Geld anlegen und sparen für Kinder

Beim sparen für Kinder wird meist kostbare Zeit verschenkt, da die meisten sich erst mit diesem Thema beschäftigen, wenn bereits erste Gelder im Kouvert oder Sparschwein gesammt wurden, oder die ersten Jahre vergangen sind und man plötzlcih beginnt, über dieses Thema nachzudenken. Allerings kann das sparen für Kinder auch frühzeitig beginnen und bereits nach der Geburt ein ensprechendes Konto mit regelmäßigen Einzahlungen eingerichet werden.

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Für mich/uns wurde diese Thema interessant, als unsere Tochter zur Welt kam. Seit dem ist schon eine Weile vergangen – die Gedanken, wie man am besten für das Kind vorsorgt, spart oder Geld anlegt bleiben trotzdem bestehen. Ich habe mich irgendwann mal hingesetzt und versucht, mir einen Überblick zu verschaffen und habe damals viel gelesen und recherchiert. Die Informationen, die ich gesammelt habe, möchte ich hier einfach runterschreiben, um Eltern etwas Unterstützung für die passende Geldanlage für ihr Kind zu bieten.

Im optimalen Fall sollte man so früh wie möglich mit dem sparen für Kinder beginnen. Jedoch ist das meist leichter gesagt, als getan: schließlich gibt es meist nur noch einen Verdiener und die Ausgaben, die man mit Kind plötzlich hat, sind enorm. Trotzdem sollte man versuchen, monatlich einen möglichst gleichbleibenden Betrag zu sparen. Zins und Zinseszins werden im Laufe der Zeit ihre volle Wirkung entfalten und gewaltig zur Performance beitragen.

Der Grund für den möglichst frühen Start für das sparen für Kinder ist einfach: während im Kindesalter die Wünsche der Kleinen noch überschaubar sind, werden die notwendigen Ausgaben mit zunehmendem Alter des Kindes immer größer. Da steht mal ein Schüleraustausch oder Auslandssemester an, der Führerschein muss gemacht werden, ein Auto möchte gekauft werden oder das Studium muss finanziert werden. Um dies nicht aus laufenden Einnahmen oder dem eigenen Ersparten zahlen zu müssen (was wohl in den wenigsten Fällen einfach so gehen würde), ist es von Vorteil möglichst früh mit dem sparen für´s Kind zu beginnen.

Außerdem macht es sicher Sinn, die passende Geldanlage für den Nachwuchs auf die jeweiligen Bedürfnisse des einzelnen abzustimmen. Wie bei der eigenen Geldanlage auch:

Wir haben für unsere Tochter zum Beispiel ein Tagesgeldkonto, um kleinere Anschaffungen zu zahlen. Auf dieses Konto wandern auch kleinen Beträge, welche z.B. die Großeltern zum Geburtstag zusteuern.

Außerdem gibt es ein Festgeldkonto, welches eine gewisse Summe für spätere / etwas größere Ausgaben vorsieht. Ist der Kontostand des Tagesgeldkonto für unser Ermessen zu hoch, überweisen wir auf das besser verzinste Festgeldkonto.

Dazu kommt ein Depot, in dem mittels Sparplan monatlich ETF´s gekauft werden. Das Depot stellt die eigentliche Geldanlage dar und soll zum 18. Geburtstag über ausreichend Mittel für Führerschein, Auto und Ausbildung verfügen. Tagesgeld und Festgeld sind zu diesem Zeitpunkt „on top“. Soweit zu meinem/unserem persönlichen Vorgehen.

sparen für Kinder und den Umgang mit Geld in frühen Jahren lernen

Sparen für Kinder kann im Prinzip jeder. In den meisten Fällen sind es wohl die Eltern selbt oder Großeltern. Jedoch ist es hilfreich, den Kindern den Umgag mit Geld und das Verständnis für Finanzen früh näher zu bringen, dass die mühevoll über Jahre angehäuften Ersparnisse nicht sofort nach dem Zugriff auf das Konto vom Nachwuchs sinnlos verprasst werden.

Geld sparen für Kinder - frühzeitig mit dem sparen für Kinder anfangen und bei langen Zeiträumen renditestarke Produkte wählen

Beispielsweise kann man für beim sparen für Kinder schon in jungen Jahren ein Girokonto oder ein Taschengeldkonto eröffnen. Bei noch kleineren Sparern bietet das gute alte Sparschwein eine einfache Möglichkeit die Kleinen an das Thema heranzuführen. Gleiches gilt für das Taschengeld. Hier wird sofort gelernt, was es heißt, eigenes Geld zu besitzen und selbiges auszugeben.

Kinder nennen in Deutschland mehrere Milliarden Euro ihr Eigen – Tendenz steigend. Eltern, Großeltern, Paten, Onkel oder Tanten sparen für die Kleinen und sichern damit die Vorsorge für Ausbildung, Schule, Beruf und Karriere sowie für das erste Auto und den Start ins kommende Berufsleben.

In vielen Fällen lässt sich durch das sparen für Kinder auch noch die Steuerlast senken und Steuern sparen. Denn bei Kinderkonten kann der Freistellungsauftrag des Kindes genutzt werden. Damit sind Zinsen / Dividenden bis zu 801€ steuerfrei.

Wichtig ist jedoch, vor der Anlage einige Fragen für sich zu beantworten:

  • Wie lange soll gespart werden?
  • Wann soll das angelegte Geld verfügbar sein?
  • Geht es um regelmäßiges sparen oder um eine Einmalanlage?
  • Wie hoch ist die Risikobereitschaft?

Sparbuch

Das Sparbuch gehört wohl zu den bekanntesten Geldanlagen und ist für einige noch immer die Erste Wahl. Lange galt das Sparbuch als die beste Möglichkeit, Geld zu sparen – ganz unabhängig ob zum sparen für Kinder, oder für sich selbst. Jeder hatte ein Sparbuch. In der heutigen Zeit ist diesen Produkt – auf Grund der niedrigen Verzinsung nicht mehr die beste Wahl. Die Zinsen, welche heute für ein Sparbuch gezahlt werden, bewegen sich meist deutlich unter Inflationsniveau und führen damit faktisch zum Kaufkraftverlust statt zu Erträgen.

Aus diesen Grund sollte abgewogen werden, ob das Spruch noch zeitgemäß ist. Ein Tagesgeldkonto oder ein Festgeldkonto bieten gleiche Sicherheiten zu deutlich besseren Konditionen.

Kinder-Sparplan

Beim Kinder-Sparplan handelt es sich um eine Art Festgeld. Es wird eine bestimmte Laufzeit (z.B. 10 Jahre) festgelegt, in der für das Kind gespart werden soll. Dei Höhe der monatlichen Einzahlungen können frei bestimmt und jederzeit geändert werden. Da diese Art des Sparens so variabel ist, wird auch von einem flexiblen Vorsorge-Plan gesprochen.

Prominenter Anbieter ist hier Cosmos direct. Zu den Vorteilen gehört die schnelle Verfügbarkeit des Geldes, die kurzen Kündigungsfristen sowie die flexible Anpassung der Sparraten.

Wie auch beim Festgeld richtet sich die Verzinsung nein Sparplan nach dem Leitzins der Notenbank. Außerdem ist die Laufzeit ein entscheidender Punkt. Je nach Produkt gibt es garantierte Zinsen oder Zinsstaffeln, welche – je nach Anlagehorizont – mit den Jahren ansteigen.

Ein Nachteil liegt häufig an der Inhaberschaft. Denn diese läuft meist nicht auf den Namen des Kindes. Damit sind beispielsweise die Eltern oder die sparenden Verwandten des Kindes die Vertragsinhaber. Demnach sind Steuervorteile durch Freistellungsaufträge des Kindes nicht nutzbar.

Ein anderes Problem ist eine zu gute Wertentwicklung bzw. Verzinsung: durch die fehlende Inhaberschaft des Kindes kann der Sparplaninhaber das angesparte Geld jederzeit als sein Vermögen betrachten und entsprechend verwenden. Das Kind geht im schlimmsten Fall leer aus. Bei der ING-DiBa gibt es allerdings Sparpläne mit Inhaberschaft auf den Namen des Kindes.

Bausparvertrag

Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist ein Bausparvertrag nicht nur für den Bau der eigenen vier Wände vorgesehen, sondern man kann einen Bausparer auf vielfältige Weise nutzen, um einen Grundstein zur langfristigen Geldanlage zu schaffen. Nicht nur die attraktiven Verzinsung macht das bausparen interessant. Es kommen auch weitere interessante Aspekte hinzu. Das wären z.B. mögliche Sondereinzahlungen, die Möglichkeit den Bausparvertrag ruhen zu lassen oder ihn auf jemanden anders zu überschreiben. Außerdem besteht die Möglichkeit, ab dem 16. Lebensjahr des Kindes staatliche Förderungen zu erhalten. Solange die Voraussetzungen für die Förderungen erfüllt sind, sind selbige unabhängig vom Einkommen.

Ein Bausparvertrag besteht aus zwei Teilen. Zum ersten wird Geld angespart (welches natürlich auch verzinst wird), zum zweiten ermöglicht der Bausparvertrag später zu einem festgeschriebenen Zinssatz ein Darlehen aufzunehmen. Auf aktuellem Zinsniveau ist das sparen derzeit nicht sonderlich attraktiv. Aber eben diese heutigen niedrigen Zinsen werden auch für das Darlehen festgeschrieben. Wird nun in 15 Jahren Geld benötigt, sind die Zinsen am Kreditmarkt sicherlich wieder angestiegen. Das Darlehen im Bausparer allerdings ist nach wie vor mit den gesicherten Zinsen zurückzuzahlen.

Genossenschaftsanteile

Eine weitere Möglichkeut beim sparen für Kinder sind Genossenschaftsanteile. Derzeit gibt es 48 deutsche Wohnungsgenossenschaften, welche ihre Mitglieder nicht nur mit Wohnungen aus der Region versorgen, sondern auch Sparangebote für Ihre Mitglieder offerieren. Bei den Angeboten ist es allerdings unerlässlich, Mitglied in der Genossenschaft zu werden und Genossenschaftsanteile zu kaufen.

Manchmal ist eine geringe Aufnahmegebühr für den Beitritt zur Genossenschaft fällig – das ist jedoch nicht die schlechteste Lösung: bei vielen Genossenschaften gibt es für die Anteilsscheine eine jährliche Dividende. Und – steigt ein Sparer wieder aus der Genossenschaft aus, gibt es das Geld für die gehaltenen Anteile bei Verkauf zurück.

Das Angebot ist stark von der einzelnen Genossenschaft und Region abhängig. Sowohl Mindesteinlage, als auch Zins und Laufzeit verlieren je nach Genossenschaft. Dazu ist es ratsam, sich regional nach entsprechenden Angeboten zu erkundigen.

Seit Gründung des Selbsthilfefonds des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen 1974 hat es bisher noch keine Pleite einer Genossenschaft gegeben. Daher ist die Sorge, dass im Fall einer insolventen Genossenschaft die Ersparnisse des Kindes weg sind, sicherlich gerechtfertigt, aber faktisch unbegründet.

Girokonto für Kinder

Ein Girokonto ist für die meisten selbstverständlich und jeder hat eins. Bei Kindern sieht das ganz anders aus. Obwohl viele Banken inzwischen ein Girokonto für Kinder anbieten, ist ein Girokonto für den Sprössling ehr ungewöhnlich. Jedoch macht es ab einem gewissen Alter durchaus Sinn, dem Nachwuchs ein eigenes Konto zu Verfügung zu stellen. Mit EC-Karte natürlich – diese gehört – wie bei den Eltern auch – zum Konto natürlich dazu. Diese Karten sind guthabengeführt und erlauben es dem Kind, beim einkaufen eigene Zahlungen zu tätigen, Geld abzuheben oder gar Überweisungen auszuführen.

Mit einem Girokonto für Kinder wird frühzeitig der Umgang mit Geld vermittelt und das Kind lernt, besser mit Geld umzugehen.

Tagesgeld für Kinder

Zu den größten Vorteilen des Tagesgeldkonto gehört zweifelsfrei die tägliche Verfügbarkeit. Damit kann jederzeit auf das Geld zugegriffen werden und auch entsprechend beliebig viel Geld ein- und ausgezahlt werden.

Auf der Seite zum Tagesgeld stehen weitere Informationen zu Tagesgeld, sowie ein Vergleichsrechner zur Verfügung. Damit lässt sich schnell ein Überblick über unterschiedliche Anbieter und jeweilige Konditionen und Höhe der Zinsen verschaffen.

Selbst mit einem Tagesgeldkonto ist man in der Lage, mittels Dauerauftrag einen eigenen Sparplan einzurichten. Um die Inhaberschaft zu gewährleisten und Steuervorteile durch den Freibetrag des Kindes voll auszuschöpfen, ist es lohnenswert, ein Tagesgeld auf den Namen des Kindes zu eröffnen. Nicht jede Bank bietet ein solches Kindertagesgeld an. Aber beispielsweise eröffnet die niederländische RABO-direkt nach Vorlage einer Geburtsurkunde des Kindes ein entsprechendes Tagesgeldkonto auf den Namen des Sprösslings.

Festgeldkonto für Kinder

Eine sichere Anlageform ist das Festgeld. Je nach Anlagezeitraum variieren die Zinsen. Je länger dieser ist, desto höher fallen die Zinsen aus. Allerdings kann während der im Vorfeld festgelegten Laufzeit nicht auf das Geld zugegriffen werden. Hier sollte als bereits vor Geldanlage feststehen, wie lange die angelegte Summe nicht benötigt wird.

Auf der Seite zum Festgeld lassen sich die Konditionen verschiedener Anbieter leicht vergleichen und weitere Informationen zu dieser Geldanlage finden.

Beim sparen für Kinder ist bei vielen Festgeldkonten ist allerdings zu beachten, das diese nicht alle auf den Namen des Kindes eröffnet werden können. Demnach kann auch nicht der Freibetrag des Kindes verwandt werden. Allerdings lassen sich diese Konten sehr leicht nach Volljährigkeit auf das Kind überschreiben.

Bei den Anbietern, welche ein Kinder-Festgeld offerieren, ist die Vorlage der Geburtsurkunde nötig und das Einverständnis der Erziehungsberechtigten erforderlich.

Bei Vergleich der Festgeldkonten fällt auf, dass es ab einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren nur noch wenige Unterschiede bei der Höhe der Zinsen gibt. Daher sollte der Anlagezeitraum gut überlegt sein. Es spricht nichts dagegen, den derzeit optimalen Anlagezeitraum zu wählen, um dann kurz vor Ablauf einen neuen Festgeld-Vergleich durchzuführen und zum Anbieter mit den attraktivsten Konditionen zu wechseln.

regionale Banken / Sparkassen

Nicht nur Onlinebanken warten mit attraktiven Angeboten auf. Besonders regionale Banken und Sparkassen kämpfen mit guten Konditionen und speziellen Angeboten um neue Kunden und dauerhafte Kundenbeziehungen. Das Angebot reicht von speziellen Bonusheften, über flexible Sonderzahlungen, höheren Zinsen oder extra Gutschriften bis hin zu Prämien oder Zuschüssen durch die Bank oder Sparkasse.

Jedoch hat der Service vor Ort seinen Preis: während die Konten in den ersten Lebensjahren noch kostenlos sind, fallen meist ab einem gewissen Alter des Kindes Gebühren für das Konto an.

Banksparplan für Kinder

Die Sicherheit steht bei der Geldanlage für Kind oder Enkel meist im Vordergrund. Das Naheliegende für konservative Anleger ist meistens ein Banksparplan, welcher schon mit kleinen Beträgen – z.B. 10 Euro im Monat – bespart werden kann. Die Verzinsung ist variabel und derzeit auch noch extrem niedrig. Eine wirklich gute Alternative sind aktuell Tagesgeld oder Festgeldkonten. Je nach Fall und Anlagedauer (nur bei Festgeld) ist das Geld hier wieder verfügbar, wenn die Zinsen steigen und derartige Anlageformen attraktiver machen.

Depot und Wertpapiere

Wer frühzeitig mit dem sparen fürs Kind beginnt und nicht nur auf Tagesgeld oder Sparschwein setzten möchte, um ein chancenreiches Investment zu tätigen, wird beim psaren für Kinder kaum um die Eröffnung eines Depot herumkommen.

Nicht wenige Banken haben den Trend erkannt und bieten inzwischen Depots und passende Wertpapiersparpläne für Kinder an. Dazu zählen beispielsweise die comdirect, DKB oder Consors. Legitimation der Eltern und Vorlage der Geburtsurkunde vorausgesetzt.

Allerdings sollten sich die Eltern mit dieser Form der Geldanlage auskennen. Denn es macht wirklich keinen Sinn, das Geld für den Vermögensaufbau und die Zukunftssicherung des Sprösslings zu verzocken!

Fonds / Aktien

Nach der Depoteröffnung kann es nun an die eigentliche Anlage gehen. Wichtig ist jedoch, einen ausreichenden Anlagehorizont (meist ist hier die Rede von mindestens 10 Jahren) zu haben, um eventuelle Kursschwankungen in Ruhe aussitzen zu können. Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass unabhängig davon, wie groß die Auf und Abwärtsbewegungen auch waren, die Börse sich über einen langfristigen Zeitraum betrachtet, immer positiv entwickelt hat.

Außerdem sollten die Eltern Erfahrungen beim Kauf von Wertpapieren mitbringen, um sich bei der Geldanlage für den Nachwuchs nicht gänzlich auf neues Gebiet zu begeben.

Je nach Anlagesumme und Intervall der Zahlung reicht das Portfolio von Einzelaktien über Anleihen bis zu Fonds. Während bei einer Einmalanlage eine ausreichend Diversifikation beachtet werden sollte, kann mittels Sparplan eine Position eines Fonds beispielsweise nach und nach aufgebaut werden.

Wie beim elterlichen Depot sollte auch hier auf die Kosten geachtet werden. Welche Titel sind Sparplanfähig, was kostet die Einzel-Order oder die Sparplanausführung und mit welchen Kosten ist die Depotführung verbunden?

ETF

Im Gegensatz zu Einzelaktien oder Fonds sind ETF Anlageprodukte, welche einen zu Grunde liegenden Index (z.B. DAX oder MSCI World) passiv nachbilden. Damit entfällt eine Managementgebühr oder Klumpenrisiko bei Einzeltiteln und unzureichender Streuung. Da diese Produkte an den Börsen gehandelt werden, unterliegen sie täglichen Kursschwankungen und können sowohl deutliche Gewinne, als auch herbe Verluste erzielen. Je nach Anlagehorizont kann eine Anlage in ETF durchaus Sinn machen. Es kommt ganz darauf an, wann mit dem sparen begonnen wird: sind es bis zu Volljährigkeit und dem damit verbundenen Übergang der Geldanlage an das Kind noch mehr als 10 Jahre Zeit, kann es sich durchaus lohnen, beim langfristigen sparen für Kinder eine chancenreiche Geldanlage zu wählen, um mehr Rendite zu erwirtschaften.

Dabei gibt es sowohl die Möglichkeit der Einmalanlage, als auch die Option einen Sparplan einzurichten und diesem monatlich oder vierteljährlich zu besparen. Bei den meisten Banken sind Depot und diese Sparpläne kostengünstig oder gar kostenfrei in der Orderausführung und das bereits bei monatlichen Investments ab 25 Euro.

Ausbildungsversicherung für Kinder

Ausbildungsversicherungen sind selten eine gute Wahl. In den meisten Fällen handelt es sich um kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherungen – häufig Fonds basiert – mit viel zu hohen Kosten. Das ist der Grund, weshalb auch Unfallversicherungen mit inkludierten Sparplänen ungeeignet sind.

Oft sind schon die Abschlusskosten so hoch, dass sie mehrere Prozent der Rendite fressen. Dazu kommen Verwaltungskosten, welche vom eigentlichen Sparbetrag abgezogen werden. Bei fondsgebundenen Produkten kommen zu dem auch noch die Kosten des Fondsmanagement hinzu. Es macht in diesem Fall kaum Sinn, Geldanlage und Risikovorsorge zu koppeln. Die Verträge sind meistens nur schwer zu kündigen und wenn dann nur mit höheren Kosten bei vorzeitiger Auflösung verbunden. Zudem ist die Flexibilität enorm eingeschränkt. Daher kommt eine Ausbildungsversicherung nur für Eltern in Frage, bei denen die Flexibilität keine Rolle spielt.

Sparschwein

Wer kennt das nicht aus eigenen Kindertagen: das klimpern der Geldmünzen, das rascheln der Scheine beim schütteln des Sparschweins oder der neugierige Blick durch den Einwurf-Schlitz? Das „schlachten“ des Sparschwein und die Erfüllung eines langen Traumes. Das sind die Dinge, die das Sparschwein im Gegensatz zur virtuellen Geldanlage auf einem Konto deutlich interessanter für Kinder machen. Bei sparen mit dem Sparschwein stehen einfach Freude und Stolz über die gesammelten Beträge im Vordergrund.

Jedoch ist das Sparschwein ohne jeglichen Zinsgewinn – dafür umso besser geeignet, um die ersten „Schritte“ mit eigenem ersparten zu machen. Nicht selten wir das Sparschwein genutzt, um geschenktes Geld oder sogar einen Teil vom Taschengeld zu sparen. Das schult den Umgang mit Geld auf eine einfache und spielerische Art.

Taschengeld

Um einem Kind den Umgang mit Geld näher zu bringen, ist das Taschengeld – auch schon in jungen Jahren – eine hervorragende Möglichkeit. Schnell lernen die Kleinen, mit dem Geld umzugehen und etwas zu sparen, um sich davon eine „größere“ Anschaffung wie z.B. ein Spielzeug zu kaufen. Damit wird gut veranschaulicht, dass der Verzicht auf schnellen Konsum später doch mehr Freude bringt.

Bei der Zahlung des Taschengeld sollten die Eltern sowohl beim Intervall (lieber wöchentlich als monatlich) und auch bei der Höhe des Taschengeld ein vernünftiges Maß – entsprechend dem Alter des Kindes – finden.

Nachfolgende Tabelle soll zur Orientierung dienen und ein wenig Hilfestellung bei der richtigen Höhe des Taschengeldes liefern.

(Die folgenden Daten sind nicht repräsentativ und wurden auf Basis einer Umfrage von taschengeld-infos.de ermittelt.)

  • Alter der Kinder
  • 5 Jahre
  • 6 Jahre
  • 7 Jahre
  • 8 Jahre
  • 9 Jahre
  • 10 Jahre
  • 12 Jahre
  • 14 Jahre
  • 16 Jahre
  • 18 Jahre
  • Höhe pro Monat
  • 5,00 Euro
  • 6,50 Euro
  • 8,00 Euro
  • 8,50 Euro
  • 9,00 Euro
  • 11,00 Euro
  • 20,00 Euro
  • 27,00 Euro
  • 35,00 Euro
  • 54,00 Euro
  • Höhe pro Woche
  • 1,25 Euro
  • 1,65 Euro
  • 2,00 Euro
  • 2,15 Euro
  • 2,25 Euro
  • 2,75 Euro
  • 5,00 Euro
  • 6,75 Euro
  • 8,75 Euro
  • 13,50 Euro

noch Schulden?

Bevor es an den Vermögensaufbau für die Kleinen geht, sollte jeder zuerst seine eigenen Finanzen prüfen. Sind noch bestehende Finanzierungen zu bedienen, um z.B. einen Hauskredit oder das Auto zu zahlen, oder stehen größere Ausgaben an? In diesem Fall sollte der eigene Schuldenabbau im Vordergrund stehen und nicht aus den Augen verloren werden. Trotz der aktuellen Niedrigzinsphase kostet ein Kredit meist mehr, als eine risikoarme Geldanlage Erträge abwirft – bei Altkrediten ist das mit Sicherheit der Fall.

Kurzum: einerseits selbst Schulden haben und andererseits Geld für das Kind sparen ist wirtschaftlich nicht sehr klug. Die zu zahlenden Zinsen für den Kredit sind in aller Regel höher, als die Rendite. In diesem Fall würde also Geld gespart, das man sich eigentlich selbst von einer Bank geliehen hat. Man zahlt für das geliehene Geld und bekommt bei der Geldanlage wiederum weniger Zinsen dafür. Daher sollte der eigene Schuldenabbau im Vordergrund stehen, um dann zwar etwas später mit dem sparen für das Kind zu beginnen – dafür aber eventuell mit höheren Beträgen.

Dennoch ist der Vermögensaufbau für Kinder sinnvoll und auch erforderlich. Die monatlichen Sparraten sollten den eignen finanziellen Spielraum nicht zu sehr einschränken. Denn sonst besteht die Gefahr, dass die geplante regelmäßigen Zahlung schnell versiegt, da das Geld für die Familie vorn und hinten nicht reicht.

Steuervorteile nutzen

Wenn für den Nachwuchs Geld angelegt wird, lässt sich die Steuerlast der Familie ganz legal verringern: jedem Kind stehen bei der Einkommensteuer Freibeträge zu. Allerdings ist die Voraussetzung, dass die entsprechenden Sparbücher, Konten oder Wertpapier-Depots auf den Namen des Kindes geführt werden.

Mit dieser Inhaberschaft der Konten auf den Namen des Kindes sind – wie bei Erwachsenen ledigen – Zinserträge bis 801 Euro von der Abgeltungssteuer befreit.

Wenn Elstern ihrem Kind innerhalb von 10 Jahren mehr als 400.000 Euro überlassen ist jedoch Schenkungssteuer fällig.

Achtung: Wenn das Kinderkonto nur als Steuersparmodell der Eltern mit ihrem Vermögen dient, wird das Finanzamt das Vermögen der Kinderkonten den Eltern anrechnen. Demnach sollte der Vermögensübergang an die Kinder für das Finanzamt glaubwürdig dargestellt werden.

andere Bausteine der Vorsorge

So wichtig es ist, schon möglichst früh für das Kind vorzusorgen, sollten andere Bausteine der Vorsorge und Absicherung nicht außer Acht gelassen werden. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versicherung des Kindes gegen Unfall und Invalidität und dergleichen. Eine Haftpflichtversicherung und sich eine Absicherung gegen finanzielle Risiken bei Tod eines Elternteil sind wichtige Bausteine der Vorsorge. Erst danach sollte begonnen werden, über Geldanlagen für den Nachwuchs nachzudenken.

Bürokratie

Sowohl für Paten, Großeltern oder Tante und Onkel gibt es einiges bei der Eröffnung eines Kinderkontos zu beachten: erst einmal müssen die Eltern die Geburtsurkunde für das Kind zur Verfügung stellen. Ohne diese wird keine Bank eine Konto für ein Kind eröffnen. Außerdem ist die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter des Kindes (Eltern) nötig, da das Kind noch nicht geschäftsfähig ist.

Ist geplant, das gesparte Geld später einem bestimmten Verwendungszweck zuzuführen, ist es empfehlenswert eine Verfügungs- oder Widerrufsklausel in den Vertrag zu integrieren.

sparen für Kinder – Fazit

Abschließend bleibt für jeden individuell zu klären, welche Art des sparen für das Kind die geeignete ist. Allerdings hat gerade bei der Geldanlage für Kinder, welche in frühen Jahren startet, sparen in erster Linie nichts mit Zinsen zu tun. Wichtiger ist zunächst, überhaupt anzufangen und monatlich einen bestimmten Betrag zum sparen anzulegen.

Außerdem sollte je nach Verwendung der Geldanlage auf die passende Flexibilität geachtet werden. Ein tägliche Verfügbarkeit ist nicht nötig, wenn das Kind sein 1. Lebensjahr vollendet hat und vom gesparten Geld später der Führerschein bezahlt werden soll. Allerdings sollte die Sicherheit um so größer werden, je kürzer der Anlagehorizont wird.

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