Riester im Überblick – was sind die Vor- und Nachteile

Was ist die Riester-Rente?

In erster eine ist die Riester Rente eine steuerlich geförderte Form der Altersvorsorge, zu der es staatliche Zulagen und Steuerersparnisse gibt. Diese Vorteile werden in der Ansparphase gewährt, jedoch nachgelagert – also in der Auswahlphase – versteuert. Die Riester-Rente dient vorrangig zur Absicherung der Langlebigkeit. Sie ist keine Geldanlage bzw. kein Sparplan, da die Riester-Rente diesbezüglich einfach zu unflexibel ist. Vielmehr dient sie zur Kompensation der Rentenlücke bis ins hohe Alter.

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Eigentlich ist die Riester-Rente eine Art Versicherung, um sich eine private Rente bis ins Hohe Alter zu sichern.

Die Rürup Rente ist quasi die Riester für Selbstständige und soll vergleichbares leisten wie bei einer gesetzlichen Rentenversicherung. Allerdings ist diese Form der Altersvorsorge recht unbeliebt, was ein Blick auf gerade einmal 2 Mio. Verträge verdeutlicht.

Die Rürup eignet sich besonders für Selbstständige oder gut verdienende, die eine staatliche und geförderte private Altersvorsorge der staatlich freiwilligen gesetzlichen Rentenversicherung vorziehen.

Die Besonderheiten der Rürup Rente sind folgende: die Rürup Rente ist als solche nicht kündbar und nur dauerhaft Beitragsfrei zu stellen. Wurde hier ein mal eingezahlt, ist nur nich die vertraglich vorgesehene Verrentung möglich.

Für wen ist die Riester-Rente am besten geeignet?

Die Frage nach der Eignung lässt sich nicht pauschal beantworten und ist äußerst individuell zu betrachten. Die zukünftige persönliche Situation, das eigentliche Riester Produkt, als auch die persönliche Förderquote stellen Faktoren dar, die die Wahl bzw. Eignung massiv beeinflussen.

Denn die Riester Rente ist in mehreren unterschiedlichen Varianten erhältlich, aber ist und bleibt eine private Rente. Derzeit gibt es ca. 16 Mio. Riester-Verträge, wovon ca. 10% auf einen Wohn-Riester-Vertrag entfallen. Damit ist eine mögliche Art des Riester Rente gerannt: Wohn-Riester. Des Weiteren gibt es die Riester auch als Versicherungsvertrag (Riester in einem Versicherungsmantel), Banksparplan und Investmentfonds. Anbieter wie Fairr setzen auf kostengünstige und transparente Varianten mit ETF´s.

besonders geeignet für:

  • gut verdienende Singles und Paare, da hier attraktive Steuervorteile genutzt werden können
  • Familien mit durchschnittlichem Einkommen und Kindern, hier sind die Zulagen besonders hervorzuheben
  • ältere Sparer, da vor Rentenbeginn eine Steuerverschiebung ins Rentenalter möglich ist

Wer kann besonders von Riester profitieren:

Ehepaare:

Bereits hier ist die Betrachtung recht komplex. Wenn beide Ehepartner Förderberechtigt sind, zählt bei der steuerlichen Zusammenveranlagung das gemeinsame Einkommen. Bei der Zulagenberechnug bei der Riester-Rente zählt jedoch das jeweilige Brutto-Einkommen des einzelnen. Wenn Kinder hinzukommen kann das genaue Aufteilen der Zulagen durchaus Sinn machen. Hier bietet sich an, verschiedene Szenarien durchzurechnen, um das Optimum herauszuholen. Denn generell werden Zulagen der Mutter zugeordnet, können aber auch dem Vater zugesprochen werden.

über 50:

Sind es nur noch wenige Jahre bis ins Rentenalter, lassen sich profitable Steuerersparnisse erzielen. Aber auch hier gilt es, die individuelle Situation genau zu bewerten und das passende Produkt  zu finden. Allerdings kann es wirklich lukrativ sein, beispielsweise die letzten 8 Jahre bis zum Renteneintritt monatlich 150 Euro in einen Vertrag zu zahlen, die volle Förderung zu kassieren und am Ende der Laufzeit eine Einmalzahlung aus dem Banksparplan zu wählen. Hier gilt es in jedem Fall steuerliche Aspekte vorausschauend zu betrachten, da der Steuersatz im Rentenalter wahrscheinlich geringer ausfällt, als in der Erwerbstätigkeit.

Studenten / junge Leute:

Der klassische Student ist eigentlich nicht förderberechtigt und sollte lieber andere Produkte wählen. An erster Stele sollte man sich hier auf die Bildung von „Humankapital“ konzentrieren und flexiblere Produkte favorisieren.

Welche Förderungen bzw. Steuerersparnisse gibt es?

Um die volle Riesterförderung zu erhalten, müssen jährlich mindesten 4% des rentenversicherungspflichtigen Einkommens in den Vertag eingezahlt werden. Gefördert werden dann bis zu 2.100 Euro der Einzahlungen pro Jahr, welche dann wiederum als Sonderausgaben steuerlich absetzbar sind. Im Gegenzug müssen die Einkünfte aus der Riester Rente im Alter dann nachgelagert versteuert werden.

Die staatliche Förderung (die Grundzulage) beträgt seit Jahresbeginn 175 Euro – nach zuvor noch 154 Euro pro Person. Hinzu kommen weitere Zulagen für Kinder: 185 Euro für jedes bis 2007 geborene Kind und 300 Euro für alle ab 2008 geborenen Kinder.

Besonders Sparer mit unterdurchschnittlichem Einkommen nutzen die Riester-Rente als Altersvorsorge. Denn bei mehr als 50% der abgeschlossenen Verträge beträgt das Einkommen der Zulagenberechtigten weniger als 20.000 Euro pro Jahr.

Wie hoch ist die zu erwartende Rendite:

Je nach Einkommen & Familiensituation sind Sparer in der Lage nur durch die staatlichen Zulagen  und Förderungen Renditen zwischen 0,5 und 8% pro Jahr zu erwirtschaften. Allerdings ist dies sowohl von der persönlichen Situation, als auch vom Produkt abhängig. Jedoch sind die staatlichen Zulagen in einigen Fällen besonders interessant: eine Hausfrau mit 3 kleinen Kindern kann beispielsweise 1.000 Euro pro Jahr bekommen, während die nur 60 Euro eigenes Geld in den Vertrag einzahlt. Die restliche Summe generieren Zulagen und Förderungen.

Vorteile und Nachteile:

Vorteile:

  • Zuschüsse vom Staat
  • steuerliche Absetzbarkeit
  • „Zwangssparen“ ähnlich einem Immobilieninvestment
  • Sicherung bei Arbeitslosigkeit / Hartz 4, da die Riester-Rente pfändungssicher ist

Leider sind die Nachteile dagegen recht vielfältig:

Langlebigkeit:

Man muss schlicht und ergreifend recht alt, werden, dass sich die Riester-Rente rechnet.

Kosten:

Die Abschlussprovisionen sind recht hoch. Dies ist besonders bei großen Anbietern der Fall. Nicht nur, aber auch wegen des Lobbyismus der Versicherungen und Banken zur Politik ist das Produkt staatlich gefördert und bezuschusst. Allerdings sind daher auch die Provisionen und Abschlussgebühren sehr hoch. So ist es keine Seltenheit, dass Verkäufer bis zu 3.000 Euro Prämien und weitere jährliche Boni bei Vertragsabschluss kassieren.

bei Todesfall:

Bei Tod des Betragsinhabers kann die Rente nur an den Ehepartner vererbt werden, wenn im Vertag eine Rentengarantiezeit vereinbart wurde und diese auch nich nicht abgelaufen ist. Hinzu kommt, dass diese Regelung wirklich nur bei verheirateten Paaren greift.

Die Vererbung an Kinder ist nur möglich, wenn vertraglich die „Förderungsschädliche Übertragung“ gewählt wurde. Diese hat zur Folge dass im Erbfall die Förderungen, Zulagen zurückgezahlt werden müssen.

Eine anderweitige Vererbung ist nicht möglich.

Rendite vs. Inflation:

Des weiteren nagt die Inflation natürlich auch an dieser Form der privaten Vorsorge. So kann auch hier – bei einer Rendite unter Inflationsniveau – eine negative Rendite erzielt werden.

mangelnde Flexibilität:

Zu guter letzt ist das eingezahlte Geld nicht ohne weiteres verfügbar. Vielmehr ist es nach Einzahlung fest im Vertrag und lässt sich nur durch Kündigung wieder aus diesem bekommen. Allerdings sind hier die Kosten (Abschlussprovision wurde ja bereits gezahlt) recht hoch und außerdem fallen die Zulagen, Förderungen und Steuervorteile weg bzw. man verliert diese.

Fazit:

Die persönliche Situation und das passende Produkt sind Kriterien, die einen Riester Vertrag durchaus zu einer attraktiven Option der privaten Altersvorsorge werden lassen können.

Fraglich ist allerdings, welche Rendite das gewählte Produkt verspricht und ob diese Form der  Absicherung des Alters zu den persönlichen Präferenzen passt.

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