Aktien kaufen – Tipps für Anfänger

Spare in der Zeit, so hast Du in der Not. Getreu dieses Sprichwortes sparen wir jeden Monat, um für schlechte Zeiten vorzusorgen. Sparen – weniger ausgeben, als einzunehmen – ist für viele eine ganz normale Sache. Bei den meisten jedoch landet das Geld auf Sparkonten, welche entweder keinen oder nur noch kaum Erträge in Form von Zinsen abwerfen. Denn nur 6% der Deutschen kauft bzw. besitzt Aktien. Im Vergleich zu unseren Nachbarn in Österreich (7%) zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Ganz anders sieht es bereits in der Schweiz (20%) aus. Auch in Großbritannien (23%) und vor allem aber in den USA liegt die Quote derer, die Aktien haben mit 25% deutlich höher.


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In Deutschland wird das gesparte Geld lieber in Versicherungen (38%), Spareinlagen (37%) und Fonds (knapp 10%) investiert. Weniger Geld legen die Deutschen nur noch in Schuldverschreibungen (knapp 3%) an bzw. haben es als Bargeld (3%) vorrätig…

Eine Statistik von Statista zeigt dies sehr anschaulich:

@ Statista – Struktur des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2015

Weshalb sich die meisten der Sparer nicht an Aktien herantrauen, liegt vielleicht in den Entwicklungen der „Volksaktie“ der Telekom oder an den Erinnerungen der geplatzten Blase des Neuen Marktes zur Jahrtausendwende oder auch an der Lehman Pleite mit folgender Krise… Allerdings zeigt die historische langfristige Wertentwicklung de Aktienmarktes ein anderes Bild.

Auf der Website des DAI wird anschaulich im Renditendreieck (welches den DAX betrachtet) gezeigt, welche historischen Renditen in unterschiedlichen Zeiträumen erzielt werden konnten.

 @ DAI Deutschen Aktieninstitut – Renditedreieck Aktien (Ausschnitt)

Daher bieten sich Aktien als langfristige, renditenstarke Anlage für Sparer – wenn auch nur zur Beimischung im Depot – an. Dennoch gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten, bevor es losgeht:

1. Die Zeit: Wieviel Zeit darf der Aktienkauf und die notwendige Recherche dazu beanspruchen? Eine Meinung zum Markt bzw. einzelnen Unternehmen lässt sich nur nach etwas Informationsbeschaffung bilden. Dazu gehört es auch, dass Marktberichte oder Unternehmensnachrichten gelesen bzw. verfolgt werden. Außerdem sollte man sich verschiedene Kannzahlen von Unternehmen ansehen, bevor eine Investition bestätigt wird. Alles andere ist wie fliegen im Blindflug…

2. Das Geld: Wievielt Kapital steht für den Aktienkauf zur Verfügung? Auch ein Kleins Depot kann durchaus Sinn machen. Jedoch ist es unter Umständen wenig sinnvoll, mit einem Vermögen von 500€ zu starten. Eine Streuung auf unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Regionen ist unerlässlich. Steht jedoch regelmäßig Kapital in Höhe von 500€ zur Verfügung, so lässt ich mit der Zeit auch so ein gut diversifiziertes Depot aufbauen. Eine weitere Option (besonders bei kleineren Summen) kann hier ein breit aufgestellter ETF (wie z.B. MSCI World) bieten.

3. Die Rendite: Wie hoch ist die angestrebte Rendite des Depots? Eine höhere Rendite geht mit einem höheren Risiko einher. Dies sollte bei Auswahl der einzelnen Positionen im Depot beachtet werden.

4. Das Risiko: Ein Aktienkauf ist eine Sache von Sekunden oder Minuten. Allerdings sollte das investierte Kapital nicht zwangsläufig benötigt werden, um auch Kursschwankungen aussitzen zu können. Je nach Aktie und Risiko kann diese Kursschwankung auch bin zum Totalausfall der Investition führen. Demnach macht es z.B. kaum Sinn, für einen anstehenden Immobilienkauf benötigtes Geld für kurze Zockereien am Aktienmarkt zu investieren.

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