PKV – die private Krankenversicherung – erste Klasse in der Gesundheit

Nachdem ich mich am letzten Wochenende mit einem Bekannten (er verdient ausreichend gut & denkt seit längerem über den Wechsel in die PKV nach) über die PKV unterhalten habe – und es dabei reichlich Diskussionsstoff gab – möchte ich heute etwas zu diesem speziellen Thema schreiben.


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Es gibt viele Argumente, welche immer wieder mit der privaten Krankenversicherung (PKV) in Verbindung gebracht werden: Einzelzimmer im Krankenhaus, individuelle Beiträge, keine Wartezeiten beim Arzt. Während in der gesetzlichen Krankenversicherung alle Versicherten weitgehend die gleichen Leistungen erhalten, den Beitrag in Abhängigkeit vom Einkommen zahlen und in einer Solidargemeinschaft – die mittels Umlagefinanzierung funktioniert – versichert sind, haben die privat Versicherten einen höchst individuellen Vertrag mit der gewählten privaten Krankenversicherung. In diesem Vertrag können die individuellen Leistungen je nach Anspruch oder Notwendigkeit zusammengestellt werden.

Allerdings dürfen private Krankenversicherungen Anträge zur Aufnahme auch ablehnen, einzelne Krankheiten ablehnen (wenn das Versicherungsrisiko zu hoch erscheint) oder Beitragszuschläge erheben. In der privaten Krankenversicherung muss jeder selbst versichert sein und Beiträge zahlen, während in der gesetzlichen Versicherung auch Kinder und Lebenspartner mitversichert werden können.

steigende Beiträge mit zunehmendem Alter

Wenn man auf Grund seines Einkommens die Möglichkeit hat, sich privat zu versichern, werden die Beiträge nicht wie bei er gesetzlichen Krankenversicherung nach Höhe des Einkommens, sondern nach Alter, gewünschten Leistungen und Gesundheitszustand des  Versicherten berechnet.

Jedoch dürfen und können sich nicht alle privat versichern oder in die PKV wechseln. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt werden: nur Selbständige, Beamte, oder  Angestellte, die über der Beitragsbemessungsgrenze liegen können der PKV beitreten. Die aktuelle Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 54.900 Euro brutto jährlich.

Im Falle des Angestellten trägt der Arbeitgeber die Hälfte der Versicherungsprämie bis zum Höchstsatz (rund 300€) eines gesetzlich Versicherten.

Speziell gesunde junge Versicherte zahlen zu Beginn oft geringere Beiträge als in der GKV – bei deutlich mehr / besseren Leistungen.

Allerdings steigen mit zunehmendem Alter die Versicherungsprämien in der PKV, weil die Behandlung und die Gesundheitsversorgung des Versicherten immer teurer wird. Üblicherweise legt die private Krankenkasse aus den gezahlten Beiträgen Geld für die versicherten zurück, doch diese Altersrückstellungen werden genutzt, um den höheren Leistungsbedarf im hohen Alter zu decken und reichen dadurch nicht aus, die Beiträge auf gleichbleibend niedrigem Niveau zu halten. Somit steigen selbst in der Rentenphase die Beiträge in der PKV weiter. Im Idealfall legen die Versicherten in der PKV monatlich einen gewissen Betrag zur Seite, um im Alter für die Beitragsanpassung gewappnet zu sein.

bei der privaten Krankenversicherung langfristig rechnen

Bei Vergleich der PKV sollte jeder überlegen, ob er den für sich passenden Tarif auch langfristig zahlen kann. Speziell Existenzgründer oder Freiberufler sollten sich den Schritt und den Wechsle in die PKV gründlich überlegen. Ebenso können Vorerkrankungen oder Nachwuchs die Beiträge auf Dauer beeinflussen. Denn wenn man sich privat versichert, ist es relativ schwer, wieder in die GV zu wechseln. Ab einem Alter von 55 Jahren ist dieser Weg nahezu aussichtslos – selbst im Falle einer Arbeitslosigkeit.

Wenn die Entscheidung für den Wechsel in die private Krankenversicherung getroffen ist, geht es darum, den optimalen Tarif – mit einer individuellen Kombination von Leistungen für den besten Gesundheitsschutz – zu finden. Denn einen gesamtseitlichen Leistungskatalog wie in der gesetzlichen Krankenversicherung sucht man in der PKV vergebens. In der privaten Krankenversicherung werden die Einzelnen Leistungen nach einem Baukastenprinzip zusammengestellt.

Sollte der derzeitige Tarif zu teuer werden oder die Belastung für die Beiträge in der privaten Krankenversicherung wird zu hoch, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Versicherungsbeiträge zu reduzieren: sowohl ein Tarifwechsel innerhalb der Krankenkasse in einen günstigeren (evtl. sogar besseren) Tarif ist ebenso eine Lösung, wie die Wahl des  Standard- bzw. Basistarif. Dieser Tarif ist mit den Leistungen der GKV vergleichbar.

Was sind die Unterschiede zwischen Privater und Gesetzlicher Krankenversicherung

Ambulante Behandlung

Damit ist die Behandlung durch den Hausarzt oder einen Facharzt gemeint. Ein Arzt kann bei einem privat Versicherten unabhängig vom Leistungskatalog der GKV abrechnen. Das heißt also, das der behandelnde Arzt je nach Umfang seiner Behandlung eine Rechnung nach Gebührenordnung für Ärzte / Zahnärzte ausstellt. Damit bekommt ein Arzt für die Behandlung eines privat Versicherten in der Regel mehr Honorar – das ist auch einer der Gründe, weshalb Privatpatienten bevorzugt behandelt werden. Bei der GKV hingegen werden nur Kosten bei der Behandlung getragen, die im Leistungskatalog festgeschrieben sind.

Stationäre Behandlung

Gesetzlich Versicherte werden im Bedarfsfall in die nächste geeignete Klinik eingewiesen. In der PKV hat der Patient freie Wahl, was das Krankenhaus betrifft. Dabei spielt es keine Rolle, ob städtisches Krankenhaus oder Privatklinik – in der Regel erfolgt beim Privatpatienten die Behandlung im Einzel- oder Zweibettzimmer durch den Chefarzt oder wenn Spezialisten – je nach gewählten Tarif. Ebenso wie beim Hausarzt, wird auch im Krankenhaus nach Gebührenordnung abgerechnet. Das Resultat wurde oben bereits beschrieben.

Zahnarzt

Auch beim Zahnarzt kommt der gesetzliche Leistungskatalog wieder zum tragen. Auch bei mentalen Behandlungen werden von der GKV nur die Kosten übernommen, die im Leistungskatalog verankert sind. Besondere Behandlungen – wie z.B. Implantate oder höhenwertige Füllungen – musst er Patient selbst übernehmen. Selbst bei Füllungen zahlt die GKV nur Anteilig. Anders beim Versicherten in der PKV: je nach Tarif übernimmt die Versicherung bis zu 100% der Kosten – egal ob Zahnersatz, Zahnsteinentfernung oder professionelle Zahnreinigung

Krankengeld

Das Krankentagegeld dient dazu, den Verdienstausfall während einer Krankheit abzusichern. Es obliegt dem versicherten selbst, die Höhe und Dauer der Zahlung des Krankentagegeld in seinem Tarif festzulegen. Denn anders als in der Gesetzlichen Krankenkasse erhalten Selbstständige oder Angestellte sonst kein Krankengeld. In einigen Fällen inkludiert das Krankentagegeld eine Auslandskrankenversicherung, da der Schutz in diesen Fällen weltweit gewährleistet ist.

Vorkasse

Das Abrechnungsmodell der Ärzte führt dazu, dass der Patient der PKV in der Regel die Rechnung des Arztes erst einmal selbst bezahlen muss und damit gegenüber der PKV in Vorlasse geht. Diese Rechnung ist im Normalfall bei der Krankenkasse einzureichen und wird, je nach Tarif und Leistungsumfang, diese Rechnung dann erstattet. Im Falle des Krankenhausaufenthaltes wird dieser aber – vergleichbar mit der GKV – mittel Chipkarte abgerechnet. Die Kosten für die Chefarztbehandlung trägt der Versicherte der PKV trotzdem allein und bekommt auch in diesem Fall eine Rechnung vom Arzt.

Selbstbeteiligung

Ein Selbstbeteiligung kann ich lohnen, wenn man die zu zahlende Versicherungsprämie etwas minimieren möchte. In diesem Fall gibt es eine im Vorfeld vereinbarte Summe, welche der versicherte entsprechet aus eigene Tasche zahlt, ohne die Kosten bei der PKV geltend zu machen. Der Nachteil ist allerdings, dass eine Senkung der vereinbarten Selbstbelt meist eine neue Gesundheitsprüfung vorsieht und die Regelung meist für 3 Jahre festgelegt wird. Je nach Vertrag bekommt der Versicherte also einen Teil seiner Beiträge zurücküberwiesen, wenn er keine Rechnungen einreicht. Dadurch zahlen viele Versicherte kleine Rechnungen letztendlich lieber selbst, oder gehen weniger bzw. seltener zum Arzt, um von der Beitragsrückerstattung zu profitieren.

Ich hoffe, dass ich damit die Vor- und Nachteile der PKV etwas transparenter darstellen konnte. Ich bin mir nicht sicher, was ich tun würde… Das bessere Leistungsangebot und individuelle Tarife sprechen dafür – die Beitragsentwicklung bis ins hohe Alter dagegen. Wie sehr ihr das? Wer von euch ist privat versichert & hat eigene Erfahrungen gemacht?

Blog-Beiträge zum Thema mit weiteren Informationen:

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