Diversifikation – Auf die richtige Mischung kommt es an

Was ist Diversifikation?

Bei der Geldanlage gilt es, die richtige Strategie zu wählen und nicht alles „auf eine Karte“ zu setzen, oder „alle Eier in einen Korb zu legen“. Häufig werden besonders diese beiden Aussagen für eine entsprechende Streuung – die Diversifikation – verwandt. 

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Der eigentliche Gedanke bei der Diversifikation besteht also darin, das Kapital über verschiedene Anlageklassen, Branchen, Länder bzw. Währungen zu verteilen. Auf diese Weise kann man Schwankungen einzelner Assetklassen ausgleichen und somit ist die Wahrscheinlichkeit, einen enormen Verlust zu erleiden deutlich geringer. Im Beispiel eines Portfolios ist eine rudimentäre Diversifikation also generell vorhanden, wenn man mehrere verschiedene Wertpapieren besitzt, im Gegensatz zu einer Anlage des verfügbaren Kapitals in lediglich 1 Aktie. Der Wirtschaftswissenschaftler Henry Markowitz hat dies in seiner Portfoliotheorie dargestellt, wofür er 1990 den Nobelpreis erhielt.

Also ist das logische Ziel der Geldanlage eine möglichst hohe Rendite bei entsprechend möglichst geringem Risiko. Dazu kommt die passende Liquidität nach zeitlicher Anforderung.

Das magische Dreieck der Geldanlage veranschaulicht den Zusammenhang zwischen Sicherheit, Liquidität und Rendite. Demnach sollte bereits bei der Planung der Geldanlage die Betrachtung dieser 3 Punkt berücksichtigt werden. Hier lässt sich schlecht eine generelle Aussage treffen, da jeder einzelne Anleger persönliche Vorstellungen und Voraussetzungen bezüglich Sicherheit, Liquidität und Rendite hat.

Aber grundsätzlich kann festgehalten werden, dass sich der Wunsch nach einer möglichst hohen Rendite der maximalen Risikobereitschaft unterordnen muss. Denn jedem Anleger sollte bekannt sein, dass höchste Renditen nur mit entsprechendem hohen Risiko und abnehmender Liquidität erkauft werden können. Hier muss jeder Investor für sich die optimale Balance finden.

Es werden also verschiedene Aktien / Anlageklassen im Portfolio gemischt, um das unsystematische Risiko zu verringern.

Besonders bei Aktien ist das Ganze etwas komplizierter. Denn im Zuge der Globalisierung sind immer mehr Unternehmen an anderen beteiligt und hängen auf unterschiedlichste Weise miteinander zusammen, so dass sich einzelne wirtschaftliche Faktoren möglicherweise auf mehrere Firmen ausweiten / auswirken können.

Allerdings kommt es bei bestimmten Anlagestrategien sogar dazu, dass eine zu hohe Diversifikation als nachteilig angesehen wird, da sie in der Regel zwar das Risiko mindert, aber gleichzeitig auch die Rendite entsprechend schmälert.

Beispielsweise setzt der Investor Warren Buffet auf eine starke Konzentration und investiert den Großteil seines Kapitals in eine Handvoll Firmen, welche er dann allerdings gemäß der Buy-and-hold Strategie Jahre bzw. Jahrzehnte lang hält.

Allerdings ist im Gegenteil dazu eine zu große Diversifikation auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn mit jeder weiteren Streuung (bspw. Kauf neuer Aktien) entstehen auch weitere Kosten und der Aufwand das Portfolio ausreichend zu beobachten und die Entwicklung einzelner Werte zu verfolgen wird zunehmend größer und nimmt entsprechend mehr Zeit in Anspruch.

Die Korrelation

Als Maßstab für eine Diversifikation wird die Korrelation betrachtet. Eine hohe Korrelation bedeutet, dass sich die verglichenen Anlagen nahezu ähnlich entwickeln, eine niedrige das entsprechende Gegenteil. Allerdings gibt es durch die stark miteinander verflochtenen Volkswirtschaften und Branchen der einzelnen Staaten kaum noch Aktienmärkte in der westlichen Welt, welche eine negative Korrelation zueinander aufweisen.

Diversifikation - das Risiko senken und die Rendite erhöhen - die Korrelationsmatrix

© Goldman Sachs – Wie entwickeln sich Aktien im Vergleich zu Rohstoffen, Anleihen und Devisen? – Die Korrelationsmatrix (Quellen: Bloomberg, Goldman Sachs International)

Risikoverteilung im Portfolio

Letztendlich muss man sich als Anleger darüber im Klaren sein, wie hoch der Anteil am Gesamtvermögen sein darf, welcher bei entsprechendem Risiko verloren werden kann.

Hier sollte das Augenmerk mehr auf das Risiko, als auf die zu erwartende Rendite gelegt werden. Meist wird bei einem entsprechendem Moneymanagement davon ausgegangen, dass je Position im Depot nicht mehr als 1% des Gesamtkapitals riskiert werden sollte. Im Umkehrschluss soll das natürlich nicht heißen, dass bei dieser Berechnung ein Depot mit 100 Werten das Ergebnis sein sollte. Vielmehr geht es um den möglichen Verlust je Position bei einem Kursrutsch. Dieser wird dann mit einem Stop-Kurs abgefangen, die Position dann veräußert und so der maximale Verlust auf 1% des Vermögens minimiert. Allerdings bin ich persönlich kein Freund von Stop-Loss Kursen, da meine Anlage darauf abzielt, die Werte nicht zu veräußern, sondern dauerhaft zu halten. Vielmehr würde ich lieber – sofern die fundamentalen Daten weiterhin passen – einzelne Werte bei Schwäche nachkaufen.

Dazu ein einfaches Beispiel:

Das Gesamtvermögen / Portfolio hat eine Größe von 100.000 Euro. Davon sind 25.000 Euro als Barreserve vorhanden, weitere 25.000 Euro sind in Edelmetallen angelegt. Die restlichen 50.000 Euro stecken in einem Aktiendepot. Dieses Depot beinhaltet 50 Titel (alles Blue-Chips), welche alle den gleichen Kaufwert (1.000 Euro) haben. Die Risikominimierung kann nun beispielsweise in der Anzahl der Positionen im Depot liegen: Würde es nun zu einem (höchst unwahrscheinlichen) Totalausfall eines Einzelwertes kommen, wäre also 1/50 des Kapitals im Depot verloren. Dies sind im Beispiel also 2% des Depotwertes. Da das Depot mit 50.000 Euro aber nur 50% des Gesamtvermögens / Portfolios ausmacht, liegt das finanzielle Risiko des Totalverlustes des betrachteten Einzelwertes auch nur noch bei 1%.

Unterscheidungen Assetklassen / Regionen / Branchen

Assetklassen

Bei der Diversifikation geht es darum, nicht das gesamte Kapital in eine Anlageklasse zu investieren. Dies ist häufig beim Immobilienkauf der Fall, da es hier auf Grund der hohen Investitionssummen zu einem sogenannten Klumpenrisiko kommt.

Das gleiche gilt für eine reine Anlage in Aktien. Kommt es hier zu einer weltweiten Korrektur an den Märkten, ist das gesamte Kapital in Mitleidenschaft gezogen.

Daher gilt es, dass Portfolio sinnvoll zu gestalten und beispielsweise Bargeld, Edelmetalle, Immobilien, Aktien und Anleihen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander zu halten.

Regionen

Selbiges trifft natürlich auch für die Regionen zu. Besonders beim Aktiendepot sollte man sich nicht zu stark auf eine Region konzentrieren. Hier machen viele Anleger den Fehler und setzen auf bekannte Werte (aus dem Heimatland) oder kaufen beispielsweise nur Aktien von aussichtsreichen US Firmen. Kommen dann auch noch Anleihen aus den entsprechenden gleichen Staaten hinzu, ist das Geld zwar auf Aktien und Anleihen verteilt, aber in der gleichen Region angelegt.

Branchen

Das gleiche trifft auf die Branchendiversifikation zu. Nur weil man Technologie-affin ist, sollte man nicht das gesamte Depot mit Tech-Aktien bestücken. Ein ähnliches Beispiel ist die Solar-Industrie. Auch hier kam es historisch bereits zu massiven Korrekturen, welche die gesamte Branche trafen. In diesen Zeiten ist man mehr als schlecht beraten, ein Depot aus 20 Titel zu besitzen, welche alle aus der gleichen Branche kommen…

Fazit:

Ein Depot kann also beispielsweise aus europäischen Staatsanleihen, globalen Aktien, Unternehmensanleihen, Edelmetallen, Rohstoffen und Barreserven bestehen. Damit wäre bereit seine breit gefächerte Anlage gewährleistet, die sowohl sichere als auch rentable Anteile enthält. Eine grundsätzliche Diversifikation ist damit sichergestellt. Edelmetalle, Immobilien, P2P Kredite oder beispielsweise Genossenschaftsanteile können das Portfolio abrunden.

2 Kommentare
  1. Alexander
    Alexander sagte:

    Hallo,
    die Korrelationsmatrix kannte ich bislang noch nicht. Dein Blog hat bislang noch in meiner Finanzblogroll gefehlt. Jetzt habe ich ihn gleich auf meiner Website GELDz.de hinzugefügt.

    Beste Grüße
    Alexander

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