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Der Notgroschen.

Wie viel Geld braucht man als Notgroschen und wofür ist er eigentlich da?

Der Notgroschen

Wenn der Kühlschrank den Geist aufgegeben hat und eine saftige Nebenkosten-Abrechnung ins Haus flattert, muss das Auto natürlich auch noch in die Werkstatt.

Um für beispielsweise diesen Fall der Fälle gut gerüstet zu sein, empfiehlt sich eine Reserve, um nicht in finanzielle Bedrängnis zu geraten.

Wohl dem, der in diesem Fall nicht den Dispo-Kredit völlig ausschöpfen muss, sondern über eine entsprechendes finanzielles Polster verfügt. Neben einem gewissen finanziellen Spielraum verhindert diese Reserve natürlich im Bedarfsfall teure Dispozinsen.

Selbst wenn noch kein Geld auf der hohen Kante parkt, sollte dies das nächste finanzielle Ziel sein. Und hier hilft nur sparen, sparen und nochmals sparen.

Tipps zum sparen im Alltag: Strom, Gas, DSL oder Kredit hier vergleichen.

Wieviel Geld brauche ich für den Notgroschen?

Üblicherweise wird auf diese Frage immer mit „3 bis 6 Monatsgehälter“ geantwortet.

Jedoch unterscheiden sich die Ausgaben und unvorhersehbare Ereignisse stark nach dem persönlichen Umfeld. So brauchen Familien mit Kindern sicher öfters mal unerwartet Geld für unvorhersehbares, während Singles hier wahrscheinlich seltener in derartige Situationen kommen. Demnach sollten Familien mit Kindern für jedes Kind zusätzlich Geld zur Seite legen. Gleiches trifft auch für Immobilienbesitzer zu: hier sollte für Reparaturen vorgesorgt werden, so dass es bei einem Defekt oder einer dringenden Reparatur nicht zum finanziellen Kollaps kommt.

Nur so lässt sich vermeiden, dass diese Ausgaben aus den laufenden Einnahmen gezahlt werden müssen und so möglicherweise eine Verschuldung die Folge ist.

Außerdem ist der Notgroschen dafür gedacht, besondere Lebens-Situationen (wie Krankheit oder Jobverlust) aufzufangen, bis staatliche Hilfen gewährt und gezahlt werden.

Daher sind in solchem Fall aber gar nicht ganze Monatsgehälter, sondern vielmehr die eigentlichen Ausgaben als Notgroschen zu sparen. Denn hat man z.B. ein Nettoeinkommen von 2.000 Euro und benötigt jeden Monat 1.750 Euro zum leben, kann die Reserve bei 3 Monatsausgaben mit 5.250 Euro im Gegensatz zu 3 Monatsgehältern mit 6.000 € deutlich kleiner ausfallen.

In jedem Fall sollte der Notgroschen eine persönliche Überlegung zur Grundlage haben. Wichtig dabei ist aber, dass nicht jede Kleinigkeit berücksichtigt werden sollte. Denn ein kaputter Drucker oder das Tablet zum Beispiel, muss wohl kaum sofort ersetzt werden, so lange es nicht beruflich benötigt wird.

So kann es durchaus vorkommen, dass einzelne mit einem Notgroschen in Höhe von 1 Monatsgehalt sehr gut fahren, andere hingegen erst ruhig schlafen können, wenn die Ausgaben der nächsten 12 Monate davon gedeckt sind.

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Wie lege ich den Notgroschen am besten an?

Der wichtigste Punkt bei der Anlage des Notgroschen ist die Liquidität – also Verfügbarkeit. Die Rücklage sollte bei einem finanziellen Notfall wirklich umgehend (innerhalb von 1 -2 Tagen) verfügbar sein.

Aber das Geld auf dem Sparbuch oder Girokonto liegen zu lassen, macht wenig Sinn, da die Zinsen hier gen Null tendieren und die Inflation die Summe nur minimiert. Außerdem ist das Geld auf dem Girokonto nicht wirklich vom Haushaltsgeld und laufenden Ausgaben getrennt. Zu groß ist hier die Gefahr, den Notgroschen auszugeben, statt ihn dauerhaft zu sparen und entsprechend zu verzinsen.

Ebenso ist ein Festgeld-Konto mit mehreren Monaten Laufzeit die falsche Wahl, weil der Notgroschen im Bedarfsfall nicht sofort verfügbar ist.

  • Tagesgeld – die optimale Reserve

Als nahezu ideal hat sich das Tagesgeldkonto für den Notgroschen erwiesen. Tägliche Verfügbarkeit, ein entsprechend zugeordnetes Referenz-Konto (meist sogar das Girokonto) und kostenlose Kontoführung machen das Tagesgeld zur ersten Wahl bei der Geldanlage beim Notgroschen.

Jederzeit lassen sich bei Bedarf Summen abheben oder auch einzahlen, ohne weitere Kosten zu verursachen. So kann man den Notgroschen problemlos in Anspruch nehmen und ebenso problemlos wieder auffüllen.

Hinzu kommt eine Guthabenverzinsung, welche das Ersparte – wenn auch nur ein wenig – wachsen lässt.

  • eine (nicht risikofreie) Alternative: Wertpapiere

Ob der Notgroschen in Aktien bzw. Wertpapiere angelegt werden sollte, kann jeder einzelne nur für sich entscheiden. Allerdings ist dies durchaus eine Option, um etwas mehr Rendite zu erwirtschaften. In jedem Fall sollte die Anlage so gewählt werden, dass das Risiko eines Totalverlustes auszuschließen ist. Demnach sollten dann Geldmarktnahe Produkte, Anleihen oder breit gestreute Index-Produkte (z.B. ETF) ins Depot wandern. Von Anlage in Einzelaktien sei hier dringend abzuraten.

Ein klares „Pro“ oder „Contra“ für die Anlage des Notgroschens in Wertpapiere kann es hier nicht geben. Jeder kann nur für sich selbst entscheiden, ob das Risiko der Anlage die höhere Rendite wert ist, oder eben nicht.

Grundsätzlich ist der in Wertpapiere investierte Notgroschen aber liquide angelegt. Ein Verkauf – oder auch Zukauf – ist jederzeit möglich. Zwar fallen hier Gebühren an, diese sind jedoch von Depot zu Depot unterschiedlich und können mittels Depot-Vergleich auf ein Minimum reduziert werden.

Fazit:

Fraglich ist letztendlich, wie häufig jeder einzelne mit einem Notfall rechnet und wie groß der benötigte Teil des Notgroschen ist. Auf diesen Überlegungen basierend kann man vielleicht leichter abwägen, ob der Notgroschen lieber auf dem Tagesgeld oder in Wertpapieren angelegt wird.

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