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Abgeltungssteuer: Das muss man bei regelmäßigem Dividenden-Einkommen beachten

Anlagemöglichkeiten gibt es viele, aber im derzeitigen Zins-Tief kaum welche, die tatsächlich eine richtig gute Rendite abwerfen. Tagesgeld kann man mit teils nicht einmal einem Prozentpunkt vergessen, Festgeld ist nur geringfügig lohnenswerter, Gold fungiert quasi nur als Geldspeicher und Immobilien müssen – auch wenn sie tatsächlich eine attraktive Anlageform darstellen – auch erst einmal bezahlt werden. Viele Möglichkeiten bleiben da nicht.

Als Alternative kommen fast nur noch Aktien und Anleihen (bzw. allgemein Wertpapiere) infrage, die zwar mit einem gewissen Risiko verbunden sind, aber im Gegensatz zu den bereits genannten Anlagen auch mit einer wirklich guten und annehmbaren Rendite winken. Die hieraus regelmäßigen Dividenden-Einkommen und weiteren Kapitalerträge schrumpfen dank der 2009 eingeführten Abgeltungssteuer aber noch etwas. Was ist hierbei zu beachten?

Wie viel Gewinn bleibt nun noch übrig?

„Da hat man nun schon mal eine kleine Rendite und muss auch hiervon noch etwas an den Staat abgeben“, werden manche vielleicht schimpfen. Und tatsächlich ist es so: Die Abgeltungssteuer wird auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne erhoben. Genauer gesagt handelt es sich um 25 % plus Solidaritätszuschlag (5,5 %) und ggfs. Kirchensteuer (8 % oder 9 %). Die Aussage „Dann brauche ich ja gar nichts mehr anlegen“ stimmt dennoch nicht. Denn jeder Bürger hat einen Sparer-Pauschbetrag auf diese Kapitalerträge. Für Ledige liegt er bei 801 Euro, für Verheiratete ist er mit 1.602 Euro doppelt so hoch. Erst wenn man diese Beträge überschreitet, wird die Abgeltungssteuer auf das Plus fällig. Hat man also als Ledige/r beispielsweise 1.500 Euro im Jahr an Kapitalerträgen zusammen, lässt sich der Pauschbetrag zunächst abziehen und nur auf Basis des Übrigen (699 Euro) werden dann die Prozentbeträge berechnet. Knapp 200 Euro sind in diesem Beispiel insgesamt von den Erträgen abzuziehen und es bleiben ca. 1.300 Euro. Es ist also nicht so, dass wirklich so gut wie nichts übrig bleibt – auch wenn man natürlich gern den kompletten Ertrag für sich hätte. Zu ganz genauen Zahlen im individuellen Fall können beispielsweise verschiedene Rechner im Netz, ein beliebiger Steuer-/Finanzberater in der Umgebung, die Hausbank oder auch Vereine wie die VLH befragt werden. Letztere Institution stellt für interessierte Anleger und Investoren bereits online einen ausführlichen Ratgeber bereit.

Wie genau funktioniert die Abgeltungssteuer?

Kommen wir aber noch dazu, wie die Steuer tatsächlich funktioniert. Erst einmal: Was genau sind nun Kapitalerträge? Wie bereits angedeutet, geht es hier natürlich über die Dividenden aus Aktien oder Anleihen hinaus, denn ebenfalls inbegriffen sind Zinsen vom Sparbuch oder Girokonto (wenn auch verschwindend gering), Erträge aus Besitz-Zertifikaten (Rohstoffe, Fonds, etc.), sowie Wertzuwächse, wenn Aktien/Anleihen gewinnbringend verkauft werden. Alle Erträge aus diesen Quellen werden mit Gutschrift auf dem Konto versteuert. Als Empfänger des Extrakapitals muss man sich dabei um nichts kümmern. Die Bank, bei der der Kapitalertrag eingegangen ist, schickt zum Ende des Jahres eine Übersicht an den Kunden und überweist automatisch die entsprechende Summe der Abgeltungssteuer ans Finanzamt.

Tipp: Das Bundesministerium der Finanzen informiert regelmäßig über Neuerungen rund um die Abgeltungssteuer.

Was muss bei der Steuer noch beachtet werden?

Zwei wichtige und wissenswerte Punkte gibt es dann noch hinsichtlich der Abgeltungssteuer:

Erstens geht es um den Sparer-Pauschbetrag, der nämlich auf zwei möglichen Wegen beantragt werden muss. Wird dies nicht getan, wird das Finanzamt die gesamten Kapitalerträge ohne Abzug des Pauschbetrags versteuern. Die Beantragung des Sparer-Pauschbetrags funktioniert über die Bank mit einem „Freistellungsauftrag“ oder direkt über das zuständige Finanzamt mit einer „Nichtveranlagungsbescheinigung“.

Der zweite Punkt: Kümmert man sich selbst um die Steuererklärung, so ist zu beachten, dass man die Kapitalerträge grundsätzlich nicht mehr wie früher in der Einkommensteuererklärung angibt, sondern die Angabe komplett wegfällt. Dadurch, dass die Bank sowohl die Verwaltung als auch die Überweisung der Erträge übernimmt, ist – wie bereits erwähnt – nichts mehr selbst zu tun oder anzugeben. Dieses gilt aber nur, wenn der persönliche Steuersatz über 25 % liegt. Liegt er darunter, werden die Kapitalerträge auch nur mit dem individuellen Steuersatz versteuert. Hierzu müssen Sie dann alle Kapitalerträge dem Finanzamt offenlegen und die Bankbescheinigungen als Nachweis im Original vorlegen.

Autorin: Maike Blume