Die größten Geldirrtümer

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Ähnlich sieht es mit Klischees bei der Geldanlage aus: für die meisten Deutschen sind die beliebtesten Geldanlagen wie z.B. eine Immobilie, das Sparbuch oder eine Lebensversicherung absolutes Muss. Oft sind diese Geldanlagen nicht die beste Wahl. Ich möchte versuchen, möglichst rational sinnvolle Alternativen aufzuzeigen.

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Die selbstgenutzte Immobile:

Ob eigenes Haus oder Eigentumswohnung – der Immobilientraum vieler Deutscher schlechthin. Betongold hat immer Bestand. So die übliche Meinung. In einigen Fällen ist das richtig, aber wie steht es wirklich um die selbstgenutzte Immobilie?

Der große Vorteil: Man muss kein Miete mehr zahlen und im optimalen Fall ist die Immobilie bis zum Renteneintritt vollständig abbezahlt und stellt damit einen entscheidenden Teil zur Altersvorsorge dar.

Vielen ist die finanzielle Belastung allerdings nicht gänzlich klar und nicht wenige haben sich daran schon verhoben. Speziell bei der selbstgenutzten Immobilie sollte mittels Eigenkapital (je mehr, desto besser) eine möglichst solide Finanzierung auf die Beine gestellt werden. Sonst kann die Laufzeit extrem lang werde, die rate wird zu optimistisch gewählt oder die Finanzierung läuft extrem lange. Außerdem sollten die Nebenkosten der Immobilie – nicht nur beim Kauf, sondern vielmehr für Instandhaltung – auch im hohen Alter berücksichtigt werden.

Idealerweise steht die private Altersvorsorge schon auf den Beinen und alte Kredite bzw. Schulden sind getilgt – dann kann eine Immobilie unter den genannten Voraussetzungen eine gute Option zur weiteren Absicherung beitragen.

Das Sparbuch:

Rational – also nicht auf das Bauchgefühl – sondern auf den Kopf hören. Dazu gehört es nunmal, sich Gedanken über seine Geldanlage zu machen. Und nicht das zu tun, was man schon immer so getan hat. Auch wenn unsere Eltern und Großeltern mit dem Sparbuch groß geworden sind, muss das nicht heißen, dass man diese Tradition unerbittlich weiterführen muss. Trotzdem parken immer noch die meisten ihr Erspartes auf Tagesgeld, Festgeld oder Girokonten. Im schlimmsten Fall auf dem Sparbuch. Seit Jahren gibt es nur noch minimale Zinsen auf dieser Anlageformen, was dazu führt, dass das Geld optisch zwar verzinst wird (also sichtlich mehr – wenn auch nur minimal), auf Grund der Inflation die Kaufkraft jedoch immer wieder sinkt, da die Zinsen in den seltensten Fällen größer sind, als die Inflation.

Ich  möchte nicht grundsätzlich vom Tagesgeld oder Festgeld abraten. Ganz im Gegenteil! Für den „Notgroschen“ ist es sogar unabdingbar, eine Anlageform zu wählen, welche unmittelbar verfügbar ist. (Festgeld sei an dieser Stelle erwähnt, weil es auch Formen von Festgeld mit 30, oder z.B. 90 Tagen Laufzeit gibt.)

Je nach persönlichen Umständen sind es 3 oder auch 6 Monatsgehälter, welche als eiserne Reserve vorgehalten werden sollten. Einige wiederum fühlen sich erst bei einem Jahresgehalt wirklich sicher. Damit lassen sich im Normalfall wirklich alle Unwägbarkeiten ausräumen lassen. Eine Autoreparatur, die neue Waschmaschine oder der defekt des Kühlschrankes reißen dann keine unnötig großen Löcher in die Haushaltskasse.

Um langfristig für die Altersvorsorge zu sparen, ist das Tagesgeldkonto aber die denkbar schlechteste Lösung. Dennoch halten Millionen Deutsche an dieser Strategie fest: in den vergangenen Jahren lagen fast 40% aller Ersparnisse der Deutschen auf Tagesgeldkonten, Girokonten oder vergleichbaren Anlageformen. Diese Angaben hat das Deutsche Aktieninstitut (DAI) herausgegeben.

Besser ist es mit passenden Produkten für das Alter vorzusorgen:

Je nach Anlagehorizont bieten sich Aktien, Fonds oder ETF an. Für eine Vielzahl gibt es inzwischen Sparpläne (selbst für Aktien), welche den Vorteil bieten, dass Sparraten an die jeweilige Lebenssituation angepasst werden können. Im Bedarfsfall kann man die Sparraten sogar mal aussetzen. Jedoch sollte man ausreichend Disziplin besitzen, um den Sparplan auch ausreichend zu bespannen, nicht immer wieder die Sparrate aussetzen oder zwischenzeitlich sogar Anteile verkaufen. Man benötigt lediglich eine Depot, um die entsprechenden Wertpapiere zu handeln. Jedoch sollte man sich mit den Produkten vertraut machen, ausreichend diversifizieren und auf seine persönliche Risikoneigung achten.

Eine andere Möglichkeit bietet die private Altersvorsorge in Form von Riester oder Rürup. Dazu  hier weiterführende Informationen:

Die Lebensversicherung:

Im hier betrachteten Beispiel geht es um Kapitallebensversicherungen – dies vorweg. Statistisch wegsehen hat jeder Bürger mehr als eine Lebensversicherung. Denn knapp 87 Millionen Verträge gibt es hier zu Lande – mehr als Einwohner.

Im derzeitigen Zinsumfeld lohnen Kapitallebensversicherungen kaum noch. Der durch den Gesetzgeber vorgegebene Garantiezins wurde in den letzten Jahren immer wieder gesenkt. Aktuell liegt dieser bei mageren 1,25% von denen im Durchschnitt nur ca. 0,40% – auf Grund der Hohen Kosten – verbleiben. Des weiteren ist die Überschussbeteiligung ein schwer einzuschätzender und vor allem stark schwankender Faktor. Die Überschussbeteiligung zahlt die Versicherung an den Versicherten, je nach dem wie hoch die Überschüsse ausgefallen sind. Die Ratingagentur Assekuranz hat Zahlen veröffentlicht, nach dem die Verzinsung (Garantiezins plus Überschussbeteiligung) in den vergangenen Jahren auf nunmehr durchschnittlich 3,33% gesunken ist. Dazu kommt, dass sich der Garantiezins nur auf den Sparanteil – also das eingezahlte Kapital – bezieht und weitere Kosten der Versicherung wie z.B. Abschlusskosten oder Verwaltungskosten in Abzug gebracht werden müssen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Laufzeit: Lebensversicherungen haben Laufzeiten über Jahrzehnte und sind damit extrem unflexibel. Vorzeitige Kündigung ist, wenn dann, nur mit hohen Gebühren oder Verlusten verbunden. Außerdem bestehen die meisten Kapitallebensversicherungen im eigentlichen aus 2 unterschiedlichen Produkten und sind damit so genante Koppelprodukte: zum einen dienen sie der Kapitalbildung, zum anderen der Todesfallabsicherung. Jedoch gibt es für beide Fälle geeignetere Lösungen. Ohne eine Anlageberatung vornehmen zu wollen, aber Aktien, ETF oder Fonds sind unter diesen Gesichtspunkten – je nach Risikoneigung – die bessere Wahl. Den Todesfall kann man deutlich kostengünstiger mit einer Risikolebensversicherung abdecken.

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