Gold als Geldanlage

Mir stellt sich derzeit die Frage, ob mein Depot / Portfolio ausreichend diversifiziert ist. Der geplante Immobilienkauf ist bei weitem noch nicht so weit vorangeschritten, wie ich es gern hätte und mein Portfolio ist neben einer Tagesgeld-Anlage sehr stark Aktien-lastig. Was ist eigentlich mit Edelmetallen?

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Auf den internationalen Finanzmärkten gibt es 4 wichtige Edelmetalle. Diese sind Gold, Silber, Platin und Palladium.

Der Kauf von Edelmetallen wie z.B. Gold ist eine Spekulation, die speziell dem Wunsch nach Sachwerten oder steigender Inflation gerecht wird. Doch wie bei allen Rohstoffen unterliegen auch die Edelmetalle dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Allerdings gibt es kaum nennenswerte Industriekonzerne, welche Gold in rauen Mengen verbrauchen. Die Industrielle Verwendung von Gold liegt bei ca. 10%. Bei Silber oder Palladium (50% industrielle Verwendung)  ist dies gänzlich anders. Im Gegensatz dazu gibt es aber eine immer stärker werdende Nachfrage nach Gold- oder Platinschmuck aus Ländern wie Indien, Russland oder China.

Was ist Diversifikation?

Unter Diversifikation versteht man im Prinzip die Verteilung von Risiken bei der Geldanlage auf mehrere unterschiedliche Anlageformen. Dabei wird zusätzlich ein Augenmerk auf die Korrelation (die gegenseitige Abhängigkeit der Entwicklung von 2 oder mehreren Anlagen) gelegt, um eine identische Entwicklung von unterschiedlichen Anlageformen zu verhindern.

Das Ziel der Geldanlage ist meist das maximieren der Rendite bei möglichst geringem Risiko. Diese Ziel lässt sich jedoch nur bei einer ausgewogenen Verteilung des Kapitals auf unterschiedliche Investments, welche sich möglichst unabhängig voneinander entwickeln, erreichen. Diese Abhängigkeit sieht man deutlich im Dreieck der Geldanlage.

Die Diversifikation kann wie folgt unterschieden werden:

  • Anlageklasse (Aufteilung des Kapitals in z.B. Aktien, Immobilien, Festgeld, Gold)
  • Regionen (Investment in Europa, USA, Asien bzw. Emerging Markets)
  • Branchen (zyklische und antizyklische Branchen wie z.B Konsum, Autohersteller, Chemie, Finanzen/Banken)
  • Zeitraum (Anlagen mit fester Laufzeit werden gestaffelt getätigt, um Liquidität zu wahren)

Kauf / Gebühren / Lagerung

Besonders problematisch sind die Gebühren beim Kauf von physischem Edelmetallen – also Münzen oder Barren. Denn diese verursachen nicht unerhebliche Kosten. Am Beispiel Gold soll dies verdeutlicht werden: Je weniger Gold sie kaufen, desto höher fallen die Aufschläge aus. Je nach Anbieter zahlen Sie für den Versand 9,95€ oder mehr. Bei einem Barren von 10g Gold für beispielsweise 330,00€ sind das Kosten in Höhe von 3%.

Nicht zu vergessen ist die spätere –sichere– Lagerung der Münzen oder Barren:  Ein Schließfach bei einer Bank kostet Sie Gebühren. Die variieren stark und sind abhängig von Bank und Größe. Jedoch kosten selbst kleine Schließfächer bereits mindestens 50€ im Jahr. Sollten Sie sich für einen Tresor entscheiden (welcher auch versicherbar ist), müssen Sie die Anschaffung für diesen kalkulieren. Einige Händler offerieren die Lagerung des Goldes vor Ort in entsprechenden Safes. Allerdings ist auch dieser Service im Kaufpreis des Goldes verrechnet. Eine gute Alternative zu physischem Gold stellen Anlagen in Gold-Zertifikaten und Gold-ETFs dar. Diese sind mit dem Edelmetall unterlegt und partizipieren direkt an dessen Kursentwicklung.

Anlageformen in Gold:

Grundsätzlich lässt sich die Anlage in 2 Arten unterscheiden:

  • Die spekulative Anlage, bei der auf eine entsprechende Kursentwicklung (Long oder Short) gesetzt wird
  • Die sicherheitsbedachte Anlage, bei der Gold als Absicherung gegen Finanzkrisen oder einen Crash des Papiergeldes gesehen wird.

Je nach Wunsch lässt sich ein Investment in das Edelmetall auf unterschiedliche Arten eingehen: Barren, Münzen, Aktien oder Fonds bzw. ETFs

Münzen/Barren

Die Anlage in Barren oder Münzen (physisches Gold) gilt als relativ sicher, birgt aber dennoch ein gewisses Risiko bei Kauf / Verkauf bzw. Lagerung. Denn je kleiner die Stückelung, desto höher ist meist auch die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis. Des weiteren sollte physikalisches Gold in einem Tresor oder Bankschließfach entsprechend sicher gelagert werden. Außerdem wirft die Anlage in physischem Gold keine Rendite ab. Aus diesem Grund ist die Anlage in Barren oder Münzen ehr als langfristiges Investment zu verstehen.

Diese Gründe machen die Anlage in Goldmünzen oder Goldbarren ehr zu einer konservativen Form. Die Verfügbarkeit, die Transparenz des Marktes und die Preisstellung sind bei Banken oder im Internet täglich gewährleistet. Zu den bekanntesten Münzen gehören wohl folgende:

  • Krügerrand (Südafrika)
  • Nugget (Australien)
  • Maple Leaf (Kanada)
  • Wiener Philharmoniker (Österreich)
  • Panda (China)
  • American Gold Eagle

Bei diesen vorgenannten Münzen handelt es sich um Anlagemünzen, deren Preis im westlichen vom Goldpreis abhängig ist. Sammlerinnen hingegen erzielen oft hohe Aufschläge auf Grund besonderer Prägungen bzw. limitierten Auflagen und zielen damit auf eine Spekulation auf Grund der Seltenheit, statt des eigentlichen Materialwertes ab.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt ist der Kostenfaktor beim Kauf. Da der Herstellungsprozess bei Münzen etwas teurer ist, als bei Barren, werden Münzen meist auch zu etwas höheren Preisen (bei vergleichbarer Stückelung) als Barren angeboten. Weiterhin bieten Barren den Vorteil, dass sie in größerer Stückelung erhältlich sind, was die Kosten bei Kauf (besonders eben von größeren Stückelungen) maßgeblich beeinflussen kann. Nachteilig kann dies jedoch bei Verkauf werden, wenn nur ein Teil des Wertes benötigt wird. In einem solchen Fall kann man kaum etwas von seinem Barren absägen…

Tresorgold

Eine weitere Option, in physisches Gold zu investieren, ist das sogenannte Tresorgold. Hier wird ebenfalls physisch Gold erworben, jedoch nicht privat oder in einem Bankschließfach gelagert, sondern in entsprechenden Hochsichreheitstresoren des entsprechenden ausgebenden Instituts gelagert. In der Regel hat der Käufer allerdings keinen Zugriff auf das Edelmetall, die Lagerung ist mitunter kostenintensiv und die Ausgabe muss entsprechend beantragt und auch bezahlt werden.

Fonds/ETFs

Fonds oder ETFs gibt es auch für ein Goldinvestment in zahlreichen Varianten. Von der direkten Abbildung des Goldpreises, über Investments in Goldexplorer, Abbaufirmen oder Gold- oder Silberwerken ist hier eine Beteiligung je nach Wunsch möglich. Eine Kursentwicklung der zu Grunde liegenden Unternehmen kann die Wertentwicklung der Anlage maßgeblich entscheiden.

Aktien

Bei einem Einzelinvestment in eine Aktie entstehen nicht selten massive Kursschwankungen. Daher ist diese Form der Anlage auch die risikoreichste. Dazu kommt, dass die meisten Rohstoffwerte in Fremdwährungen (US$) handeln und gehandelt werden, was zu zusätzlichen Währungsschwankungen führen kann. Sollte jedoch ein Gold-Explorer den Fund eines neuen, aussichtreichen Goldvorkommen bestätigen, winken satte Kursgewinne binnen kürzester Zeit.

+ Als Krisenabsicherung und gut zur Diversifikation geeignet

– Es besteht ein Kursrisiko

– Keine Verzinsung der Anlage

– Lagerung ist aufwändig bzw. mit teils hohen Kosten verbunden

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Die Kursentwicklung:

Die historische Entwicklung des Goldpreises zeigt deutlich, dass die Anlage in Gold ein langfristiges Investment sein sollte und zur Beimischung bzw. Absicherung eines Depots dienen kann. Bei Kauf sollte die Wahl dann auf Münzen mit mind. 1 oz (Unze) oder auf Barren mit mindestens 20g, besser 50g fallen. Besonders kleine Münzen sind auf Grund der hohen Prägekosten unverhältnismäßig teuer.

Gold Chart

Der Anteil am Depot ist und bleibt wohl eine Streitfrage: gar kein Gold kaufen, max. 10% zur Beimischung, bis hin zu einem Drittel des Vermögens in Gold anzulegen, sind mögliche Einstellungen oder Ansichten zum Thema. Wichtig ist auf jeden Fall, auf eine guter Diversifikation zu setzen und selbst bei großer Angst vor Finanzcrash oder sonstigen Katastrophen ausschließlich auf Gold zu setzen.

Auf Grund der Verwendung von Gold als Absicherung für Krisenzeiten, ist es besonders hilfreich, das Edelmetall langfristig zu kaufen. Das heißt, dass speziell in wirtschaftlich starken Zeiten ein niedriger Goldpreis zum Einstieg lohnt, während in unsicheren Zeiten der Preis ehr steigt, da sich Anleger dann vermehrt in den sicheren Hafen „Gold“ flüchten.

Eine genaue Entwicklung des Goldpreises lässt sich dennoch kaum vorhersagen, weshalb es empfehlenswert ist, Gold über einen längeren Zeitraum regelmäßig (z.B. jedes Quartal einen 20g Barren) zu kaufen. Damit kommen natürlich für jeden Kauf Kosten zum Tragen, im Gegenzug lassen sich Kursschwankungen besser ausgleichen und man verteilt eine anzulegende Summe auf mehrere Käufe.

Gold als Sachwert / Der Schutz vor Inflation

Vor allem für Anleger, die die Inflation – also Kaufkraftverlust Ihres Geldes – fürchten, ist speziell Gold (als Münzen, Barren) ein sicherer Hafen. Allerdings generiert Gold –wie alle genannten Edelmetalle- keine Rendite als solches. Daher ist für viele fraglich, ob es eine passende Geldanlage ist. Denn die Spekulation mit Edelmetallen geht nur dann auf, wenn der Kurs entsprechend steigt und beim Verkauf deutlich höhere Notierungen als zum Kaufzeitpunkt gezahlt werden. Ein wichtiger Punkt hierbei ist das Vertrauen der Anleger in die Kapitalmärkte. Speziell in unsicheren Zeiten wird vermehrt Gold gekauft, um sich gegen den gefürchteten Kaufkraftverlust von Papiergeld abzusichern. Ein gutes Beispiel für derartige Situationen war die Finanz- & Bankenkrise. Auf Grund des starken Zusammenhangs zwischen Goldpreis und Inflationserwartung stieg der Goldpreis zu dieser Zeit, nicht zuletzt wegen der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank, stark an.

In der Vergangenheit hat man bei Silber gesehen, dass auch hier gewaltige Kursschwankungen auftreten können: Silber stieg von Mitte 2010 bis Ende April 2011 von knapp 18 Dollar auf über 48 Dollar. Anfang Mai 2011 fiel der Kurs innerhalb weniger Tage auf bis zu 33 Dollar zurück.

Das Währungsrisiko

Zusätzlich sind bei der Investition in Gold z.B. Währungsschwankungen zu beachten, denn üblicherweise wird der Goldpreis in Dollar notiert. Demzufolge müssen Sie also, um den Wert Ihres Goldes zu bestimmen, den aktuellen Wechselkurs Euro/ US-Dollar berücksichtigen.

Anteil am Portfolio

An vielen Stellen liest man immer wieder, dass Gold eine ideale Ergänzung zum Depot sei. Hier werden oft 5 bis 10 Prozent des Vermögenswertes beziffert. Dabei  sollte jeder für sich entscheiden, ob die Spekulation auf einen Sachwert und dessen Wertentwicklung zum Portfolio und der Risikobereitschaft passt.

Alle Edelmetalle haben eines gemeinsam: sie bringen keine Zinserträge. Eine Anlage in Edelmetallen baut also einzig auf den Kursgewinn. Wie im Beispiel „Silber“ gezeigt, ist auch eine Investition in ein Edelmetall eine spekulative Geldanlage. Daher sind Edelmetalle eher als Ergänzung des Portfolios zu betrachten.

Vorteile / Nachteile von Gold:

+ Die Verfügbarkeit von Gold ist begrenzt

+ Bei Kauf und Verkauf von Münzen oder Barren entfällt die MwSt und Abgeltungssteuer

+ Als Krisenabsicherung und gut zur Diversifikation geeignet

– Es besteht ein Kursrisiko

– Keine Verzinsung der Anlage

– Lagerung ist aufwändig bzw. mit teils hohen Kosten verbunden

Tipps zum Goldkauf:

  • Gold sollte als langfristige Anlage gegen Geldwertverlust oder Krisenzeiten dienen
  • Gold als spekulative Anlage (Kursschwankungen) zu kaufen, ist äußerst riskant
  • Gold ist als Inflationsschutz nur bedingt geeignet (historisch betrachtet wurden in Zeiten von Deflation die höchsten Renditen erwirtschaftet)
  • Gold am besten regelmäßig kaufen, um Kursschwankungen auszugleichen
  • Nur bei renommierten Banken bzw. Internet-Händlern kaufen und bei Kauf im Internet auf die Versandkosten achten
  • Die Goldanlage den persönlichen Vermögens- und Einkommensverhältnissen anpassen (z.B. 20% des Vermögens mit einer Einmalanlage investieren)

Fazit:

Auf Grund meines Dividendendepots finde ich es natürlich äußerst angenehm, Ausschüttungen für mein investiertes Kapital zu erhalten. Selbst mein Tagesgeld wird mit 1% verzinst. Dies fällt bei einem Investment in Gold natürlich weg. Allerdings denke ich, dass ein wenig mehr Diversifikation gut tun würde. Daher halte ich Gold zur Beimischung für durchaus geeignet. Allerdings nur in kleinem Anteil bis max. 10% des Gesamtvermögens. Ob der Kauf dann als ETF, Münze oder Barren erfolgt, muss jeder wohl für sich entscheiden. Sicher für mich ist jedoch, dass ein Einzelinvestment nicht in Frage kommt, da ich mir damit wieder ehr ein Klumpenrisiko schaffen würde…

6 Kommentare
  1. Finanzielle Freiheit
    Finanzielle Freiheit says:

    Hi,
    Gut geschriebener Artikel, da er ausgewogen Vor- und Nachteile der Investition in Gold darlegt.
    Für mich kommt (physisches) Gold als „Investition“ nicht in Frage, da es keinen Ertrag bringt und so nicht eine meiner passiven Einkommensquellen werden kann. Ich würde lediglich als Teil des Notfallfonds über Gold nachdenken wollen, um für den absoluten Notfall einen Notgroschen zu haben.
    Viele Grüße,
    FF

    • Elmar
      Elmar says:

      Hi FF,

      danke für das Lob! Ich bin mir auch nach dem Artikel noch nicht wirklich klar darüber, ob ich einen Teil in Gold anlegen möchte,oder eben nicht.
      Die Diversifikation ist ein Vorteil, allerdings müsste man, wie zu Alexander schon geschrieben, auch entsprechend verkaufen. Das ist nicht meine Absicht.
      Der Nachteil ist, dass Gold keine Zinsen oder Dividenden generiert. Mann setzt auf Kursgewinne. Aber da ist ja das Problem, dass ich davon nur etwas habe, wenn ich auch irgendwann mal verkaufe.

      Vielleicht denke ich nochmal über Gold nach, wenn ich ein etwas größeres Portfolio habe (> 100k). Dann könnte man sich 2 oder 3 Unzen als Münzen ins Schließfach legen…

      Beste Grüße
      Elmar

  2. Alexander
    Alexander says:

    Gold sehe ich als reine Versicherung für den Worst-Case. Also der Zusammenbruch des Finanzsystems, ein neuer Krieg oder irgend sowas. Wie eine Risikolebensversicherung nur eben für einen Teil des Vermögens. Passiert nichts, um so besser. Wenn es mal richtig hart kommt, dann nützt das Gold weder im Schließfach noch in einem Tresor oder sonst wo etwas. Wer garantiert denn, das man an sein Gold wirklich kommt? Bleibt nur der heimische Tresor oder im Garten vergraben.

    Rein zur Diversifikation halte ich es für wenig sinnvoll. Geht der Aktienmarkt deutlich runter und der Goldpreis steigt, muss man letztendlich verkaufen, um den Gewinn zu realisieren. Rechnet man nur die Buchverluste der Aktien und Buchgewinne vom Gold gegen, ist das zwar psychologisch toll, bringt aber real nichts. Damit kommt man aber in die spekulative Schiene. Man setzt langfristig auf Kursgewinne.

    • Elmar
      Elmar says:

      Hallo Alexander,

      das ist der Punkt: Gold ist etwas für das Worst-Case-Szenario. Es kann jedoch zur Absicherung dienen. Wirft aber auch keine echte Rendite ab – nur wenn man verkauft. Es gibt weder Zinsen ich Ausschüttungen. Gold kann zur Diversifizierung beitragen, allerdings hätte eine gesteigerte Performance auch die Folge (wie Du geschrieben hast), dass einzelne Positionen auch entsprechend verkauft werden müssen, um die Outperformance zu Geld zu machen. Und das ist ja eigentlich nicht mein Ziel…

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