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Spirituosen als Geldanlage – eine hochprozentige Anlage

In den vergangenen Jahren ließen sich mit verschiedenen Whiskys und Cognacs anschauliche Renditen einfahren. Welche Spirituosen kommen als Anlageobjekte in Frage? Und worauf ist bei Kauf zu achten? Nachfolgend sollen diese und weitere Fragen geklärt werden.

Eigentlich kann man vieles sammeln oder zur Geldanlage nutzen: altes Spielzeug, Kunst in unterschiedlichster Form, alte Comics, Uhren (hier dazu der Beitrag) oder auch Spirituosen.

® skeeze - pixabay.com

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Das praktische dabei ist, dass die Sachen von alleine alt werden, man muss nur Geduld haben und sie entsprechend sicher verwahren. Und nebenbei werden viele Dinge, die alt und selten sind auch noch wertvoller.

Wenn man von diesen Sachen, egal ob Uhr oder Spirituose auch noch einen praktischen Nutzen hat, macht es die Anlage zu einer durchaus sinnvollen Sache. Denn selbst wenn die Wertentwicklung keine astronomischen Höhen erklimmt, kann man eine Uhr tragen oder den guten Tropfen zu guter letzt auch trinken. Denn besonders bei Cognac, Armagnac, Whisky, Rum oder Gin gibt es den entscheidenden Vorteil, dass die Spirituosen selbst bei Lagerung im Hobbykeller durchaus Jahrzehnte überdauern können. Gibt man sich etwas Mühe und achtet auf eine sachgerechte Lagerung sind auch Lagerzeiten von mehr als 100 Jahren nicht auszuschließen.

Der Markt und Preisentwicklung:

Seit Jahren boomt der Markt für Spirituosen. Das hat in den 1980 und 1990er Jahren vor allem mit Whisky angefangen, welcher bereits in den 1970er Jahren auf den Markt gebracht wurde. Speziell Malt-Whiskys waren hier eine sichere Bank.

Jedoch sollte man sich vor der Geldanlage in Spirituosen mit der Materie etwas beschäftigen. Denn wenn man etwas Ahnung von den unterschiedlichen Produkten hat, lassen sich ansehnliche Renditen – welche deutlich über denen von Aktien liegen können – erzielen. Hinzu kommt, dass die Wertsteigerungen bei Kunstwerken, Spirituosen oder Weinen oft beständiger sind, als die von Wertpapieren. Denn im Gegensatz zu Aktien ist der Markt für Spirituosen oder anderen Luxusgütern ehr von der Leidenschaft der Käufer abhängig. Um hier einen totalen Preisverfall zu erleben, müssten eben diese leidenschaftlichen Sammler aussterben, was doch ehr unwahrscheinlich ist.

Einige Beispiele für diese Leidenschaft gefällig:

  • Vor einigen Jahren wurde ein 62 Jahre alter  Whiskey der renommierten Destille „Dalmore“ versteigert – für 31.500 Euro…
  • Bei einer Aktion eines Münchner Aktionshauses hat eine 300ml Flasche Cognac für 4.000 Euro den Besitzer gewechselt. Gut – die Falsche war einst in der Hausbar von König Ludwig III. zu finden…
  • Zur Jahrtausendwende kam der Millennium Cognac „Timeless“ von Hennessy für 1.600 Euro auf den Markt. Der auf 2.000 Flaschen limitierte Edel-Cognac wurde letztes Jahr für bis zu 7.000 Euro verkauft…
  • Auch bei Rum sind enorme Preise möglich: für 40.000 Euro wurde vor einigen Jahren ein Rum aus dem Jahr 1940 der Marke „Wray and Nephews“ gehandelt…

Doch was macht die steigenden Preis aus?

Sowohl Sondereditionen, als auch fest vereinbarte Kontinente – wie bei Single Malts üblich – sorgen für eine gewisse Preisstabilität und verhindern eine Flutung des Marktes mit Unmengen der betreffenden Spirituose. Denn bei Single-Malt Whiskey haben die Destillerien fest vereinbarte Kontinente zur Herstellung der Blends abzuliefern – was allein schon ein massives Nachgeben der Preise auf Grund geringer Verfügbarkeit verhindert.

Hinzu kommt, dass es vor 30 oder 40 Jahren kaum vorstellbar war, eine Flasche Rum oder Whisky für 200 Mark zu kaufen. Heutzutage sind Preise von 400, 700 oder gar 1.000 Euro keine Seltenheit mehr.

Der „La Mauny 1979“ wird heute zum fünffachen Preis gegenüber vor 10 Jahren gehandelt. Im gleichen Zeitraum kam es zur Versechs-fachung des Preises bei einer anderen Spezialität: Eine Flasche Rum „Trois Rivières 1952“ kostet heute bereis mehr als 1.000 Euro.

® tom69green - pixabay.com

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Eine derartige Preisentwicklung ist freilich die logische Konsequenz aus steigender Nachfrage und sinkendem Angebot an speziellen Jahrgängen oder Sonderabfüllungen in limitierter Menge. Außerdem werden auch die gesuchtesten Tropfen einfach ausgetrunken oder befinden sich fest in Sammlerhand.

Und das ein edler Rum mit zunehmender Lagerzeit teurer wird, ist auch der Herkunft geschuldet: In der Karibik wird der qualitativ beste Rum gebrannt. Und die Temperaturen sind hier deutlich höher als beispielsweise in Schottland. So verdunstet auf Grund des Klimas während der Lagerzeit natürlich Rum schneller, als beispielsweise ein Whisky in Schottland. Dieser Schwund -welcher jährlich bis zu 10% betragen kann – muss natürlich wieder aufgefüllt werden. Auch dies kann sich durchaus im Preis bemerkbar machen.

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Die passenden Spirituosen finden

Whisky:

Klassische Single-Malt-Whiskys gehören zu den „Blue Chips“ der Spirituosen. Nicht umsonst werden sie als flüssiges Gold Schottlands bezeichnet. Originalabfüllungen (der Hersteller füllt unmittelbar ab) sind hier die beste Wahl.

Namhafte Beispiel sind Coleburn, Imperial, Rossbank, Banff, Convalmore oder auch Ladyburn sowie Pittyvaich.

® paeparadox - pixabay.com

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Ebenso gehören alte Whiskys aus den 30er oder den Nachkriegsjahren zu den gesuchten Tropfen. Auch Brände aus bereits geschlossenen Destillerien sind aussichtsreich. Allerdings sollten diese die Brennlizenz in diesem Fall wirklich zurückgeben haben und demnach auch nie wieder brennen. Diese Destillerien werden als „lost distilleries“ bezeichnet und wecken durchaus Begehrlichkeiten auf Grund des eingeschränkten Angebots.

Andere Destillerien werden nur vorübergehend geschlossen und behalten ihre Brennlizenz. So im Falle „Ardberg“. Das Traditionshaus wurde vorübergehend geschlossen, um Ende der 90er Jahre von LVMH übernommen und wieder eröffnet zu werden. Seither gibt es einen regelrechten Hype um die Ardberg-Whiskys.

Rum:

Bei Rum sind besonders ältere Jahrgänge aus Martinique und Guadeloupe interessant. Denn in den französischen Departements wird der Rum aus frischem Zuckerrohrsaft – und nicht wie üblich aus einer sirupähnlichen Melasse – hergestellt.

Ferner ist bei Kennern der „Alfred Lamb´s Special Reserve 1949“ oder beispielsweise der schon fast legendäre „Havanna Club Maximo“ begehrt. Jedoch kosten diese Raritäten bereits heute niedrige 4-stellige Summen. Etwas günstiger geht es mit einem „Bacardi Facundo“. Dieser Rum wird seit 1999 nicht mehr hergestellt, kostete seiner Zeit knapp 25 Euro und wird heute ab 180 Euro angeboten.

Cognac:

Aus dem Super Premium Bereich sind die Cognacs, welche als Kapitalanlage geeignet sind. Besondere Abfüllungen sind beispielsweise der „Louis XIII de Rémy Martin Black Pearls Magnum“, „Hardy Perfection“ oder als Beispiel ein „Asbach Goethe Vintage Reserve 1952“ zu Preisen von 25.000 Euro, 7.000 Euro bzw. 1.800 Euro.

Allerdings sind Cognacs derzeit unter Anlageaspekten keine wirkliche Alternative. Denn wer mit Cognac vorzeigbare Rendite erzielen möchte, muss äußerst selektiv investieren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Cognac-Spezialitäten im Handel inzwischen so teuer sind, dass im Besten Fall die Kinder oder Kindes-Kinder von diesem Investment profitieren könnten.

Armagnac:

Jedoch kann sich hier ein Blick auf die Armagnacs lohnen: Diese werden im Gegensatz zu Cognac nicht im Doppelbrandverfahren, sondern in einem einzigen Brenndurchgang destilliert. Allerdings gibt es auch hier Lagerzeiten von bis zu 20 Jahren und renommierte Häuser wie z.B. Armagnac Chateau de Laubade, Armadas Castarède oder Baron de Sigognac. Diesen steht nicht die mächtige Marketingkraft der großen Cognac-Konterne zur Verfügung, weshalb deren Namen nicht so präsent oder bekannt sind, wie jene der Cognacs – jedoch lassen sich auch hier erstklassige Tropfen finden.

Extra-Tip:

Wichtig ist in jedem Fall, das sowohl die Flasche als auch die Umverpackung in gutem Zustand ist. Denn anders als etwa bei Wein, ist die Umverpackung bei Spirituosen extrem wichtig und kann den Preis enorm beeinflussen. Ist diese nämlich beschädigt oder gar nicht vorhanden, drückt das den Preis erheblich.

Spirituosen – alternativ in Aktien investieren

Wenn es doch lieber eine Aktie sein soll, finden sich auch hier interessante Werte zu den genannten Spirituosen, welche das Depot gut ergänzen. Die Performance der vergangenen Jahre kann sich – mit Ausnahmen, wie üblich – durchaus sehen lassen:

® comdirect - Chart Brown-Forman

® comdirect – Chart Brown-Forman

Brown-Forman:

  • gegründet 1870
  • Hersteller von Whisky, Wodka, Likör, Tequila, Champagner und Wein
  • Marken: u.a. Jack Daniel’s, Canadian Mist, Early Times, Old Forester, Woodford Reserve, Glendronach, Benriach, Glenglassaugh, Finlandia Vodka
® comdirect - Chart LVMH

® comdirect – Chart LVMH

LVMH

  • gegründet 1987 durch Fusion von Louis Vuitton und Moët Hennessy
  • tätig in folgenden Geschäftsbereichen: Wein & Spirituosen, Mode, Parfüm & Kosmetik, Uhren & Schmuck, Yachtbau / -charter
  • Marken: u.a. Hennessy, 10 Cane, Belvedere, Ardberg, Glenmorangie, Chopin
® comdirect - Chart Rèmy Cointreau

® comdirect – Chart Rèmy Cointreau

Rémy Cointreau

  • gegründet 1724 (Rémi Martin Cognac) bzw.1849 (Cointreau & Cie)
  • Produktion & Vertrieb von Cognac, Likör und Spirituosen
  • Marken: u.a. Mount Gay, Saint Rémy, Rémy Martin, Bruichladdich
® comdirect - Chart Pinod-Ricard

® comdirect – Chart Pinod-Ricard

Pernod-Ricard

  • entstand 1975 aus der Fusion von Pernod und Ricard
  • Hersteller von Scotch, Whisky, Cognac, Rum, Gin, Tequila, Wodka, Likör, Win und Champagner
  • Marken: u.a. Aberlour, Imperial, Longmorn, Chivas Regal, Ballantine´s, Martell, Presidente, Ararat, Havanna Club, Beefeater, Cork Dry Gin, Absolut
® comdirect - Chart Davide Campari

® comdirect – Chart Davide Campari

Davide Campari

  • 1860 gegründet
  • Hersteller von Aperitif, Erfrischungsgetränken, Gin, Likör, Rum, Sekt, Tequila, Wodka, Wein, Whiskey
  • Marken: u.a. Campari, Cinzano, Bankes London Dry Gin, Grand Marnier, Ouzo12, Appleton, Coruba, Wray & Nephew, Skyy Vodka, Jean-Marc XO Vodka, Forty Creek, Glen Grant, Old Eight, Russel´s Reserve, Drury´s
® comdirect - Chart Diageo

® comdirect – Chart Diageo

Diageo

  • entstand 1997 durch den Zusammenschluss von Grand Metropolitan und Guinness
  • Hersteller von Whisky, Bier, Gin, Alcopops, Rum, Tequila, Wodka
  • Marken: u.a. Dimple, Johnnie Walker, Smirnoff Ice, Guinness, Kilkenny, Gordon´s Gin, Captain Morgan, Ron Zacapa, Bulleot, Cardhu, Cragganmore, Glenkinchie, Royal Lochnagar, Smirnoff, Ciroc

(Die hier gezeigten Werte dienen lediglich als Beispiele und stellen keine Handelsempfehlung dar.)

4 Kommentare
  1. Finanzielle Freiheit
    Finanzielle Freiheit says:

    Hallo,
    Finde Deine Artikel immer wieder sehr gut geschrieben und sie regen zum Nachdenken an.
    Kann gut verstehen, dass ein gewisser Charme an der Beschäftigung mit allen möglichen Raritäten zur Geldanlage – gerade wenn man die ein oder andere hochprozentige Anlage auch mal gerne trinkt. Dennoch kann ich mich nur mit den von Dir als Alternative beschriebenen Aktien anfreunden. Denn die Investition in die hochprozentigen Raritäten weist erhebliche Nachteile auf: So sind Lagerungs- und ggf. Versicherungskosten zu berücksichtigen. Es besteht kein laufender Nutzwert (außer das regelmäßige Anschauen?). Zudem könnte der Konsum die Investition gänzlich zerstören 😉 Schließlich entspringt aus dem Investment in Alkoholika kein passives Einkommen, die potenzielle Wertsteigerung ist das einzige Upside. Damit bleibt das Sammeln von Alkoholika das was es ist, nämlich eine sehr schöne, spannende Liebhaberei.
    Mehr Infos zu passiven Einkommensquellen finden sich hier: https://meinefinanziellefreiheit.com/passive-einkommensquellen/
    Viele Grüße,
    FF

    • Elmar
      Elmar says:

      Hallo FF,

      auch ich bin ein großer Freund von Aktien und einer entsprechenden Dividendenpolitik. Mein Depot ist entsprechend ausgerichtet und zielt darauf ab, passives Einkommen durch Dividenden zu erzielen.

      Das beispielsweise Goldmünzen, Spirituosen, Uhren oder Oldtimer kein passives Einkommen bescheren, ist klar. Der Nutzwert der einzelnen Anlageformen ist auch -je nach Objekt- sehr unterschiedlich, oder auch gar nicht vorhanden. Denn wenn ich beispielsweise einen hochwertigen Rum kaufe und ihn letztendlich trink, ist meine Anlage nicht mehr existent. Trotzdem kann es für den ein oder anderen höchster Genuss sein, eine Flasche über Jahre zu lagern und letztendlich zu einem besonderen Anlass zu öffnen…

      Allerdings ging es mir in erster Line ehr darum, alternative -wenn auch etwas außergewöhnliche- Anlageformen aufzuzeigen. Dazu gehört auch der Beitrag zum Thema „Uhren als Geldanlage“.

      Beste gRüße
      Elmar

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