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Informationen rund um das Thema Wertpapiere:
Vor- & Nachteile der Geldanlage in Aktien, Fonds, ETF oder anderen Wertpapieren

Wertpapiere Vergleich Vor- & Nachteile

1. Aktie / Aktiengesellschaft (AG):

Aktiengesellschaften gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen (Branchen) und auch Ländern bzw. Regionen. Weltweit bekannte Aktiengesellschaften dürften wohl z.B. Mc Donalds, Coco-Cola, Nestlé, Beiersdorf (Nivea) oder auch Fielmann, BMW und VW sein – um nur einige zu nennen.

Mit einer Aktie kann man sich zu einem bestimmten, verbrieften Anteil (Eigentum & Wert) an einer Aktiengesellschaft beteiligen. Somit ist man als Aktionär „Mitbesitzer“ der Firma. Allerdings gibt es neben den Kursschwankungen auch ein Haftungsrisiko. Das heißt, der Aktionär haftet in Höhe seiner Anteile (investierter Wert ). Im Gegenzug warten Gewinn-Ausschüttungen durch Dividenden und die Beteiligung am unternehmerischen Gewinn durch Kurssteigerungen.

Des weiteren hat man als Aktionär das Recht, an der Hauptversammlung (HV) der Gesellschaft teilzunehmen und über Dinge wie z.B. Gewinnverwendung mitzuentscheiden. Voraussetzung dafür ist allerdings der Besitz der sog. Stammaktien (auch als „Stämme“ bezeichnet), die dem Aktionär entsprechendes Stimmrecht einräumen. Im Gegenzug dazu gibt es auch Vorzugsaktien (sogenannte „Vorzüge“), bei denen das Stimmrecht auf der Hauptversammlung allerdings entfällt. Dafür erwartet den Aktionär bei der Vorzugsaktie in der Regel eine höhere Dividende als bei den Stammaktien, jedoch gibt nicht jedes Unternehmen Vorzugsaktien aus.

Entsprechend der Marktkapitalisierung (die Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien x Kurswert) können die Aktiengesellschaften unter weiteren bestimmten Voraussetzungen in Indizes aufgenommen werden. Indizes (oder auch Index) sind die virtuelle Zusammenfassung von börsengehandelten Bestandteilen (beispielsweise Aktien).

Indizes werden anhand der enthaltenen Bestandteile errechnet und sind für verschiedene Börsensegmente verfügbar. So gibt es Indizes für Rohstoffe, Aktien, Branchen oder Länder bzw. Regionen.

Diese Indizes umfassen z.B. eine Reihe Firmen einer bestimmten Größe eines Landes. In Deutschland ist der wohl bekannteste Index der DAX30, welcher die 30 größten Unternehmen (nach Streubesitz Marktkapitalisierung) beinhaltet. Des weiteren gibt es in Deutschland ebenso den „kleinen Bruder“ M-DAX (50 Werte), den S-DAX (50 Small Caps – also kleinere Unternehmen) und z.B. den Tec-DAX (30 Technologie-Werte), um nur einige aus Deutschland zu nennen. Unsere europäischen Nachbarn haben den CAC40 (Frankreich), SMI (Schweiz) oder den IBEX (Spanien) ins Leben gerufen. Der aus den USA bekannteste Index ist wohl der Dow Jones.

2. Fonds:

Ein Fonds ist ein Konstrukt der Geldanlage, welches verschiedene Anteile an einzelnen Produkten enthalten kann. So besteht ein Aktienfonds also aus den Aktien von jeweiligen Unternehmen. Es gibt sowohl Aktienfonds, Geldmarktfonds, Rentenfonds oder z.B. Immobilienfonds. Je nach Ausrichtung des Fonds kann es auch zu speziellen Anlagen in einzelnen Branchen oder Regionen kommen.

Durch den Einsatz einer Vielzahl von unterschiedlichen Wertpapieren im Fonds ist eine entsprechende Risikostreuung (Diversifikation) gegeben und dem zufolge ist die Wertschwankung bei einem Fonds entsprechend geringer, als bei dem enthaltenen Einzeltitel. Bei aktiv gemanagten Fonds werden sowohl Umschichtungen, als auch das Anlagemanagement der Marktlage entsprechend gesteuert und umgesetzt. Dafür sind jedoch jährliche Kosten für das Fondsmanagement zu entrichten. Weiterhin ist bei einer Vielzahl von Fonds jeder Kauf mit einer Gebühr, dem sogenannten Ausgabeaufschlag, verbunden. Bei den meisten Depotbanken werden inzwischen eine Vielzahl von Fonds mit rabattiertem Ausgabeaufschlag oder gar ohne Ausgabeaufschlag angeboten. Diese Rabatte sollten, gerade bei der langfristigen Anlage mit Sparplänen, nicht außer acht gelassen werden. Durch verringerte Kaufkosten kann somit mehr Kapital für die eigentliche Investition genutzt werden. Dadurch tragen die Rabatte zu einer erheblichen positiven Beeinflussung der Gesamtperformance (nach Gebühren) bei.

Bei einer Geldanlage in Fonds wird in der Regel zwischen 2 Arten der Gewinnverwendung unterschieden. Ein Thesaurierender Fonds nutzt alle Erträge oder Gewinne, um diese wieder in den Fonds zu reinvestieren. Bei einem Ausschüttenden Fonds dagegen kommt es zur Auszahlung bzw. Ausschüttung der Erträge an den Anleger.

Attraktive Renditepotentiale, stabile Wertentwicklung durch Diversifikation als auch die Partizipation an speziellen Brachen oder Themen gehören zu den größten Chancen der Geldanlage -speziell in Aktienfonds. Dagegen zählen eine -durch das Management- vorgegebene Anlagestrategie und auch eine mögliche länger andauernde negative Performance trotz Risikostreuung zu den entsprechenden Risiken bei der Anlage in Investmentfonds.

3. Anleihen:

Anleihen sind klassische Instrumente zur Beschaffung von Fremdkapital. Si e sind ein Mittel zur Kreditfinanzierung eines Staates oder für ein Unternehmen. Das heißt also, wer eine Anleihe kauft, leiht dem Staat oder dem Unternehmen sein Geld. Bereits im Vorfeld steht die Laufzeit, als auch der Zins (die Rendite) fest. Daher gelten sie als ehr risikoarme Anlageform. Trotzdem ist eine Anleihe ein Produkt, welches einer gewissen Kursschwankung unterworfen ist. Die Bonität hängt in diesem Fall sehr stark von dem Unternehmens oder des Staates ab. Zum Gegensatz zu Aktien (bei denen ein Investor durch Kauf der Anteile Mit-Eigentümer wird) sind die Inhaber von Anleihen Gläubiger. Somit gilt grundsätzlich, dass Zins- &  Tilgungszahlungen für Anleihen Vorrang vor beispielsweise Dividendenzahlungen der Aktionäre haben. Doch nicht nur Staaten oder Firmen leihen sich auf diesem Wege Geld, sondern auch Banken oder öffentliche Institutionen beschaffen sich durch Anleihen zusätzliches Kapital. Somit gibt es neben genannten Unternehmensanleihen und Staatsanleihen auch Bundeswertpapiere.

4. ETF (Exchange Traded Fund):

Ein ETF oder Indexfonds ist ein börsengehandelter Investmentfonds, welcher meist passiv verwaltet wird. Aus diesem Grund sind die Kosten im Gegensatz zum Investmentfonds in der Regel deutlich geringer. ETF´s bilden den Wert eines Index (z.B. DAX oder Euro Stoxx50) ab. Dazu gibt es ETF´s, welche gewisse Regionen oder Strategien (Dividenden) abdecken. Das Produktportfolio wird diesbezüglich ständig größer. Somit sind durch ETF Investitionen in Aktien, Anleihen, Währungen oder z.B. Rohstoffe möglich. Im Unterschied zum klassischen Investmentfonds ist der ETF fest an den Basis-Index gekoppelt. Somit kann auch kein Fondsmanager den vorab definierten Basis-Index durch Kauf oder Verkauf einzelner Werte beeinflussen. Daher spricht man auch von „passiv gemanagten Fonds“. ETF werden meist als repizierende oder swap-basierte Variante angeboten: Replizierend bedeutet, dass alle im Basis-Index enthaltenen Einzeltitel im Sondervermögen des Emittenten gehalten werden (die im Index enthaltenen Titel werden einfach gekauft). Diese Strategie findet bei großen Indices allerdings (besonders wegen hoher Transaktionskosten oder unzureichender Liquidität des Marktes) ihre Grenzen. Bei Swap-Basierten ETF hingegen werden nicht die Originalwerte, sondern ein passender Aktienkorb erworben. Dazu wird eine Vereinbarung  getroffen, zwischen den Vertragspartner die Zahlungsströme auszutauschen. Es findet ein ständiger Abgleich zwischen Basisidex und passendem Aktienkorb statt. Die Performance-Differenz wird entsprechend verrechnet und dem ETF- bzw. Swap-Partner gezahlt. In der Regel werden Indexfonds im Verhältnis 1:100 zum Index gehandelt. Steht der DAX also bei 8.000 Punkten, dann bekommt man einen DAX-Indexfond für 80 Euro. Das macht ETF speziell  für Kleinanleger und Sparpläne attraktiv.