher ist er Markt rund um die Immobilienfinanzierung inzwischen heiß umkämpft. Das führt zu immer attraktiveren Angeboten: eine 100% Finanzierung war vor einigen Jahren nur aus den USA bekannt. Inzwischen ist diese Form der Finanzierung kein Problem-Solvenz vorausgesetzt. Je nach Bank beträgt der Zinsaufschlag für eine 100% Finanzierung weniger als 0,5% gegenüber einer herkömmlichen Immobilienfinanzierung mit einer Beleihung von 80%. Nachfolgend soll die Thematik Immobilienkauf etwas detaillierter betrachtet werden.

Eigenkapital:

Wenn die Traumimmobilie gefunden wurde, kann es durchaus noch zu Schwierigkeiten kommen, diese wirklich zu erwerben. Eine ansprechende Höhe Eigenkapital kann die Finanzierung sehr positiv beeinflussen. Auch in der aktuellen Niedrigzinsphase sehen die Banken gern Eigenkapital in Höhe von mindesten 20% – je mehr – desto besser die Konditionen. Wer mehr eigenes Geld in die Finanzierung einbringt, kann bares Geld sparen. Trotz niedriger Zinsen lassen sich mit hoher Eigenkapitalquote im Laufe der Zinsbindung leicht vierstellige Beträge sparen.

Darlehen:

Der Klassiker bei jedem Immobilienkauf: das Darlehen mit einer 10-jährigem Zinsbindung. Damit ist der Zins für die nächsten 10 Jahre festgeschrieben – ganz egal, wie sich der EZB-Leitzins entwickelt. Diese Zinsfestschreibung schafft Planungssicherheit in den nächsten 10 Jahren. Weitere Möglichkeiten sind Zinsfestschreibungen über 15, 20 oder sogar 25 Jahre. Beim aktuellen Zinsniveau bietet es sich geradezu an, den Zins über die gesamte Laufzeit der Finanzierung festzuschreiben. Diese Sicherheit hat jedoch auch ihren Preis: je läng die Zinsfestschreibung gewählt wird, desto höher wird der Zins auch. Demnach kann die Verdopplung von 10-jähriger Laufzeit auf 20 Jahre gut und gern einen Zinsaufschlag  von 1,0 oder gar 1,5 % bedeuten. Auch hier kommen in der Laufzeit bei entsprechenden Summen schnell 4-stellige Beträge Differenz zu Stande.

Tilgung:

Diesem Darlehensnehmer  monatlich zu zahlende Rate besteht aus 2 Teilen: den Kosten, die für den Kredit zu zahlen sind und die eigentliche Tilgung. Die Restschuld sinkt umso schneller, je höher die Tilgung gewählt wurde. Im Normalfall werden 1 bis 2 % Tilgung gerechnet. Aktuell lässt sich die Tilgung jedoch höher wählen, da die Zinsen am absoluten Tiefpunkt liegen. Somit lassen sich eingesparte Zinsen direkt in die Tilgung zahlen. In jedem Fall ist es besser, die Tilgung möglichst hoch anzusetzen. Das mindert nicht nur die Restschuld schneller, sondern spart auch Gebühren und Zinslast im Laufe der Laufzeit.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, möglichst oft Sondertilgungen ohne Aufschläge leisten zu dürfen. In vielen Fällen ist eine Sonderzahlung bis zu 5% der Kreditsumme im Jahr üblich.

Umschuldung:

Im Falle eines vorzeitigen Ausstiegs des Kreditnehmers aus dem Darlehen (weil der Kreditnehmer die Zahlungen nicht mehr leisten kann, oder Geld zu besseren Konditionen leihen kann) stellt die Bank die entgangenen Zinsen über die restlich vereinbarte Laufzeit in Rechnung. Diese Vorfälligkeitsentschädigung kann – je nach Summe und Laufzeit – natürlich enorm sein. Je länger das Darlehen bedient wurde, desto niedriger die zu zahlende Entschädigung. Wer ein Darlehen bereits 10 Jahre bedient ha, kann umschulden, ohne die Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen.

Anschlussfinanzierung:

In einigen Fällen ist es mit einem Darlehen einfach nicht getan. Denn je nachdem, wie hoch der Kredit, wie lange die Laufzeit, wie hoch Tilgung und Eigenkapital ausfallen, bleibt eine Restschuld am Ende der Laufzeit. Diese Restschuld kann entweder durch Erspartes oder durch eine entsprechende Anschlussfinanzierung getilgt werden. Im Falle der Anschlussfinanzierung gibt es 2 Möglichkeiten: entweder man kümmerte sich schon einige Zeit vor Ablauf der Zinsbindung um eine Anschlussfinanzierung oder man wartet ab, bis der Kredit ausläuft. In diesem Fall offeriert die Bank, bei welcher das bisherige Darlehen läuft eine entsprechende Finanzierung. Man kann sich natürlich auch selbst um die Anschlussfinanzierung kümmern, Angebote vergleichen und gegebenenfalls die Bank wechseln und damit leicht Geld sparen.

Nimmt man die Anschlussfinanzierung selbst in die Hand, ist ein Forwarddarlehen nötig. Damit lassen sich bis zu 5 Jahre im Voraus niedrige Zinsen sichern. Diese Forwarddarlehen helfen besonders Bauherren, die bereits einen Kredit zu zahlen haben und bei Anschlussfinanzierung steigende Zinsen ausschließen wollen. Allerdings lassen sich die Banken die „Reservierung“ der Zinsen bei Forwarddarlehen bezahlen: zwischen 0,02 und 0,05 Prozent Aufschlag werden pro Monat Aufschub fällig.

Sicherheit:

Wenn man einen Immobilienkredit abschließt, steht man von jetzt auf gleich mit einer hohen Summe bei der Bank in der Kreide. Für die meisten von uns ist ein Immobilienkauf noch immer die größte Investition des Lebens. Das ist jedoch an sich alles kein Problem, so lange das laufende Einkommen regelmäßig eingeht oder das Darlehen sogar die Möglichkeit bietet, bei beruflicher Veränderung ein geringeres Einkommen durch eine geringe Tilgung abzufedern. Kommt es jedoch dazu, dass fällige Raten gar nicht mehr gezahlt werden können, kommt es im schlimmsten Fall zur Pfändung der Immobilie durch die Bank. Um diesen Fall nie eintreten zu lassen, sollten sich Kreditnehmers weitestgehend absichern. Eine Möglichkeit dazu ist die Restschuldversicherung. Eine Restschuldversicherung bedient Kredite weiter, wenn der Kreditnehmer berufsunfähig oder arbeitslos wird. Eine BU-Versicherung sollte ohnehin jeder haben, der auf sein Einkommen entsprechend angewiesen ist. Ebenso angeraten ist eine Risikolebensversicherung, um Hinterbliebene im Falle des Falles finanziell abzusichern.  Zu den Themen Absicherung und Versicherung HIER mehr erfahren.

Informationen:

Wenn die Höhe des benötigten Kapitals steht fest, sollte man sich einen Marktübersicht verschaffen und die aktuellen Angebote zum Immobilienkredit vergleichen. Dazu nutzt man am besten Vergleichsrechner oder Vergleichsportale wie z.B. Tarifcheck

Wenn die Immobile gefunden ist, oder das Bauvorhaben konkreter wird, loht es sich, möglichst viele Angebote einzuholen. Ein guter Ansprechpartner kann auch die Hausbank sein. Sie kann mit Sonderangeboten möglicherweise durchaus mit Online-Angeboten konkurrieren. Außerdem lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf mögliche Förderprogramme.

Förderungen

Allgemein

In vielen Fällen hilft der Staat beim Kauf des Eigenheims mittels der Kreditanstalt für Wiederaufbau- kurz KfW. Die KfW vergibt verschiedne Darlehen, wie beispielsweise über das Förderprogramm 124. Hier bekommen Bauherren oder Käufe ein vergünstigtes Darlehen bis zu einer Höhe von 50.000€, wenn sie ihre Immobilie selbst nutzen. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Förderprogrammen für energieeffiziente Modernisierung. Hier kann man sagen, dass die Förderung umso höher ausfällt, umso mehr Energie mit der Sanierung eingespart werden kann. Der Vorteil ist, dass diese Kredite mit anderen Darlehen kombiniert werden können.

Wohn-Riester:

Umfangreiche Informationen zu Riester sind hier zu finden. Bei der Wohn-Riester werden Sparbeiträge und Zulagen in einem fiktiven Wohnförderkonto gesammelt und entsprechend verzinst. Bei Renteneintritt des Wohn-Riester-Sparers muss die Summe im Wohnförderkonto mit dem persönlichen Steuersatz versauert werden. Das passiert entweder auf einen Schlag – mit 30% Steuerrabatt –  oder peu à peu bis zum 85. Lebensjahr. Welcher Fall der passende ist, muss jeder für sich selbst ausrechnen. Nur so viel: je höher die Einkünfte im Rentenalter, desto höher fällt die Steuer auf das Wohnförderkonto ins Gewicht. Insgesamt gibt es 3 spezielle Möglichkeiten der Wohn-Riester.

Wohn-Riester Bausparvertrag:

Wie auch beim normalen Bausparvertrag erfolgt nach einer Ansparzeit die Zuteilung der gesamten Bausparsumme. Was nicht angespart wurde, kann im Anschluss mit einem Darlehen finanziert werden. Die Riester-Zulagen und Förderungen helfen bereits in der Ansparphase und auch später in der Darlehensphase. Das aktuelle Zinsniveau ist eine günstige Möglichkeit, sich mittels Riester ein günstiges Darlehen für die Zukunft zu sichern. Wer sich noch nicht sicher ist, ob er vom Bausparvertrag wirklich eine Immobilie kaufen möchte, sollte nach Anbietern Ausschau halten, die die Option auf nachträgliche Änderung des Vertrages bieten und damit eine höhere rückwirkende Verzinsung offerieren.

Wohn-Riester Darlehensvertrag:

Wie beim normalen Darlehen werden in monatlichen Raten zu vorher festgelegten Konditionen zurückgezahlt. Dabei helfen Zulagen und staatliche Förderungen. Ebenso werden Zinshöhe und Dauer der Zinsbindung sowie Sonderzahlungen vertraglich vereinbart. Weitere Parallelen zum Darlehen zeigen sich bei vorzeitiger Kündigung und der damit verbundenen Vorfälligkeitsentschädigung.

klassische Riester mit Entnahme:

Wenn bereits ein Riester Vertrag besteht – ganz gleich ob dieser per Versicherung, Fondssparplan oder Banksparplan gespart wird – kann das Eigenheim mitfinanzierte werden, indem man aus diesem Vertrag Geld entnimmt. Das Kapital kann jederzeit aus dem Vertrag entnommen werden, auch um eine bereits vorhandene Immobilie zu entschulden – zum Beispiel per Sondertilgung. In der Regel sind Entnahmen von mindestens 3.000 Euro möglich, wobei mindestens 3.000 Euro im Riester-Vertrag verbleiben. Auf Grund der niedrigen Kosten sind Banksparpläne für dieses Vorgehen am besten geeignet.

Ganz egal, für welche Variante man sich entscheidet – nach wie vor bietet Wohn-Riester auf Grund der Förderungen gerade für kinderreiche Familien mit geringem und mittleren Einkommen gute Möglichkeiten, durch Zuschüsse viel Geld zu sparen.

Steuern

Grunderwerbsteuer:

Bis 2006 betrug der bundesweite Satz der Grunderwerbsteuer 3,5% des Kaufpreises, sobald man Wohneigentum erworben hat. Inzwischen sind die Steuern jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und nicht unerheblich hoch. So fallen derzeit zwischen 6,5 und 3,5% an. Eine Übersicht aller Bundesländer ist hier zu finden.

Um die Steuer auch in richtiger Höhe zu zahlen, können alle beweglichen Gegenstände, die nicht fest mit derImmobilie verbunden sind (z.B. die Küche), aus dem Kaufpreis rausgerechnet werden. Kopien der Rechnungen sind ausreichend, um dem Finanzamt die Beträge zu bestätigen.

Grundsteuer:

Auf Grund der Hebesätze der betreffenden Kommune, in welcher die Immobilie steht, wird die Grundsteuer laufend erhoben. Der Einheitswert des Grundstücks wird dazu mit dem entsprechenden Hebesatz der Kommune multipliziert. Je nach Bebauung des Grundstückes (Einfamilienhaus oder bspw. Mehrfamilienhaus) wird der Hebesatz definiert.

Spekulationssteuer:

Bei Verkauf einer vermieteten Immobilie innerhalb von 10 Jahren nach Kauf ist die Spekulationssteuer fällig.

Recht

Notar:

Der Kauf einer Immobilie wird durch den Notar beurkundet. Gleichzeitig leitet der Notar die Daten an das Grundbuchamt weiter. Dafür werden neben den eigentlichen Notargebühren auch die Gebühren für den Eintrag ins Grundbuch fällig. Bei einer Finanzierung der Immobilie trägt der Notar auch das Grundpfandrecht ins Grundbuch ein.das führt dazu, dass der Kreditgeber die Immobilie als Sicherheit hat, wenn der Kredit ausfällt. Die Notargebühren inkl. Grundbucheintrag belaufen sich auf 1,5 bis 2,0% je nach Bundesland.

Nebenkosten

Zu den einmaligen Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf zählen Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbucheintrag und ggfs. Maklercourtage sowie Kosten für einen Gutachter. Diese Kosten schlagen ja nach Bundesland mit insgesamt mindestens 8,5 bis zu gut 15% zu Buche.

Dazu kommen aber auch die laufenden Nebenkosten zu denen Strom, Wasser, Heizung, Müllentsorgung sowie entsprechende Versicherungsprämien zählen. Zudem ist bei einer Eigentümergemeinschaft ein Hausgeld fällig, welches für die Pflege, Wartung und Hausverwaltung sowie Instandhaltung (Instandhaltungsrücklage) genutzt wird.

Versicherungen

Die eigenen vier Wände sind für die meisten Deutschen noch immer die beste Option für das Alter vorzusorgen und damit auch Sicherheit zu bieten. Allerdings gehen mit einer Immobilie auch einige Risiken einher, welche mit entsprechenden Versicherungen auch optimal abgesichert werden sollten. Dazu gehören sowohl Versicherungen, welche finanzielle Schäden abwenden, die durch die Immobilie verursacht werden können, als auch Versicherungen, die den Eigentümer und meist auch gleichzeitig Kreditnehmer selbst schützen.

Feuer, Luft und Wasser – Wohngebäudeversicherung und Elementarversicherung:

Feuer, Unwetter, Explosionen oder Wasser können ein Haus oder eine Wohnung nahezu vollständig zerstören. Eine Wohngebäudeversicherung kann zumindest den finanziellen Schaden in solchen Situationen in Grenzen halten. Allerdings ist der Versicherungsumfang nicht bei allen Policen gleich. Bei den meisten Policen sind Schäden durch Überschwemmung nicht abgesichert. Liegt die Immobilie ein einem gefährdeten Gebiet, lohnt es sich oft, die Wohngebäudeversicherung durch eine sogenannte Elementarversicherung zu ergänzen. Bei anderen Versicherungen etwa fehlt möglicherweise die Absicherung von Schäden an „fest mit dem Haus verbundenen Gegenständen“, etwa dem teuren Parkett.

Auch wenn die Versicherung wirklich alles abdeckt – Rundum-Sorglos-Pakete gibt es nicht. Je nach Fall muss der Versicherungsschutz individuell und passend aufgestellt werden. Ebenso sollte Überversicherung oder doppelter Versicherungsschutz vermieden werden. Denn für selbstbewohntes Eigentum kann ein Versicherungsschutz für Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht bereits in der Privathaftpflichtversicherung integriert sein.

Restschuldversicherung:

Wenn das Immobiliendarlehen bei der Bank aufgenommen wurde, stehen in den meisten Fällen deutliche 6-Stellage summen zu Buche. Solange man ein gutes Einkommen hat und die Raten regelmäßig bedienen kann, ist eine solide gerechnete Finanzierung kein Problem. Im Falle von Berufsunfähigkeit oder Arbeitsplatzverlust drohen ernste Probleme. Schnell kann es zum Zahlungsverzug oder gar Zahlungsausfall kommen. Um diese Fälle abzusichern, ist eine Restschuldversicherung zu empfehlen. Wichtig ist jedoch, etwaige Karenzzeiten oder Leistungsbegrenzungen zu beachten. Üblicherweise zahlt die Versicherung erst, wenn beispielsweise die Arbeitslosigkeit frühestens 3 Monate nach Vertragsabschluss beginnt und höchstens 18 Monate dauert. Speziell bei der Restschuldversicherung variieren die Beiträge sehr stark – auch bei vergleichsweise gleichen Leistungen.

Risikolebensversicherung:

Für viele Familien stehen die eignen 4 Wände auf er Wunschliste ganz oben. Daher wundert es nicht, dass viele selbstgenutzte Immobilien Familien mit einem Hauptverdiener gehören. Verstirbt der Hauptverdiener plötzlich, platzt der Traum vom Haus oft sehr schnell – ganz egal, ob noch ein Immobilienkredit gezahlt, oder das Objekt instand gehalten werden muss. Mit einer Risikolebensversicherung kann der Hauptverdiener seine Familie zumindest finanziell absichern, um etwa die Restschuld des Darlehens ohne Probleme weiter bedienen zu können und somit zu verhindern, dass die Immobilie im Todesfall zwangsweise verkauft werden muss. Dabei ist die Risikolebensversicherung eine verhältnismäßig günstige Absicherung. Da sie nur im Todesfall zuhält und demnach keinen Kapitalstock für den Versicherungsnehmer aufbauen muss, sind Policen mit 100.000 Euro Versicherungssumme je nach Fall und Risikoprofil schon unter 100 Euro im Jahr zu bekommen.

Unfallschutz:

Spätestens, wenn Freunde und Bekannte unentgeltlich beim sanieren, Bau oder Umbau mithelfen, sollten diese Helfer bei der Bau-Berufsgenossenschaft angemeldet werden. Die Beiträge sind wirklich überschaubar und die Helfer sind damit gegen Unfälle auf der Baustelle abgesichert.

Versicherungslücken:

Es ist durchaus praktisch, als Käufer eine Wohngebäudeversicherung vom Vorbesitzer zu übernehmen. Trotzdem sollte bereits vor Kauf geklärt werden, ob ausreichend Versicherungsschutz besteht, denn der Übertrag der übernommenen Wohngebäudeversicherung findet erst mit dem Grundbucheintrag statt. Allerdings liegen zwischen dem eigentlichen Kauf und Grundbucheintrag einige Tage oder gar Wochen, in denen der Käufer bereits für den Versicherungsschutz verantwortlich ist. Wenn in dieser Zeit die Prämien für die Versicherung nicht vom alten Eigentümer weitergezahlt werden, besteht in dieser Zwischenzeit keinen Versicherungsschutz. Im Ernstfall würde das bedeuten, dass die Versicherung keinen Cent im Schadensfall zahlt.

Experten

Makler:

Üblicherweise verdient der Makler beim Verkauf einer Immobilie je nach Bundesland eine unterschiedlich hohe Maklercourtage. Allerdings sollten Makler nicht nur zwangsläufig als Vermittler zwischen Interessent und Verkäufer auftreten, sondern auch den Wert einer Immobilie anhand Bausubstanz, Ausstattung und Lage ermitteln können. Jedoch ist die Beurteilung des Maklers auf augenscheinliche Erscheinung und demnach auch Mängel begrenzt. Trotz alledem ist er verpflichtet, über augenscheinliche Mängel aufzuklären. Um beim Kauf einer Immobilie ein entsprechendes Gutachten erstellen zu können, ist somit ein Sachverständiger dringend anzuraten.

Gutachter:

Um die Bausubstanz der Immobilie auf Mängel zu prüfen, ist der Einsatz eines Gutachters empfehlenswert. Dieser Sachverständige prüft das Objekt fachgerecht und erstellt eine aussagekräftige Expertise. Die Kosten dafür betragen für einen Gutachter von TÜV oder Dekra ca. 400 Euro. Dagegen kosten Baugutachten von Architekten oder Statikern leicht 4-stellige Beträge. In jedem Fall sind diese Ausgaben gut angelegtes Geld: ein ein Gutachter prüft die Immobilie vom Keller bis unters Dach und wird in jedem Winkel auch nach verborgenen Schäden Ausschau halten. Dazu kann der neue Eigentümer den Gutachter auch haftbar machen, sollte sich herausstellen, dass gravierende Mängel übersehen wurden. Speziell bei Eigentumswohnungen sollte beim Gutachten also nicht nur die eigentliche Wohnung, sondern auch Dach, Treppenhaus, Erdgeschoss und Keller zu besichtigen. So lassen sich leichter Schimmelbefall oder Feuchtigkeitsprobleme ausfindig machen. Zusätzliche Informationen kann der Verkäufer oder die Hausverwaltung geben. Außerdem sollten die letzten Protokolle der Eigentümerversammlungen angesehen werden – vielleicht finden sich hier Hinweise auf Parasiten oder Schädlingsbefall.

Sollten seitens Verkäufer entsprechende positive Zusicherungen gemacht werden, kann dies in den Kaufvertrag aufgenommen werden, um eine nachträgliche Absicherung des zukünftigen Eigentümers zu erreichen.

Wenn man bereits vor dem Immobilienkauf weiß, worauf zu achten ist, lässt sich eine derart große Investition etwas souveräner angehen. Die Checkliste für den Immobilienkauf stellt eine weitere sinnvolle Unterstützung dar.

4 Kommentare
  1. Alexander
    Alexander sagte:

    Einen Sachverständigen von TÜV oder Dekra braucht man eher nicht. Bei 300 – 400 € laufen die einmal durch und schreiben da was. Da ist es mit der Haftung nicht so weit her, den Prozess würde man wohl verlieren. Sinnvoller ist es, einen Wertgutachter mitzunehmen. Dieser sollte die Bausubstanz ebenfalls beurteilen können und kann auch gleich eine Aussage zum Kaufpreis abgeben. Ein Sachverständiger für Wertermittlung kostet zwischen 80 € und 120 € pro Stunde ( evtl. plus MwSt.) und man hat genauso viel erreicht.

    • Elmar
      Elmar sagte:

      Danke für den Tipp. Ich habe diesen Fall noch nicht persönlich erlebt, aber auf jeden fall gut zu wissen. Denn ich hätte mir für 400 Euro etwas mehr „Leistung“ erwartet.
      Ich hoffe, ich komme mit meinem Plan, eine eigene Immobilie zu kaufen, in diesem Jahr etwas voran. Theoretisches Wissen ist ja ganz nett, aber die Praxis sieht nun mal ganz anders aus. Außerdem sind die Preise derzeit „nicht mehr normal“ und das Angebot entsprechend…
      Aber gut, ich werde sehen, welche Optionen sich bieten.

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] The post Tipps zum Immobilienkauf appeared first on sparen-anlegen-vorsorgen. Original Artikel anzeigen […]

  2. […] The post Tipps zum Immobilienkauf appeared first on sparen-anlegen-vorsorgen. Original Artikel anzeigen […]

Kommentare sind deaktiviert.

Blog-Beiträge zum Thema mit weiteren Informationen:

© stevepb - pixabay.com

Aktienkennzahlen, die man als Anleger kennen sollte

Um bei der Fundamentalanalyse von Aktien einen schnellen Überblick zu bekommen, helfen ein paar Kennzahlen ungemein. Sie lassen sich meist auch für Anfänger leicht berechnen und ermöglichen damit eine einfache Bewertung von Aktien.
© markusspiske - pixabay.com

Depot Überblick und Status April 2019

Inzwischen konnte ich weitere 4 Zukäufe tätigen und die Dividenden steigen Monat für Monat beachtlich an. Wenn ich weiterhin wie bisher investieren kann, werde ich mein Dividendenziel in diesem Jahr sogar leicht übertreffen.
© dawnfu - pixabay.com

Was sind ETF´s - Das kleine ETF-Einmaleins

Kurz gesagt ist ein ETF eine Sammlung an Wertpapieren, die über eine Brokerfirma an einer Börse gekauft oder verkauft wird. ETFs sind für praktisch jede denkbare Anlageklasse zu haben. Derzeit haben Anleger schätzungsweise über 1 Billion US-Dollar in fast 1.000 verschiedenen handelbaren ETF-Produkten investiert.
© markusspiske - pixabay.com

Depot Überblick und Status Januar 2019

Wie auch die Märkte hat mein Depot im Januar gut zugelegt und konnte mehr als 3% Zuwachs verzeichnen. Allerdings ist dieser auf Grund eines Zukaufs etwas verwaschen. 5 Unternehmen haben ihre Dividenden ausgeschüttet und mir damit 19% mehr Einnahmen als noch im letzten Januar beschert.
© kulinetto - pixabay.com

Die besten ETF auf den MSCI World Index

,
Für die meisten Anleger, die eine passive Anlagestrategie verfolgen, gilt der MSCI World Index als das perfekte Basisinvestment. Allein in den letzten 20 Jahren erzielte der MSCI World eine durchschnittliche jährliche Rendite von mehr als 10%. Was es bei der ETF Auswahl zu beachten gibt, was einen guten ETF auf den MSCI World ausmacht und worauf bei der Auswahl sonst zu achten ist, wird nachfolgend erläutert.
© markusspiske - pixabay.com

Depot Überblick und Status Dezember 2018

Zum Ende des Jahres nun die finale Aufstellung zu meinem Depot, die Entwicklung, der Rückblick und auch ein Ausblick auf das neue Jahr. Die Turbulenzen an den Börsen gehen weiter und die letzten Wochen haben teils herbe Verluste beschert. Allein im Dezember hat mein Depot 9% an Wert verloren.