Ist der internationale Geldtransfer ein zukünftiges Geschäftsmodell?

Online-Banking wird immer beliebter: Rund drei Viertel aller Deutschen nutzen das Internet unter anderem auch, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Abgesehen von der Bequemlichkeit für den Nutzer spart das digitale Banking auch den Kreditinstituten Kosten. Häufig wird diese Ersparnis an die Kunden weitergegeben, bei Auslandsüberweisungen ist dies allerdings nicht der Fall.


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Wer bereits selbst Geldtransaktionen außerhalb der Europäischen Union getätigt hat, wird diese Problematik kennen. Was gibt es für Alternativen?

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Gründe für Geldtransaktionen ins Ausland gibt es viele:

Die Globalisierung verstärkt den internationalen Handel, der Auslandsaufenthalt von Studierenden wird mehr und mehr zur Normalität und selbst Urlauber kann es treffen. Außerhalb der EU sind EC-Karten, die heute üblicherweise als „V-Pay“-Karten ausgegeben werden, nicht mehr verwendbar. Wer eine Kreditkarte verliert oder wegen Missbrauchs sperren muss, hat damit Schwierigkeiten, die notwendigen Zahlungen zu leisten – und ist auf schnelle Hilfe aus der fernen Heimat angewiesen. In einem solchen Notfall mögen die hohen Bankgebühren verschmerzbar sein, bei regulären Transaktionen sind sie ein Ärgernis. Aktuellen Studien zufolge betragen die Gebühren bei weltweiten Geldtransaktionen durchschnittlich immerhin 8 Prozent des eigentlichen Überweisungsbetrags. Hinzu kommt der Verlust durch einen ungünstigen Wechselkurs: Die Banken sind stets darum bemüht, auch hier im Vorteil zu sein. Bei einer Auslandsüberweisung muss eine Bearbeitungsdauer von einigen Tagen einkalkuliert werden, was in der beschriebenen Notsituation praxisfern erscheint.

Geld versenden per App

Bei der Versendung von Geld wegen eines Kreditkarten-Verlustes kommt neben der Dringlichkeit noch das Problem hinzu, dass im jeweiligen Urlaubsland kein Konto vorhanden ist und eine Barauszahlung notwendig wird. Diesen Service bieten allerdings nur wenige Banken an. Aufgrund steigender Zahlen von Arbeitsmigranten dürfte dieses Thema aber weiterhin an Bedeutung gewinnen, die aktuellen Fluchtbewegungen werden zusätzlich für einen wachsenden Bedarf sorgen. Unternehmen wie Azimo bieten jetzt ein neues Geschäftsmodell an: Online oder per Mobile App können hier Verfügungen ins Ausland getätigt werden. Neben der einfachen und schnellen Abwicklung überzeugt dieses Konzept vor allem durch geringere Kosten, die zudem als Pauschale anfallen und damit größere Beträge geringer belasten.

Weitere Alternativen

Für die Übermittlung von Bargeld gibt es noch weitere Möglichkeiten, die auch davon abhängen, ob man sich innerhalb der EU befindet oder nicht. Das Geld persönlich vorbeizubringen scheidet wegen des hohen Aufwandes, der Kosten und der Dauer aus. Auch die Methode, Geld per Wertbrief mit der Post zu schicken, erscheint kaum ratsam. Während Briefe innerhalb der EU zuverlässig den Empfänger erreichen, kann sich darauf im außereuropäischen Ausland nicht verlassen werden. Weiterhin sprechen Laufzeiten und Sicherheitsaspekte gegen den Geldversand im Umschlag. Das Thema wird also interessant bleiben-  Auch künftig dürfte damit zu rechnen sein, dass innovative Unternehmen sich dem Thema widmen – und die Welt auch hier enger zusammen rückt.

Autor: Maik Hoffmann

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