Was sind Anlageziele?  So plant man die Geldanlage richtig

Anlageziele - nur durch klare Anlageziel lässt sich die passende Geldanlage aufbauenBei der Planung der Geldanlage ist die Festlegung der Anlageziele einer der ersten Schritte. Nur wer auch ein genaues Ziel vor Augen hat, weiß was er durch seine Geldanlage erreichen will und kann sowohl eine entsprechende Anlagestrategie dazu entwickeln und auch adäquate Produkte finden, die in allen Belangen passend sind. Durch das Anlageziel wird nämlich die Anlageklasse bzw. das Produkt bestimmt – und desto besser das Anlageziel bestimmt ist, desto besser lassen ich die Risiken der Anlageprodukte an den Zweck der Anlage anpassen.

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Soll Geld zum Beispiel nur kurz geparkt werden, oder dient es als langfristige Anlage für die Altersvorsorge? Geht es um den Aufbau eines Kapitalstocks, welcher als Eigenkapital beim Immobilienkauf dienen soll? All diese Faktoren beeinflussen die Anlageform, die Laufzeit, die Liquidität und natürlich auch das mögliche Risiko bzw. die entsprechend zu erwartende Rendite.

Welche Anlageziele gibt es?

1. Vermögensaufbau / Vermögensoptimierung

Für die meisten Anleger ist der Vermögensaufbau das primäre Ziel. Denn grundsätzlich möchte jeder, der Geld anlegt, die eigene finanzielle Situation verbessern und somit sein Vermögen vermehren. Dabei spielt es keine Rolle, ob man klein anfängt, oder bereits über ein nennenswertes Vermögen verfügt. Je nach Anlagehorizont und Risikobereitschaft gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Geldanlage. Während bei der Vermögensoptimierung eine hohe Rendite und der Kapitalerhalt im Vordergrund steht, kann der Vermögensaufbau auf Grund von Risikobereitschaft und Dauer der Anlage gänzlich anders ausgerichtet werden.

2. Anschaffung

Der Vermögensaufbau kann auch der Anschaffung einer teuren Sache dienen. In diesem Fall ist das vorrangige Ziel der Vermögenserhalt und ein moderater, aber beständiger Vermögenszuwachs. Außerdem kommt der meist kürzere Anlagehorizont hinzu, da Anschaffungen selten 10 Jahre im Voraus geplant werden. Somit wird in diesem Fall auch eine besondere Anforderung an die Liquidität gestellt, so dass das eingesetzte Kapital auch entsprechend verfügbar ist. Eine kurzfristige Anlage mit moderatem Risiko erzielt in der Regel allerdings nur wenig Rendite, da meist nur eine kurze Laufzeit zur Verfügung steht.

3. Altersvorsorge

Bei der Altersvorsorge wird eine Strategie verfolgt. Hier ist das erste Ziel den bevorstehenden Ruhestand finanziell zu sichern. In diesem Fall steht an oberster  Stelle also nicht die unmittelbare Verfügbarkeit des Kapitals, sondern vielmehr die Sicherheit der Anlage. Bei langfristigen Anlagen sollte dennoch nicht die Sicherheit außer Acht gelassen werden, um im Alter nicht mittellos dazustehen. Um für das Alter vorzusorgen, sollte so früh wie möglich mit der Investition und dem Kapitalaufbau für die Altersvorsorge begonnen werden.

4. passives Einkommen / Existenzsicherung

Bei dieser Form der Geldanlage kommt es darauf an, von den Zinsen oder Erträgen (Ausschüttungen, Dividenden) des angelegten Kapitals zu leben bzw. Teile des Lebensunterhaltes daraus zu bestreiten. Je nach Grundgedanke kann dies passieren, ohne das Kapital aufzubrauchen oder mit entsprechendem Kapitalverzehr. Dies hat zur Folge, dass neben den Erträgen auch regelmäßig Anteile der Anlage aus dem Depot verkauft werden und das komplette Vermögen somit nach einer definierten Zeitspanne komplett aufgebraucht ist. Bei dieser Option sollte ebenfalls die Verfügbarkeit und Sicherheit der Anlage berücksichtigt werden.

Wie werden Anlageziele festgelegt?

Das Anlageziel sollte möglichst detailliert formuliert werden. Es sollte messbar und so konkret wie nur möglich formuliert werden. Dabei ist sowohl der Zeitraum (die Dauer der Geldanlage), als auch das eigentliche Ziel der Anlage entscheidend. Beeinflusst werden diese Faktoren weiterhin von der eigenen Risikobereitschaft.

Besonders hilfreich ist es, die Anlageziele schriftlich festzuhalten und durchaus etwas ambitioniert anzusetzen. Denn die Verbindlichkeit der schriftlichen Aufzeichnung  trägt maßgeblich zur Zielerreichung bei und unterstützt mental.

Ein kurzfristiges Ziel ist beispielsweise ein passives Einkommen in Form von Dividenden in Höhe von 1.200 € pro Jahr. Soll dieses Ziel beispielsweise in 2 Jahren erreicht werden und es bestehen derzeit keinerlei nennenswerte Anlagen, benötigt man in diesem Beispiel bei einer Ausschüttungsquote von 4% eine Anlagesumme von 30.000 Euro (ohne Berücksichtigung von Steuern). Um diese Summe in 2 Jahren anzusparen, müssten also 1.250 Euro im Monat angelegt werden. Wenn bereis 20.000 Euro als Kapital zur Verfügung stehen, verringert sich die benötige Summe entsprechend auf knapp 420€ pro Monat.

In diesem Beispiel möchte ich auf die zwischenzeitlichen Ausschüttungen und die Wiederanlage verzichten. Denn bereits durch die monatliche Investition reduziert sich der monatlich erforderliche Betrag stetig, da bereits Ausschüttungen erfolgen, welche zur Wiederanlage genutzt werden können.

Welche Anlageklassen bieten sich an, um die Anlageziele zu erreichen?

Eine Beantwortung dieser Frage ist pauschal schlicht unmöglich. Je nach persönlicher Risikoneigung, Dauer und dem eigentlichen Ziel der Geldanlage muss die passende Anlageklasse gefunden werden.

Geht es um eine möglichst sichere und verfügbare Anlage, bieten sich Tagesgeld oder Festgeld an. Bei einem längeren Anlagehorizont und entsprechender Bereitschaft für eine gewisse Rendite auch ein bestimmtes Risiko in Kauf zu nehmen,  können Wertpapiere (Aktien, ETF, Anleihen) oder auch Immobilien interessant sein. Alternativen bieten alternative Investments (Uhren, Oldtimer, Spirituosen) oder Edelmetalle wie z.B. Gold.

In jedem Fall ist eine ausreichende Diversifikation dringend zu empfehlen, um nicht „alle Einer in einen Korb zu legen“ oder ein zu großes Klumpenrisiko aufzubauen.

Was passiert, wenn sich meine Anlageziele ändern?

Wie auch persönliche Situationen können sich Anlageziele natürlich ebenso verändern. Das kann durch Umzug, neuen Arbeitsplatz oder Familiengründung schnell passieren. Auch wenn zur Umschichtung der Geldanlage Gebühren anfallen, sollte man sich nicht scheuen, die Anlage den neuen persönlichen Gegebenheiten anzupassen und nicht stur daran festzuhalten. Allerdings soll dies wiederum nicht bedeuten, dass das gesetzte Anlageziel ständig geändert werden sollte, da hier sehr schnell Einbußen bei der Rendite auf Grund hoher Gebühren entstehen. Vielmehr bietet sich ein jährlich wiederkehrender Check an, bei dem die Geldanlage und die Anlageziele auf den Prüfstand gestellt werden.

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