Höhere Zinsen im Ausland mit einem Tagesgeldkonto nutzen

Während in Deutschland die Zinsen fast abgeschafft sind, gibt es sie im Ausland dagegen noch. Kein Wunder, dass immer mehr Anleger ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto im Ausland nutzen. Doch dabei sollten Anleger nicht nur auf die Zinsen achten, sondern auch die etwaigen Risiken im Blick behalten.

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Noch weniger fürs Tagesgeld in Deutschland

Das Jahr 2016 ist für Anleger mit Tagesgeldkonten in Deutschland ein unerfreuliches Jahr – denn mit der jüngsten EZB-Entscheidung sanken die Zinsen gegen null. Zwar ist eine weitere Zinssenkung derzeit nicht im Gespräch, doch trotzdem bleibt kaum noch etwas nach Steuerabzug für die Anleger über. Wen wundert es da, wenn immer mehr Sparer auch auf die Zinssätze ausländischer Banken schielen, die auch in Deutschland um Kunden werben. An der Spitze der aktuellen Online-Zinsvergleiche tauchen ausschließlich ausländische Namen auf, darunter auch der niederländische Online-Anbieter MoneYou.

Wie sicher sind ausländische Banken?

Generell lassen sich ausländische Kreditinstitute in drei Gruppen einteilen:

  1. Banken aus EU-Nachbarländern innerhalb der Eurozone – diese unterliegen dem Sicherungssystem des jeweiligen Landes.
  2. Banken außerhalb der EU, die allerdings ihr Bankgeschäft in Europa über eigene Tochtergesellschaften betreiben – auch sie fallen unter die EU-Einlagensicherung, die über das jeweilige Land der Tochtergesellschaft gewährleistet ist.
  3. Banken, die zwar zur EU gehören, aber nicht zur Eurozone – hier können Privatanleger aus Deutschland nicht direkt investieren, sondern müssen über einen Vermittler gehen. In diesen Ländern kann es zu Bankenkrisen kommen, bei denen nur unter Umständen die EU einspringt. Außerdem kann es im Falle einer Insolvenz zu einem Währungsrisiko kommen.

Tipps für Geldanlagen im Ausland

private Banking

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Experten empfehlen, sich bei einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto auch immer das jeweilige Land anzugucken, in dem das Kreditinstitut liegt. Nicht nur die Bank selbst ist wichtig, sondern auch das Rating. Vor allem die Einlagensicherung des jeweiligen Landes sollte näher unter die Lupe genommen werden. Erst wenn diese Daten bekannt sind, kann der Sparer seine Entscheidung treffen. Ein guter Vergleichsmaßstab ist die EU-Einlagensicherung.

Die Verbraucherzentralen stehen Tages- und Festgeldkonten in Ländern außerhalb der EU bzw. in Ländern, die nicht der EU-Einlagensicherung unterliegen, kritisch gegenüber. Schließlich unterscheiden sich die Sicherheitsmechanismen stark von Land zu Land. Im Grunde handelt es sich bei einer Einlagensicherung um eine Garantie von Anbietern, die nicht staatlich, sondern privat sind. Die Höhe dieser Garantie ist oftmals nicht mit entsprechenden Sicherheiten gewährleistet, die hinterlegt sind. Im Fall einer Pleite müsste der Staat mit seinen Steuergeldern einspringen. Das zieht nach sich, dass das Land, in der die Bank ihren Sitz hat, finanzkräftig sein muss. Alleine der politische Wille eines Landes, die Einlagen bis zu einer gewissen Höhe zu garantieren, reicht hier oft nicht. Schließlich unterscheidet sich die Finanzkraft der Staaten selbst in der EU enorm. Und ob der politische Wille tatsächlich da ist, um auch ausländische Anleger zu entschädigen, zeigt sich meistens erst, wenn die Krise bereits eingetreten ist.

Autor: Felix Bruhn

2 Kommentare
  1. Lara
    Lara sagte:

    In Deutschland kann man das Tagesgeldkonto ja schon fast mit dem Sparbuch gleichsetzen – bei den beiden gibt es so gut wie keine Zinsen.

    • Elmar
      Elmar sagte:

      Hallo,

      bedauerlicherweise ist dem so. Allerdings kann ich bessere Zinsen erzielen, wenn ich ein Konto im Ausland eröffne (auf die Einlagensicherung achten), oder die Angebote am Markt vergleiche. Auch hier lassen sich oft attraktive Aktionen finden, bei denen Zinsen über 1% möglich sind.
      Dennoch ist die Ausbeute damit natürlich alles andere als lukrativ…

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