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Münzen und Edelmetalle als Kapitalanlage

 

Auf den internationalen Finanzmärkten gibt es 4 wichtige Edelmetalle. Diese sind Gold, Silber, Platin und Palladium.

Der Kauf von Edelmetallen wie z.B. Gold ist eine Spekulation, die speziell dem Wunsch nach Sachwerten oder steigender Inflation gerecht wird. Doch wie bei allen Rohstoffen unterliegen auch die Edelmetalle dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Allerdings gibt es kaum nennenswerte Industriekonzerne, welche Gold in rauen Mengen verbrauchen. Die Industrielle Verwendung von Gold liegt bei ca. 10%. Bei Silber oder Palladium (50% industrielle Verwendung)  ist dies gänzlich anders. Im Gegensatz dazu gibt es aber eine immer stärker werdende Nachfrage nach Gold- oder Platinschmuck aus Ländern wie Indien, Russland oder China.

Sachwert / Inflation

Vor allem für Anleger, die die Inflation – also Kaufkraftverlust Ihres Geldes – fürchten, ist speziell Gold (als Münzen, Barren) ein sicherer Hafen. Allerdings generiert Gold –wie alle genannten Edelmetalle- keine Rendite als solches. Daher ist für viele fraglich, ob es eine passende Geldanlage ist. Denn die Spekulation mit Edelmetallen geht nur dann auf, wenn der Kurs entsprechend steigt und beim Verkauf deutlich höhere Notierungen als zum Kaufzeitpunkt gezahlt werden. Ein wichtiger Punkt hierbei ist das Vertrauen der Anleger in die Kapitalmärkte. Speziell in unsicheren Zeiten wird vermehrt Gold gekauft, um sich gegen den gefürchteten Kaufkraftverlust von Papiergeld abzusichern. Ein gutes Beispiel für derartige Situationen war die Finanz- & Bankenkrise. Auf Grund des starken Zusammenhangs zwischen Goldpreis und Inflationserwartung stieg der Goldpreis zu dieser Zeit, nicht zuletzt wegen der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank, stark an.

In der Vergangenheit hat man bei Silber gesehen, dass auch hier gewaltige Kursschwankungen auftreten können: Silber stieg von Mitte 2010 bis Ende April 2011 von knapp 18 Dollar auf über 48 Dollar. Anfang Mai 2011 fiel der Kurs innerhalb weniger Tage auf bis zu 33 Dollar zurück.

Währungsrisiko

Zusätzlich sind bei der Investition in Gold z.B. Währungsschwankungen zu beachten, denn üblicherweise wird der Goldpreis in Dollar notiert. Demzufolge müssen Sie also, um den Wert Ihres Goldes zu bestimmen, den aktuellen Wechselkurs Euro/ US-Dollar berücksichtigen.

Kauf / Gebühren / Lagerung

Besonders problematisch sind die Gebühren beim Kauf von physischem Edelmetallen – also Münzen oder Barren. Denn diese verursachen nicht unerhebliche Kosten. Am Beispiel Gold soll dies verdeutlicht werden: Je weniger Gold sie kaufen, desto höher fallen die Aufschläge aus. Je nach Anbieter zahlen Sie für den Versand 9,95€ oder mehr. Bei einem Barren von 10g Gold für beispielsweise 330,00€ sind das Kosten in Höhe von 3%.

Nicht zu vergessen ist die spätere –sichere– Lagerung der Münzen oder Barren:  Ein Schließfach bei einer Bank kostet Sie Gebühren. Die variieren stark und sind abhängig von Bank und Größe. Jedoch kosten selbst kleine Schließfächer bereits mindestens 50€ im Jahr. Sollten Sie sich für einen Tresor entscheiden (welcher auch versicherbar ist), müssen Sie die Anschaffung für diesen kalkulieren. Einige Händler offerieren die Lagerung des Goldes vor Ort in entsprechenden Safes. Allerdings ist auch dieser Service im Kaufpreis des Goldes verrechnet. Eine gute Alternative zu physischem Gold stellen Anlagen in Gold-Zertifikaten und Gold-ETFs dar. Diese sind mit dem Edelmetall unterlegt und partizipieren direkt an dessen Kursentwicklung.

Portfolio

An vielen Stellen liest man immer wieder, dass Gold eine ideale Ergänzung zum Depot sei. Hier werden oft 5 bis 10 Prozent des Vermögenswertes beziffert. Dabei  sollte jeder für sich entscheiden, ob die Spekulation auf einen Sachwert und dessen Wertentwicklung zum Portfolio und der Risikobereitschaft passt.

Alle Edelmetalle haben eines gemeinsam: sie bringen keine Zinserträge. Eine Anlage in Edelmetallen baut also einzig auf den Kursgewinn. Wie im Beispiel „Silber“ gezeigt, ist auch eine Investition in ein Edelmetall eine spekulative Geldanlage. Daher sind Edelmetalle eher als Ergänzung des Portfolios zu betrachten.